Test: SteelSeries Arctis Pro Gaming-Headset

Wer nach einem guten Headset sucht, ist mit Sicherheit bereits über SteelSeries' Arctis-Serie gestolpert. Nun hat der Hersteller ein neues Modell auf den Markt gebracht, welches sich mit den besten Headsets in der Gaming-Branche messen will. Das spiegelt sich auch im Preis wieder: Das Arctis Pro in der Basis-Ausstattung ist mit Sicherheit kein Schnäppchen und auch die erweiterten Modelle legen hier noch eine Schippe drauf. Ob es dennoch überzeugen kann lest ihr im Test.


SteelSeries hat mit seiner Arctis-Reihe beinahe Kult-Status erreicht. Die verschiedenen Arctis-Headsets sind bei Gamern hoch im Kurs und nun hat der Hersteller die Serie auch noch um ein weiteres Modell erweitert. Die Rede ist vom neuen Arctis Pro, welches die vor allem durch seinen High-Fidelity-Sound überzeugen soll. Zusätzlich gibt es noch zwei weitere Versionen. Eines besitzt einen zusätzlichen GameDAC für ein besseres Audio-Erlebnis und eines kommt kabellos daher. SteelSeries hat uns für diesen Test die einfache Version zu Verfügung gestellt, die wir im Folgenden genauer unter die Lupe nehmen werden.

Lieferumfang, Verarbeitung und Design

Beim Auspacken der modernen und hübschen Kartonage findet man zunächst das Arctis Pro Headset selbst. Darunter liegt eine Schachtel mit dem Zubehör versteckt. Neben einem "USB ChatMix Regler" finden sich das Haupt-Headset-Kabel, ein Adapter für 3,5 mm (4-polig), ein Mikrofon-Windschutz und die üblichen Anleitungen.

Das Headset macht beim ersten Anblick wie auch bei den anderen Arctis-Modellen einen guten Eindruck. Die Verarbeitung ist gewohnt hochwertig und am Design hat sich im Vergleich zum direkten Vorgänger Arctis 7 auch recht wenig geändert. Das Äußere des Arctis Pro fühlt sich wertig an - der Kopfbügel besteht aus Metall, ansonsten findet man Kunststoff als Hauptmaterial. Insgesamt ist die Verarbeitung solide und bietet keine erwähnenswerten Kritikpunkte.

Beim Design schneiden sich bekanntlich die Geister, aber das Arctis Pro dürfte eines der wenigen Headsets sein, die wirklich gut aussehen. Es ist nicht aufdringlich, aber gleichzeitig modern, schlicht und zeitgemäß. Es ist komplett schwarz/matt-schwarz und die einstellbare RGB-Beleuchtung rundet das Aussehen zusätzlich ab. Es gibt aber auch noch Möglichkeiten, das Design an die eigenen Vorlieben anzupassen. So lassen sich das Stoff-Band und die magnetischen Deckel, die auf den Ohrmuscheln liegen, durch andere, mit Designs und Mustern bedruckte Teile austauschen.

Technik und Spezifikationen

SteelSeries bewirbt mit dem Arctis Pro vor allem den versprochenen, sehr guten Sound. Man hat ohne den zusätzlichen GameDAC zwar keinen zertifizierten High-Res-Sound, dennoch soll die Qualität audiophile Gamer zufriedenstellen können. Auch die aktuellste Version von DTS' bekanntem Surround-Sound, Headphone: X v2.0, soll den Spieler direkt ins Geschehen eingehen lassen während der bekannte Tunneleffekt nicht aufkommen soll.

Alle technischen Informationen im Überblick:

HeadsetLautsprechertreiberMikrofon
AnschlussUSB, AnalogTreiber für Neodym-
Lautsprecher
40mmMikrofontypGalgen, einziehbar
RednerHi-Res, 40.000-Hz-OutputFrequenzgang10-40.000 HzRichtcharakteristikAcht, Geräuschunterdrückung
Surround SoundDTS Headphone: X v2.0Kopfhörerempfindlichkeit102 dB SPLFrequenzgang100-10.000 Hz
SteelSeries ChatMixJaImpedanz32 OhmEmpfindlichkeit-38 dBV/Pa
Beleuchtung

RGB-Beleuchtung
um Ohrmuscheln

Gesamte harmonische
Verzerrung
<1%Impedanz2200 Ohm

Für den Sound sind die 40mm-Treiber verantwortlich, mit denen sich der Frequenzbereich von 10 Hz bis 40.000 Hz abdecken lässt. Das ist beinahe doppelt so viel wie die meisten konventionellen Headsets. Das zweifach gerichtete ClearCast-Mikrofon ist frei positionierbar, einziehbar und bietet zudem noch Geräuschunterdrückung. Das mitgelieferte ChatMix-Dial lässt einen die Spiel- und Chat-Lautstärke (Beispielsweise Discord) mit einem Drehrad austarieren, damit man beide Quellen gleichzeitig besser wahrnehmen kann.

Praxistest und Soundcheck

Kommen wir nun zum Praxistest. Ein wichtiger Punkt bei einem Headset ist ohne Zweifel der Komfort, denn man hat es ja durchgehend auf dem Kopf sitzen. Und hier schneidet das Arctis Pro sehr gut ab. Man findet hier kein konventionelles Kopf-Bügel, sondern ein "Ski-Band", welches das Headset stattdessen fixiert. Man kann es auch bei Belieben ein Stück vergrößern, aber bei uns passte es durch die Flexibilität perfekt und die weichen Ohrpolster lassen den Komfort stundenlang bestehen. Wir sind der Meinung, dass das Arctis Pro eines der bequemsten Gaming-Headsets überhaupt ist.

In Sachen Komfort und Design schneidet das Arctis Pro sehr gut ab, doch wie sieht es mit der Usability aus? Für ein Gaming-Headset ist der Umgang recht unkompliziert. An der linken Ohrmuschel finden sich ein Lautstärkerad und eine Mikrofon-Mute-Taste, die sich gut erreichen lassen. Darunter befinden sich der Anschluss des Haupt-Kopfhörer-Kabels, der 3,5-mm-Klinkeneingang und schließlich das ausziehbare Mikrofon.

Der ChatMix Dial mit dem USB-Anschluss steht dem PC und der PS4 zur Verfügung, letzteres muss allerdings auf die Funktionen des ChatMix Dial und den Surround-Sound verzichten. Ansonsten lassen sich alle Konsolen inkl. der Nintendo Switch und dem Smartphone über den mitgelieferten 3,5-mm-Adapter anschließen.

In Sachen Sound setzt das Arctis Pro in der Gaming-Branche neue Maßstäbe. Wir waren anfangs überrascht, wie ausgewogen das Klangbild doch ist, dabei ist es fast schon egal, ob man das Headset digital anschließt oder doch den analogen Weg geht. Analoger Audio ist zwar nicht so detailreich, jedoch ist der Sound auch hier erstaunlich gut.

Natürlich ist auch das Arctis Pro nicht perfekt, es gibt einige spezielle Punkte, in denen andere Headsets die Nase vorn haben. Aber nichtsdestotrotz ist die Klangbühne lobenswert, insbesondere der Stereo- und Surround-Sound konnte überzeugen. Die Höhen, Mitten und Tiefen hören sich alle natürlich an und es gibt keine merkbaren Verzerrungen oder Störgeräusche. Auch der Bass ist passend, denn er ist immer präsent, ohne erdrückend zu wirken. Wer mehr Schlagkraft haben möchte, kann sie jederzeit mithilfe des Equalizers erreichen, doch dazu gleich mehr.

Wer auch zertifizierten Hi-Res-Audio erreichen will, benötigt den zusätzlichen GameDAC. SteelSeries verspricht damit ein noch besseres und detailreicheres Klangbild. Wir haben es leider nicht zum Testen vor Ort, wer jedoch ein Fan von verlustfreier Musik ist, für den dürfte diese Option durchaus interessant sein.

Software

SteelSeries bietet die hauseigene SteelSeries Engine an, um seine Peripherie an die eigenen Wünsche anzupassen. Auch das Arctis Pro ist kompatibel, neben den bekannten Equalizer-Einstellungen lässt sich auch der DTS-Surround-Sound ein- oder ausschalten, diverse Einstellungen am Mikrofon unternehmen und die RGB-Beleuchtung anpassen. Die Software ist designtechnisch kein Meisterwerk, ist aber aufgeräumt und einfach zu bedienen.

Fazit

Das SteelSeries Arctis Pro bietet so ziemlich alles, was einen Gamer zufriedenstellen kann. Der Sound ist für ein Gaming-Headset erstaunlich, der Komfort auch nach Stunden der Benutzung sehr gut und das Design ist ebenfalls musterhaft. Größere Kritikpunkte gibt es schlicht und einfach nicht, wobei wir jetzt schon beim letzten Punkt angekommen sind. Für 199,99 Euro (Stand 15.04.2018) bekommt man ein nahezu kompromissloses Gaming-Headset, dessen einziger Schwachpunkt wohl der Preis selbst ist.

Die Version mit dem GameDAC kostet 279,99 Euro, die Wireless-Variante stolze 349,99 Euro. Beide Versionen besitzen aber noch einige Extra-Features, weshalb man hier nicht so einfach sagen kann, ob sich diese Modelle wirklich lohnen oder nicht. Für Gamer mit einem nicht allzu engen Budget lohnt sich aber auf jeden Fall das normale Arctis Pro Headset, für das es auch unsere Redaktionsempfehlung gibt.

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Ilias

Datum:
15.04.2018 | 20:07 Uhr
Rubrik:
Spiele
Tags:
Arctis Gaming Headset High Fidelty Kopfhörer Mikrofon PC Pro RGB sound SteelSeries

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