Feature: Battlefield 3: DLC Aftermath im Test!

Publisher EA und Entwickler DICE öffneten für PC-Spieler am 4. Dezember die Pforten zum neuen DLC mit dem Namen „Aftermath“. Selbiger ist nun das dritte Erweiterungspack, welches für Battlefield 3 zur Verfügung steht. Mit diesem DLC läutet EA die vorletzte Erweiterung ein und legt die Schienen für das im März angekündigte "Endgame". In diesem Artikel werden wir klären ob "Aftermath" ein Pflichtkauf oder ein unnötiger Zusatz für die Battlefield-3-Spieler ist.


Battlefield 3 gehört ohne Frage zu den erfolgreichsten Ego-Shootern seiner Zeit. Mit dem DLC-Plan, konnten Publisher EA und Entwickler DICE das Spiel noch vielseitiger gestalten, sodass es praktisch stetig "frisch gehalten" wird. Ziel der zahlreichen Erweiterungen ist es, das Game so lange wie möglich interessant für die Spieler zu gestalten. In der ersten Erweiterung "Close Quarters", wurde der Fokus auf hektische Infanteriegefechte auf engstem Raum gelegt, sodass auch Freunde der schnellen Action auf ihre Kosten kommen konnten. Mit dem Nachfolgepaket "Armored Kill", wurden die Wünsche von Battlefield-Veteranen erhört. Neben riesigen Maps, wurde auch das Repertoire an Waffen und Kriegsmaschinen erweitert. Mit "Aftermath" sollen wohl beide DLCs wieder zusammenfinden und für jeden Typ von Spieler geeignet sein.

Wie der Titel schon andeutet, dreht sich der neue Download-Container um die Zeit nach einer schweren Katastrophe. Mit neuen Soldaten, weiteren Waffen und den verwüsteten Schlachtfeldern, sollen die Battlefield-Spieler wieder an Rechner und die Konsole gelockt werden. Zusätzlich kommen auch neue Fahrzeuge und der neue Spielmodus „Scavanger“ dazu.

Entwickler DICE wusste, wie er das Thema „Aftermath“ umzusetzen hatte. Die Maps sind meist groß, beeindruckend und die sporadisch vorkommenden Erdbeben bilden dabei das Sahnehäubchen.

Wie schon erwähnt, gibt es vier neue Karten im Spiel. Eine der Maps heißt „Azadi Palace“ und spielt in einer Art Parlamentsgebäude, welches in Teheran, der Hauptstadt des Irans, lokalisiert ist. Durch den zu Beginn Labyrinth-artig wirkenden Aufbau, sind Infanterie-Einsätze ohne die Hilfe der Kriegsvehikeln oder gar Sprengstoff recht kompliziert. Die amerikanische Seite hat folgende Vehikel zur Verfügung: Rhino, Phoenix, LAV-25 (CQ-Large) und der M1 Abrams. Die russischen Gegenspieler dürfen hingegen auf folgende Fahrzeuge zurückgreifen: Rhino, Barsuk, BMP-2M (CQ-Large) sowie  der T-90A.

Das Erdbeben hat das im Iran lokalisierte Gebiet stark in Mitleidenschaft gezogen. Vor den Spielern findet sich eine in Trümmern liegende Stadt, in der man entweder der Jäger oder der Gejagte ist. 

Die nächste Karte ist mit der Bezeichnung „Epicenter“ betitelt. Umzingelt von zerstörten Hochhäusern und aufgerissenen Straßen, spielt sich das ganze Geschehen ebenfalls in der Hauptstadt Irans ab. Durch die großen Spalten in den Straßen und den begehbaren Ruinen, ergeben sich eine Menge taktischer Optionen. Dadurch sind auch die Fahrzeuge trotz brachialer Feuerkraft schnell Opfer eines C4-Anschlags. Die russische Fraktion hat einen Rhino, einen Barsuk und je nach Server auch Helikopter und Jets. Die amerikanische Seite ist im Besitz eines Rhinos, Phoenix und - wie die russische Fraktion auch - von Helikoptern und Jets.

Die einst so idylische Stadt Teheran ist nicht wiederzuerkennen: Die restlichen Überbleibsel der millionen Metropole erinnern an eine Geisterstadt. Durch die vielen Farben, Verschachtelungen und den Rissen im Boden, muss jeder Spieler Vorsicht walten lassen!

Mit „Markaz Monolith“ gesellt sich eine weitere Urban-Warfare-Map in die Runde: Der Still der Karte sollte vielen Battlefield-Spielern bekannt sein, da es wohl eine Anspielung auf das Map-Paket von „Back to Kharkand“ ist. Wie auch bei „Epicenter“, ist das Areal in Teheran lokalisiert und von der Umweltkatastrophe komplett ruiniert. Auch hier bieten sich taktische Vorgehensweisen aufgrund der begehbaren Ruinen und den gigantischen Rissen im Boden an. Da diese Map wesentlich größer ist, als die anderen drei, fällt die Auswahl an Kriegsfahr- und -Flugzeugen größer aus. Auf der russischen Seite wartet ein Rhino, Barsuk und ein T-90 Panzer. Der WZ-11 Helikopter und das 9M133 Kornet sind ebenfalls mit von der Partie. Der amerikanischen Seite steht ein Rhino, Phoenix und ein M1A2 Abrams Panzer zur Verfügung. Mit einem AH-6-Litte-Bird-Helikopter oder dem BGM-71 TOW, lassen sich die gegnerischen Kriegsmaschinen beseitigen.

Während man in „Armored Kill“ in gigantischen Landschaften durch die Grenzen des Gegner hervorpreschen musste, wird der Kampf in „Aftermath“ in feinster Urban-Warfare-Manier ausgetragen. Mit nur einer „Smaw“ und etwas Taktik, können die umher liegenden Häuser abgeschossen werden. Die herunter fallenden Trümmer erschlagen kampierende Gegner ohne weiteres.   

Zu guter Letzt, kommt die kleinste Karte aus dem DLC-Container. Der Name „Talah Market“ sollte schon einiges über den Ort Preis geben. Das Geschehens spielt in Khorramshahr (Iran). Die Besonderheit an diesem Areal ist, dass beiden Partein jeweils nur ein Rhino und ein Phoenix zur Verfügung stehen. Freunde der „Close-Quaters“-Inhalte werden den meisten Spaß auf dieser Map haben: Das Ausmaß des Areals ist nicht groß, jedoch sehr verschachtelt und die Dächer bieten Campern sowie Taktikern im westlichen Bereich der Karte einen möglichen Scharfschützen-Spot.

Die Frostbite-2–Engine präsentiert sich wieder von der besten Seite. Wer Battlefield 3 auf dem Computer spielt und die Grafikeinstellung auf „Ultra“ dreht, wird in den Genuss von hochauflösenden Texturen und einer enorm lebendigen Atmosphäre kommen. Die Screenshots sind ebenfalls Aufnahmen aus dem Spiel selbst. Die Benutzeroberfläche lässt sich per Konsolenbefehl „UI.DrawEnable 0 ausschalten". Um das HUD wieder zu aktivieren, gibt man ledeglich "UI.DrawEnable 1" ein.

Der DLC beinhaltet aber mehr als nur Maps, die Armbrust und Kleinigkeiten in Form von Dogtags und Co: Jede Erweiterung brachte bereits einen neuen Spielmodus mit sich. Auch bei "Aftermath" geht EA dieser Tradition nach und implementiert "Scavanger" (zu deutsch: Plünderer). In diesem Modus werden alle Spieler in zwei Teams geteilt. Jeder Spieler ist lediglich mit einer sekundären Waffe und eigenem Messer ausgerüstet. Um an bessere Waffen zu kommen, muss man die Map auskundschaften und Alternativen finden. Diese sind jedoch recht offensichtlich versteckt, wodurch es kein Problem ist, schnell an eine stärkere Waffe zu gelangen.

Im Prinzip handelt es sich bei "Scavenger" jedoch um einen Conquest-Modus, in denen die Spieler nur ihre Pistolen haben und sich ihre Waffen selbst suchen müssen. Die gefundenen Waffen haben zudem nur sehr wenig Munition, sodass selbige nur für kurze Zeit genutzt werden können.

Nach nur Drei gewonnenen Runden des neuen Scavanger-Modus, können sich Aftermath-Spieler über die exklusive Armbrust ergötzen, welches Gegner mit nur einem Schuss erledigen kann.

Eines der Kerninhalte des DLCs ist die Armbrust. Diese lässt sich nach drei gewonnenen Runden "Scavanger" freischalten und anschließend im Toolkit-Slot ausrüsten. Die Armbrust kann ebenso nutzlos wie auch tödlich sein. Da Battlefield auf der Frost-Bite-2-Egine basiert, sind physikalische Gegebenheiten oft um Welten besser umgesetzt als bei vergleichbaren Ego-Shootern. So ist es auch mit der Flugbahn des Pfeiles, welcher auf hoher Distanz stetig abfällt. Daher benötigt man eine Menge Können um Gegner mit nur einem Pfeil zu erledigen. Im Standard-Modus (non-hardcore) verliert das getroffene Ziel nur rund 40 bis 80 Prozent Lebenskraft, wenn Arme oder Beine getroffen werden. Treffer an vitalen Punkten wie Kopf oder Oberkörper führen zum sofortigen Tod. DICE wollte es aber nicht beim Mittelalter-Niveau belassen und bietet drei weitere Pfeiltypen an, die durch die "Aufgaben" freigeschaltet werden können.

Neben dem Aufspür- und dem Balanzier-Bolzen, sorgt der explosive Bolzen für viel aufsehen. Dieser lässt sich ebenfalls durch diverse Aufgaben freischalten. Der Nutzen dieser Waffe ist jedoch umstritten. Wir konnten trotz explosiver Munition keine Panzer und Co. lahm legen, geschweige denn, zerstören.

Fazit

Als EA die Premium-Version von Battlefield 3und dazugehörigen DLC-Plan präsentierte, fühlten sich viele Limited-Edition-Besitzer betrogen. Da Diese schon zu Beginn mehr Geld für die Extrainhalte bezahlten. Da wir jedoch jeden vorhandene Download-Container angespielt  und auch darüber berichtet haben, können wir mit Gewissheit sagen, dass jeder einzelne DLC Battlefield 3 nicht nur erweitert sondern prägnant veränderte. Mit "Aftermath" präsentiert Entwickler DICE nun die wilde Seite des Ego-Shooters: Die Soldaten sind ebenso von der Katastrophe gezeichnet, wie die verwüsteten Areale selbst. Es prallen nicht mehr zwei gut organisierte Armeen in Einheitskluften aufeinander, sondern wilde Soldaten, die in den Ruinen einer Stadt um das Überleben kämpfen. 

Leider war die sagenumwobene Armbrust eine Enttäuschung. Aufgrund der schwachen Feuerrate, den Ladezeiten und der Komplexität ist das Kämpfen mit dieser Waffe selbst für Battlefield-Urgestein ein sehr schwieriges Unterfangen. Selbst die explosiven Bolzen konnten nicht von sich überzeugen, da die Flugbahn wesentlich schlechter kalkulierbar war und die Sprengkraft zu wünschen übrig lies. Dennoch kann die Armbrust bei gezielten Schüssen Gegner im Handumdrehen ausschalten.

Nichtsdestotrotz konnte uns das Gesamtpaket bestehend aus beeindruckenden Maps, neuen Aufgaben und einem neuen Spielmodus überzeugen. Auch die modifizierten Fahrzeuge sind bereits gut ausbalanciert und stärker denn je. Dennoch bieten sich dem geübten Angreifer massive Schwachpunkte, wodurch auch die neuen Vehikel mit einer passenden Ladung C4 kein Problem darstellen werden. Mit "Aftermath" werden Battlefield-Spieler noch eine lange und schöne Zeit vor der Konsole oder dem Computer verbringen können. Die Dauer bis zu "Endgame" lässt sich ebenfalls überstehen, ohne, dass Langeweile aufkommt.

"Aftermath" ist seit dem 4. Dezember für Premium-Spieler kostenlos erhältlich. Natürlich kann die Erweiterung auch von Besitzern des Spiels ohne den Zusatz erworben werden: Am 18. Dezember lässt sich der DLC für rund 15 Euro kaufen. 

„Aftermath“ sowie auch den Premium-Zusatz von Battlefield 3, findet ihr bei Origin oder Amazon.

Kommentare

Ich habe mich so auf die Armbrust mit der Sprengmunition gefreut, aber diese absurden Flugbögen der Bolzen kann sich ja keiner ansehen. Die Armbrust macht auch zu wenig Schaden, vor allem die Sprengmunition. Map-Technisch kann ich kaum was sagen, da ich zwar die Maps zocke, aber die gehören nicht zu meinen Favoriten. Anstatt wieder so mittel-große Maps zu bringen, hätten sie wieder eine kleine wie z.B. Noshar Canals TDM rausbringen können. Naja, da ich Premium bereits gekauft habe, habe ich automatisch AM bekommen. Mit dem jetzigen Eindruck aber, hätte ich es mir nicht separat gekauft.

geschrieben am 18.12.2012 um 11:47 Uhr

Ich hatte mir damals die Limited Edition gekauft und kam mir etwas verarscht vor, als man sich kurze Zeit später die Premium Edition kaufen konnte mit allen DLCs für nur paar Euro mehr...wenn ich alle DLCs spielen will muss ich jetzt nochmal 45 Euro bezahlen (CQ hab ich schon).
Vllt werd ich mir die restlichen DLCs kaufen, wenn sie mal im Angebot sind. Aber im großen und ganzen eine weitere Verarsche von einem der großen Publisher

geschrieben am 19.12.2012 um 09:48 Uhr

Jap als Limited Edition Käufer hab ich mich auch ein wenig veräppelt gefühlt. Aber Geldziehen...das kennt man ja von EA mittlerweile ;)

geschrieben am 19.12.2012 um 15:02 Uhr

Die Premium Edition kam aber auch erst fast 5 Monate später.Das es da nen Preisverfall gibt,um noch ein paar Spieler mehr anzulocken,ist doch völlig normal.Nicht nur in dieser Branche.^^
Ich kann ja viel Kritik an EA/Dice/Origin etc. verstehen und bei manchem bin ich auch einer Meinung aber diesen Vorwurf sehe ich ganz ehrlich als Stuss an!
Zum DLC.Mir persönlich gefällt er extrem gut,halte es sogar für das beste DLC bisher.
Der Scavenger-Modus interessiert mich nicht,nur solange gespielt,bis die Aufträge erfüllt waren.
Selbes gilt für den Bogen,auch nur zum erfüllen der Aufträge gespielt und gleich wieder weg mit dem Ding.
Aber die Maps,die finde ich richtig gut gemacht.Verdammt viel Aktion
(sofern nicht überall Sniper rumhocken,Danke Sniperlimiter :D).
Vertikales Gameplay,Gänge hier und da,Erdbeben,die einem das Treffen auch noch erschweren usw.
Das einzige was mich stört ist,das man wie in Battlefield gewohnt,ja wirklich an jedem Grashalm hängen bleibt.
Und gerade bei Aftermath liegt einem ja alles vor den Füßen rum,so daß man eigentlich ständig irgendwo hängen bleibt. :(
Aber alles in allem finde ich es super und ich bereue es zu keiner Zeit ~48 € für die Limited Edition und dann noch mal 49,99 € für Premium bezahlt zu haben.
Bei meiner Spielzeit und ich spiele nahezu ausschließlich BF3 hat sich das schon locker 3x bezahlt gemacht.^^

geschrieben am 19.12.2012 um 17:12 Uhr

Ich habe nur noch 30€ für das Premium bezahlt da fühlt man sich nicht so ganz verarscht. Aber Spaß macht es trotzdem. :)

geschrieben am 29.01.2013 um 19:19 Uhr

Habe mir auch Premium für damals 38 gekauft, aber so wirklich gelohnt hat sich das ganze meiner Meinung nach nicht (ich habe mir die Spezial Edition mit Back to Karkand geholt und dann noch Premium -.-). Die neuen Maps und Modis sind zwar schön und gut, dennoch gefallen mir die alteingesessenen Maps (Kharg Island, Caspian Border, Operation Firestorm, ...) sehr viel besser und das sieht man auch an der Anzahl der Verfügbaren Servern das es nicht nur mir so geht.

geschrieben am 30.01.2013 um 09:11 Uhr

Die Liste der Beiträge wurde auf die 6 neuesten begrenzt.
Den gesamten Thread kannst Du im Forum lesen.

Zum Thread im Forum