Test: Tesoro Zone Balance TS-F710

Immer mehr Hersteller wagen den Schritt ins Geschäft der Gaming-Stühle. So hat auch Tesoro Ende letzten Jahres den Versuch gestartet und den Zone Balance F710 auf den Markt gebracht. Überzeugen soll vor allem die üppige Ausstattung bei einem niedrigen Preispunkt, jedoch gibt es bereits viele Konkurrenten mit guten Alternativen. Ob hier Tesoros Stuhl hervorstechen kann, klären wir in diesem Test.


Tesoro ist bisher vor allem für seine preiswerte Peripherie bekannt. Nun versucht sich der Hersteller allerdings auch im Markt der Gaming-Chairs. Das Startmodell ist der Zone Balance TS-F710, welches ebenfalls relativ preiswert daherkommt. Dennoch soll der F710 gut ausgestattet sein und auch qualitativ überzeugen.

Vergleichsmodell ist hier Corsairs T1 Race, welches wir vor einiger Zeit bereits im Test hatten. Das T1 konnte durch eine hohe Qualität und hohem Komfort überzeugen, was ihm auch unsere Redaktionsempfehlung eingebracht hatte - kostet aber auch erheblich mehr. Ob das F710 - auch in Anbetracht des niedrigeren Preises - hier mithalten kann, klären wir im Folgenden.

Lieferumfang

Der F710 kommt in einem großen, braunen Karton, welcher mit dem Tesoro Logo und dem Modellnamen bedruckt ist. Alle Einzelteile sind ordentlich und sicher verpackt, die Armlehnen sind bereits an der Sitzfläche montiert. Zum weiteren Lieferumfang gehören noch die Sitzlehne, die Basis, fünf Rollen, die Metallkonstruktion zur Einstellung der Sitzposition, die Nacken- sowie Lordosen-Stütze, die Gasdruckfeder, zwei Blenden, die mitgelieferten Schrauben und die Aufbauanleitung.

Verarbeitung und Ausstattung

Der Stuhl kommt in drei verschiedenen Farbgebungen: Schwarz, Schwarz-Rot und wie unser Testmuster in Schwarz-Weiß. Der Stuhl an sich besteht aus einem Stahlrohr-Konstrukt, welches mit PU-Kaltschaum ausgepolstert und mit PU-Leder überzogen ist. Das Kunstleder bietet ein gewisses 3D-Muster, auf Bestickungen, Echtleder oder Perforierung muss aber wohl oder übel verzichtet werden. Die Nähte sind zum größten Teil sehr gut verarbeitet, nur auf der Seite der Lehne schauen zwei weiße Nähte ein wenig heraus.

Auf der Unterseite der Sitzeinheit finden sich unter anderem auch noch Elastikbänder, die das Durchdrücken des Kaltschaums verhindern. Die Armlehnen sind 3D-Verstellbar und machen einen guten Eindruck, allerdings sind diese nicht so hochwertig wie Corsairs 4D-Armlehnen am T1-Modell. Die Gussstählerne Basis zeigt leider viele unsaubere Stellen und auch die Blenden an den Seiten der Rückenlehne liegen nicht richtig auf und wackeln zudem, mit nur einer Schraube befestigt, enorm herum.

Eine integrierte Lordosenstütze gibt es zwar nicht, aber hierfür gibt es diese neben einer Nackenstütze auch in Form externer Stützen. Beide Stützkissen lassen sich einfach an der Rückenlehne befestigen. Mit dem Hebel unter dem Sitz lässt sich die Höhe um acht Zentimeter stufenlos variieren und die Kippfunktion sperren beziehungsweise freigeben. Zu Letzterem gibt es auch einen Drehknopf, mit dem sich die Kippstärke ebenfalls stufenlos einstellen lässt. Die Rückenlehne lässt sich auf bis zu 180 Grad kippen und die mitgelieferten Rollen lassen den Stuhl auf weichen sowie auf harten Böden gut vorankommen.

Insgesamt ist die Verarbeitung bis auf ein paar wenige Ausnahmen durchweg gut. Auch die Ausstattung ist für diese Preisklasse verdächtig gut, aber dazu im Fazit mehr.

Alle Informationen in der Übersicht

Tesoro Zone Balance TS-F710
GesamthöheCa. 127 cm - 135 cm
Breite (Schulterhöhe/Beckenhöhe)/Höhe RückenlehneCa. 57 cm / 50 cm / 78 cm
Breite (Außenmaß/Innenmaß)/Tiefe SitzflächeCa. 57 cm / 38 cm / 55 cm
Gesamtgewicht26 Kg
MaterialienStahl (Guss), Hartplastik, PU-Kaltschaum, Kunstleder (Polyurethan)
Maximalbelastung120 Kg
Maximale KörpergrößeK.A. (optimal bis 180 cm)
Anpassung RückenlehneVerstellbar von 90° bis 180°
Anpassung ArmlehneSechsstufig verstellbar
Anpassung SitzflächeStufenlos per Gasdruckfeder (Gasfeder Klasse 4, Hubhöhe 8 cm)
Zubehör

Kopf- und Lendenkissen

Aufbau und Praxistest

Mit der unkomplizierten Anleitung und dem wenigen Teilen ist der Aufbau denkbar einfach. Alle Aufbauschritte ließen sich mit dem mitgelieferten Werkzeug problemlos bewerkstelligen. Ungeübte brauchen wahrscheinlich nicht mal 30 Minuten.

Nach dem Aufbau hat man dann den Stuhl - also erstmal Probesitzen. Hier fällt auf, dass der Sitz ein wenig hart ist, aber dennoch bequem. Die Sitzfläche und die Rückenlehne sind, anders als beim Corsair T1 Race, sehr breit ausgelegt. Egal welche Körperstatur man hat, man findet immer gemütlich Platz. Wichtig ist hier nur die Größe, denn ist man weit größer als 1,80m, bekommt man ein paar Probleme. Die Sitzfläche ist dann nicht mehr lang genug und die Rückenlehne nicht so hoch, weshalb man dann mit dem Kopf über der Kopfstütze hinaus hängt.

Die zusätzlichen Stützkissen sind optimal weich und stützen den Rücken sowie den Nacken, so wie sie es sollen. Allerdings ist die Nackenstütze ein wenig zu groß geraten und ist man von der Körpergröße her ein wenig kleiner, lässt sie sich nur noch mit provisorischen Mitteln auf geeigneter Höhe befestigen. Insgesamt ist der Sitzkomfort aber absolut ausreichend, auch nach längeren Spiele-Sessions sind keine Rückenschmerzen oder sonstiges aufgetreten.

Die verschiedenen Einstellmöglichkeiten lassen sich schnell und einfach nutzen. Vor allem die Rückenlehne lässt sich rasch und sicher einstellen, der gesamte Stuhl bleibt dabei immer stabil stehen. Einzig in der Liegeposition könte es ein wenig kritisch werden. Die Armlehnen sind im Test positiv aufgefallen, sie lassen sich gut einstellen, sind nicht zu klein und geben für einen höheren Komfort leicht nach.

Fazit

Tesoros Einsteiger-Stuhl machte im Test eine gute Figur. In Sachen Komfort macht er Einiges richtig und Ausstattungstechisch gibt es eigentlich nichts zu beanstanden. Nur im Bereich der Qualität und Verarbeitung muss Tesoro noch ein wenig nachlegen, vor allem die misslungenen Blenden geben einen salzigen Nachgeschmack. Preislich macht der TS-F710 aber alles richtig: Für ca. 164 Euro lässt sich der Stuhl bei diversen Händlern erstehen, was für diese Ausstattung ein mehr als fairer Preis ist.

Tesoros erster Gaming-Chair kann vieles dessen, was auch das Vergleichsmodell von Corsair kann. Corsairs T1 legt zwar in Sachen Qualität und Komfort noch mal eine große Schippe drauf, allerdings kostet dessen Modell auch weit über 100 Euro mehr. Damit ist das TS-F710 nicht nur ein guter Gaming-Stuhl, sondern gleichzeitig auch ein Preis-Leistungstipp. Aus diesem Grund gibt es auch unsere Redaktionsempfehlung.

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