Test: Drobo 5N NAS-System

Möchte man sich einen Netzwerkspeicher zulegen, so stößt man sofort auf Anbieter wie Netgear, Synology oder QNAP. Hierzulande ist der amerikanische Anbieter Drobo wenig bekannt, obwohl dessen Konzept vielversprechend klingt. Aus diesem Grund nehmen wir das Drobo 5N NAS-System genauer unter die Lupe, welches auch für Endbenutzer mit wenig Vorkenntnissen geeignet sein soll. Wie es sich im Test schlägt und welche Vorteile das Drobo 5N hat, zeigt sich im Test.


Wenn Dateien unkompliziert, schnell und sicher innerhalb des eigenen Netzwerkes mit anderen Nutzern ausgetauscht werden sollen oder schlicht der Speicher kanpp wird, so kommt man um ein sogenanntes NAS-System oft nicht herum. Doch der Markt ist groß und der Einrichtungsprozess für Laien in der Regel viel zu kompliziert. Mit dem Drobo 5N hat der kalifornische Hersteller von Speicherlösungen ein NAS-System im Angebot, welches genau dieses Problem beiseiteschaffen soll. Es ist in wenigen Minuten betriebsbereit, nimmt bis zu fünf 3,5"-HDDs auf und kommt mit der eigenen "BeyondRAID-Technologie". Was es damit auf sich hat und wie sich das Drobo 5N in der Praxis schlägt, lest ihr im Test.

Lieferumfang und Design

Neben dem Drobo 5N selbst liegt ein Stromkabel, ein Ethernet-Kabel, der übliche Papierkram und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Einrichtung dem Lieferumfang bei. Damit hat man schon fast alles, was man zum Betreiben des 5N braucht. Es fehlen ansonsten nur passende Datenträger in Form von Festplatten oder SSDs.

Das Design ist auf den ersten Blick sehr schlicht und modern, selbst ein Betrieb auf dem Schreibtisch ist dadurch problemlos möglich. Die Seitenteile sind aus matt-schwarzem Aluminium, hinten sieht man durch das Gitter den 120mm-Lüfter, den Strom- und Ethernet-Anschluss sowie den Ein-/Ausschalter. Auf der Unterseite gibt es ein Fach für eine M.2-SSD, die Front wird durch eine magnetische Hochglanzblende verdeckt. Hinter dieser findet man die Einschübe für die Festplatten, neben jedem Einschub gibt es außerdem eine LED die den derzeitigen Status anzeigt. Zusätzlich sind unter den Einschüben noch die LEDs, die den Gerätestatus anzeigen.

Insgesamt ist das Aussehen also unauffällig und modern. Falls einem die LEDs zu hell sind, kann man diese auch herunterdimmen oder komplett ausschalten. So muss der Standort nicht unbedingt der Technikraum sein, auch in Wohn-/Arbeitsräumen passt das 5N gut hinein.

Einrichtung

Warum die Einrichtung in einem eigenen Punkt gefasst? Nun, das ist genauso selbstverständlich wie widersprüchlich. Denn sie ist sehr, sehr einfach. Mindestens zwei Festplatten nach Wahl in das Gehäuse schieben, das NAS über den Router oder einen Switch an das Netzwerk anschließen und einschalten. Den Rest übernimmt das Drobo 5N. Praktisch kinderleicht.

Natürlich ist es damit nicht genug, aber dass direkt danach das NAS-System betriebsbereit zur Verfügung steh ist nicht gerade selbstverständlich. Weiter geht es dann mit Drobos eigener Dashboard-Software, in der der Nutzer die Einrichtung abschließt. Über das Dashboard kann man das 5N weiterhin einstellen, den Status einsehen oder auch zusätzliche Apps installieren kann, wobei es sich bei den "Apps" wohl eher um Plugins handelt.

Praxistest

Ein wesentlicher Unterschied gegenüber der Konkurrenz ist die Tatsache, dass das 5N kein eigenes User Interface zur Verfügung stellt, sondern ausschließlich über die Software Drobo Dashboard bedient wird. Diese kann auf der Herstellerseite kostenlos heruntergeladen werden.

Nachdem eine physische Verbindung des NAS mit dem Netz hergestellt wurde, müssen zunächst die weiteren Anweisungen im Dashboard befolgt werden. Positiv aufgefallen ist, dass man sich sichtlich Mühe gegeben hat, die Konfiguration auch für Laien verständlich vorzubereiten und bei Problemen mit passenden Tipps zu unterstützen. Nach ein bisschen Klick- und Tipparbeit sollte das NAS samt der Festplatten von der Dashboard-Software automatisch im Netzwerk erkannt werden. So einfach und so schnell kann es gehen.

Im laufenden Betrieb bekommt der Nutzer in der Übersicht eine visuelle Darstellung der verbundenen Drobo-Geräte und deren aktuellen Systemzustand. Klickt man auf ein Gerät, wird dieses vergrößert mit zusätzlichen Informationen und den aktuell verbauten Datenträgern verbaut. Der Hersteller arbeitet hier mit übersichtlichen Grafiken und aufgeräumten Gesamtanzeigen, wodurch man sich schnell zurechtfinden kann.

Die Nutzerverwaltung ist recht einfach gestrikt und setzt sich zusammen aus einem Bereich für Benutzer und einem für die Ordner. Verknüpft werden kann dann nach Belieben, wobei entweder nur ein Lesezugriff oder zusätzlich ein Schreibzugriff gewährt werden kann.

Weiterhin gibt es mit den sogenannten Drobo Apps noch eine Möglichkeit, zusätzliche Funktionen zu aktivieren. Diese Plugins lassen sich bei Bedarf schnell herunterladen und per Häkchen ein- oder ausschalten. Angeboten werden derzeit unter anderem entsprechende Anwendungen für Wordpress, Apache und Owncloud.

Natürlich erwartet man beim Datenaustausch auch, dass dieser nicht ewig dauert. Das Drobo 5N zeigt hier gute Lese- und Schreibgeschwindigkeiten vor. Lesend konnte es die Gigabit-Verbindung beinahe voll auslasten. Hier kommt man auf knappe 112MB/s. Schreibend sind die erreichten 85MB/s natürlich nicht das Maximum der Gigabit-Ethernet-Leitung, aber dennoch alltagstauglich.

Auch in der Praxis kommen die Geschwindigkeiten dem Testwerten nahe. Lesend schwankte es in der Regel zwischen 100MB/s und 110MB/s, beim Schreiben erreichte man rund 75MB/s bis 80MB/s. Damit bewegt man sich bereits im Bereich, in dem die meisten vergleichbaren NAS-Systeme an ihre Grenzen stoßen.

Kommen wir zur Technik im System. Um das NAS-System zu betreiben, braucht es mindestens zwei Festplatten. Denn beim 5N werden alle Daten auf 2 Festplatten gespiegelt. Sollte anschließend eine ausfallen kommt es zu keinem Datenverlust. Das Ganze wird auch RAID-1 genannt. Nachteil bei der Sache ist die halbierte Kapazität und der mögliche "Bottleneck". Setzt man beispielsweise eine 1TB und eine 2TB Festplatte ein, so bleiben einem dennoch nur 1TB Speicher. Begrüßenswert ist wiederum, dass Kapazität und Hersteller prinzipiell keine Rolle spielen und bliebig kombiniert werden können.

Setzt man drei oder mehr Festplatten ein, so wechselt das 5N auf RAID-5. Wobei hier das Verfahren eher nur Ähnlichkeiten aufzeigt, Drobo selbst nennt es "BeyondRAID-Technologie". Der Vorteil ist hier mehr Effizienz bei unterschiedlichen Festplattengrößen. Der Nachteil bei der Sache ist die dadurch verlorene Kapazität, das wird durch unterschiedliche Festplattengrößen noch einmal kniffliger. Dieser Rechner hilft Euch, den Speicher auszurechnen, den man je nach Konfiguration zu Verfügung hätte.

Fazit

Das Drobo 5N kann vor allem im privaten Einsatz punkten. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das 5N zwar sehr spartanisch ausgestattet, womit fortgeschrittene Nutzer einige Features vermissen dürften. Das ist hier aber auch nicht das primäre Ziel, denn durch die kinderleichte Handhabung ist es perfekt für den Einsatz im eigenen zu Hause oder in einem Home-Office geeignet, vor allem wenn man sich eine zeitaufwende Einrichtung sparen möchte. Quasi "idiotensicher".

Eine Stärke des 5N ist auch die Sicherheit, denn durch die "BeyondRAID-Technologie" ist ein Datenverlust fast unmöglich. Nachteil hier ist aber, dass durch diese Technik ein Teil an Speicherplatz nicht genutzt werden kann. Ein Kompromiss, der aber hinzunehmen ist und aus unserer Sicht vor allem für unerfahrenere Nutzer der richtige Schritt ist.

Natürlich ist auch der Preis wichtig: zurzeit muss man für das Drobo 5N 349 Euro blechen. Im Vergleich zu anderen NAS-Systemen ein stolzer Preis, denn Festplatten sind hier nicht mit eingerechnet. Dafür bekommt man ein absolut sicheres und unkompliziertes NAS-System, welches sich beliebig erweitern lässt und durch das moderne Design auch perfekt auf den Schreibtisch passt. Aus diesem Grund sprechen wir dem Drobo 5N unsere Redaktionsempfehlung aus.

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Ilias

Datum:
05.12.2017 | 19:18 Uhr
Rubrik:
Sonstiges
Tags:
Drobo Drobo 5N NAS System NAS; Netzwerk Netzwerktechnik

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