Test: Corsair Commander Pro, Lighting Node Pro und HD140 RGB LED im Test

Während eine angemessene Kühlung und Temperaturüberwachung in den Augen vieler PC-Nutzer längst unentbehrlich ist, erfreuen sich auch anpassbare RGB-Beleuchtungen in jeglicher Form immer größerer Beliebtheit. Der Commander Pro von Corsair in Kombination mit dem Lighting Node Pro soll dem Nutzer in dieser Hinsicht die perfekte Kontrolle geben. Ob das Konzept in der Praxis überzeugt, zeigen wir euch hier.


Corsair bastelt bereits seit Jahren an seinem Link-System, um verschiedene Komponenten innerhalb eines Rechners möglichst einfach zu vernetzen. Mittlerweile konnte der Hersteller auch ein umfangreiches Knowhow sammeln, welches aus den Bereichen Netzteile, Lüfter, Kühler, Speicher und Beleuchtung stammt. Die aktuellste Komplettlösung für diesen Zweck ist der sogenannte Commander Pro, welcher mehrere Lüfter und Temperatursensoren überwachen kann, unterstützt durch den Lighting Node Pro, der sich um die Steuerung der RGB-Beleuchtung kümmert. Entsprechende Testmuster landeten kürzlich in unserer Redaktion.

Zusätzlich testen wir im Rahmen unseres Reviews zwei Exemplare des Lüftermodells HD140 mit 140mm, welche Corsair in Form des HD120 auch im 120mm-Format anbietet. Vorweg sei gesagt, dass die RGB-fähigen Lüfter, geschweige denn das gesamte Commander-System, alles andere als ein Schnäppchen ist. Doch dem Preis widmen wir uns im Fazit noch einmal genauer.

Zunächst stellt sich beim Einbau der Testkomponenten die Frage, welches Gehäuse geeignet ist. Grundsätzlich empfielt sich zunächst natürlich ein Case, welches mindestens über ein Seitenfenster verfügt. Je mehr die Beleuchtung nach außen in Erscheinung treten soll, desto offener sollte das Gehäuse konzipiert sein. Für einen praxisnahen Test haben wir uns letztlich entschieden, den hauseigenen Midi-Tower Corsair Clear 400C als Basis zu nutzen. Dieser verfügt über ein besonders großes Seitenfenster, ist ansonsten aber recht kompakt und designtechnisch relativ unauffällig gehalten.

Corsair Commander Pro

Wie sich vielleicht am Namen erkennen lässt, bildet der Commander Pro die zentrale Steuerungseinheit und damit das Kernstück im Link-System. Das Gerät selbst hat die Form einer kleinen und flachen, rund 1,5cm dicken Box, welche an zwei Seiten jeweils eine Reihe an Anschlüssen besitzt. Zum Lieferumfang gehören neben den beiliegenden Papieren noch zwei RGB-Hub-Kabel, jeweils vier Temperatursensoren sowie Verlängerungskabel für Lüfter und zuletzt etwas doppelseitiges Klebeband.

An Anschlüssen gibt es beim Gerät einmal SATA für die Stromversorgung und USB 2.0 9-Pin für den Datenaustausch über das Mainboard. Für die Anbindung der Lüfter gibt es sechs mal 4-Pin PWM, woran sich sowohl 4-Pin-, als auch 3-Pin-Lüfter betreiben lassen. Außerdem gibt es noch zwei mal 3-Pin für die beiden RGB-LED-Kanäle. Auf der anderen Seite finden sich noch einmal zwei USB 2.0-Anschlüsse im 9-Pin-Format - einen davon belegt bereits die Lighting Pro, den anderen kann man bei Bedarf aber auch anderseitig benutzen. Abschließend gibt es noch vier Anschlüsse für die Temperatursensoren.

Eine feste Montage des Commander Pro ist nicht vorgesehen, zumindest besitzt dieser hierfür keine Aussparungen oder ähnliches. Er kann aufgrund der geringen Größe aber quasi an beliebiger Stelle im Gehäuse selbst verstaut werden, wozu auch das doppelseitige Klebeband genutzt werden kann. Empfehlenswert wäre beispielsweise ein Plätzchen hinter dem Mainboard oder versteckt in einer Blende.

Auch Knöpfe oder Regler gibt es nicht, denn die gesamte Überwachung und Steuerung wird später über die Corsair Link-Software laufen. Optimalerweise sieht man den kleinen Kasten samt Kabeln nach der Montage also nicht mehr wieder. Vorausgesetzt wird für den Betrieb lediglich ein aktuelles Windows (7, 8 oder 10) und natürlich Corsair Link.

Corsair Lighting Node Pro

Die Lighting Node Pro ist speziell für die Steuerung von RGB-Beleuchtungen konzipiert und erlaubt hier die Anbindung von zwei LED-Kanälen. Pro Kanal können maximal vier Corsair-Leuchtstreifen oder drei RGB-Lüfter von Corsair angesteuert werden. Da auch der Commander Pro bereits zwei Kanäle ansteuern kann, sind zusammen vier Kanäle möglich - theoretisch werden also bis zu 16 LED-Streifen oder bis zu 12 Lüfter unterstützt. Zwar können die Bänder jeweils unterschiedliche Farben darstellen, eine gezielte Ansteuerung einzelner LEDs über einen Kanal ist aber nicht möglich.

Zum Lieferumfang der Lighting Node Pro gehören standardmäßig vier LED-Streifen, welche jeweils 40cm lang sind und zehn RGB-LEDs besitzen. Insgesamt ergeben sich also 40 LEDs auf einer Länge von 160cm, die sich auch magnetisch anhängen lassen. Bei Bedarf kann zwischen den LED-Streifen zudem ein 35cm langes, schwarzes Verlängerungskabel anheften, auch hier legt Corsair 4 Stück dem Lieferumfang bei. Da Corsair zwei LED-Hub-Kabel beilegt, können die Streifen in zwei einzelne Kanäle aufgeteilt werden, zudem liegt auch hier wieder doppelseitiges Klebeband zur Montage der LEDs bei.

Das Gerät selbst ist wesentlich kleiner als der Commander Pro und verfügt lediglich über die beiden LED-Kanal-Anschlüsse. Für die Stromversorgung gibt es wieder einmal SATA und für den Informationsaustausch mit dem Mainboard beziehungsweise dem Commander Pro einen microUSB-Port, der via Adapter an USB 2.0 9-Pin angeschlossen wird.

Corsair HD140 RGB Lüfter

Die letzte Komponente, oder besser gesagt die letzten Komponenten finden sich in der Verpackung des Corsair HD140 RGB-Sets. Dort enthalten sind neben zwei Lüftern (inkl. 8 Schrauben) noch ein kleiner Controller, an den sich bis zu 6 Lüfter anschließen lassen. Außerdem gibt es noch eine kompakte Fernbedienung, mit dessen Hilfe sich die Beleuchtung in der Farbe, dem gewünschten Effekt und der Effektgeschwindigkeit einstellen lässt. Steuern lassen sich diese Parameter aber auch direkt über Corsair Link über Windows, was vermutlich auch die elegantere Lösung ist.

Als Geschwindigkeit der HD140 RGB gibt Corsair offiziell 600 bis 1350 Umdrehungen pro Minute an, der Lärmpegel soll dabei zwischen 18 und 28,6db(A) betragen. Die Lüfter selbst besitzen sieben eigenständige LEDs, die auch kraftvoll und klar leuchten. Sie messen 140 x 140 x 25mm, wobei auch kleinere Lüfter in Form des HD120 und SP120 angeboten werden.

Praxistest mit Corsair Link

Das Verlegen der einzelnen Teile war mit einigem Aufwand verbunden, da man besonders die vielen Kabel im Regelfall möglichst verstecken möchte. Außerdem muss bedacht werden, dass die Komponenten zusammen drei SATA-Anschlüsse des Netzteils belegen - je nach PSU-Modell kann es also schnell eng mit weiteren Datenträgern werden. Das Anschließen der Lüfter und Beleuchtungen ging aber in gewohnter Weise und ohne Probleme. Praktischerweise konnten die magnetischen LED-Streifen bei unserem Testgehäuse direkt ohne Kleber oder ähnliches angehängt werden.

Nach der ersten Inbetriebnahme leuchten sämtliche LEDs zunächst in wechselnden Regenbogenfarben, was die meisten Nutzer zu Beginn sicherlich auch am meisten beeindruckt. Das Licht strahlte in unserem Clear 400C nicht nur durch das getönte Seitenfenster, sondern auch nach hinten und vorne leicht heraus. Während bei den RGB-Streifen die einzelnen LEDs klar getrennt sind, ist das Licht der RGB-Lüfter "weicher" und damit besser verteilt.

Wie bereits erwähnt, nennt Corsair seine zentrale Steuerungssoftware "Link" (Download-Link, ca. 40MB). Damit lassen sich alle zuvor vorgestellten Komponenten überwachen und einstellen. Nach der Installation sucht die Software automatisch nach verbundenen Geräten, weshalb die Einrichtung im Optimalfall keine weiteren Eingaben erfordert. Auch Informationen über CPU, GPU und Speicher werden, soweit vom System unterstützt, selbstständig zusammengefasst und angezeigt.

Die Steuerungsmöglichkeiten umfassen jeden Lüfter einzeln, in unserem Test klappte das auch mit herstellerfremden Modellen. Dabei kann der jeweilige Lüfter auf Wunsch auch ausgeschaltet und wieder neu angedreht werden.

Für die Lüfter lassen sich entweder vorgefertigte Profile beziehungsweise Lüfterkurven verwenden oder der Nutzer erstellt eigene. Beispielsweise lässt sich festlegen, wie jeder Lüfter in Abhängigkeit der Temperatur einer bestimmten Komponente drehen soll. Als Maßstab kann hier jede Temperatur festgelegt werden, welche von Corsair Link registriert wird. Auch bestimmte Grenzwerte lassen sich festlegen, zum Beispiel dass bei Überschreiten einer bestimmten Temperatur alle LEDs rot leuchten oder der Rechner sich gar von alleine herunterfährt.

Eine Visualisierung hat Corsair Link ebenfalls zu bieten. Besonders extravagant ist die Lösung nicht, dafür aber zweckdienlich: In dem Innenraum einer Art Standard-Gehäuse werden die einzelnen Temperaturwerte, Umdrehungen und LED-Farben aufgelistet. Die Felder können auch einzeln neu benannt und via Drag-and-Drop innerhalb des Gehäusea platziert werden. Am besten tut man dies so, wie die entsprechenden Komponenten auch tatsächlich montiert sind.

Fazit

Mit dem Gesamtergebnis, welches wir aus dem Commander Pro, Lighting Node Pro und den beiden HD140-Lüftern konstruiert haben, sind wir durchaus zufrieden. Obwohl mehrere, unterschiedliche Aufgebenfelder bewältigt werden, ist das System logisch aufgebaut und für den geplanten Funktionsumfang bezüglich der Anschlüsse und des Zubehörs ausreichend dimensioniert.

Der Commander Pro hat in Kombination mit der Link-Software einen sehr hohen Funktionsumfang und schafft es auch tatsächlich, eine Vielzahl an relevanten Informationen zu einem großen Teil automatisch zu erfassen und übersichtlich darzustellen. Die Steuerungsmöglichkeiten sind dabei umfangreich und äußerst präzise.

Der Lighting Node Pro erlaubt zwar lediglich Spielereien mit der Beleuchtung. Dafür gibt es aber auch vier LED-Streifen samt Verlängerungskabel mitgeliefert. Das RGB-Highlight stellen aber die beiden Lüfter dar, welche die größte Aufmerksamkeit auf sich lenken. Diese sind jedoch nicht im Lieferumfang enthalten und müssen zusätzlich erworben werden.

In der Summe ist Corsair Link in Kombination mit den vorgestellten Komponenten ein umfangreich ausgestattetes und ausgereiftes Produkt. Der Knackpunkt liegt letztlich beim Preis: Rund 70 Euro für den Commander Pro, 55 Euro für das Lighting Node Pro und weitere 60 Euro für das HD140-Set ergeben insgesamt stolze 185 Euro. Je nach Budget kann das einen außerordentlich großen Kostenanteil des Systems darstellen und auch beim Nachrüsten dürfte die Entscheidung zum Kauf sicherlich nicht immer leicht fallen. Da Corsair aber auch etwas für's Geld bietet, verleihen wir dem Link-Bundle unsere Redaktionsempfehlung.

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