Feature: Hilfe, ich habe mir ein Apple iPad gekauft!

Android und iOS sind die dominierenden Mobil-Betriebssysteme am Markt. Inzwischen hat sich allerdings herauskristallisiert, wer im Tablet-Sektor die Vormacht hat. Grund genug, als hart eingefleischter Android-Nutzer dem Erzrivalen Apple mit iOS und dem iPad eine Chance zu geben. Eine Kolumne von Issam Ammour.


Apple gegen den Rest der Welt - so ähnlich würde manch einer den Konkurrenzkampf im Tablet-Markt titulieren. Fast hört es sich nach David und Goliath an, wenn man den Smartphone-Markt als Querreferenz heranzieht. So sieht es aber bei den flachen Touchscreen-Computern allerdings nicht aus. Denn Apple dominiert, zeigte mit den aktualisierten Pro-Ablegern mit 10.5- und 12.9-Zoll-Display, wohin die Reise hingehen kann. Ich als hartgesottener Apple-Verweigerer bin weich geworden - und der Grund liegt nicht am reinen Haben-Wollen-Effekt, "weil Apple": Das Unternehmen aus Cupertino vereint schnellste Technik mit iOS11 und verwendet für die Anzeige ein neuartiges 120Hz-Display, das beim Ausprobieren im Laden den Kaufreiz ausgelöst hat. 

Das Objekt der Begierde: Apple iPad Pro 10.5 256GB WiFi + Cellular

Tablets - Nice to Have

Ich besaß im Laufe der Zeit so einige Tablets, welche primär für den Medienkonsum oder das Lesen und maximal zum Beantworten von Emails genutzt wurden. Für viel mehr ist ein Gerät dieser Klasse meiner Meinung nach nicht zu gebrauchen. Und mit genau dieser Einstellung ging ich meiner Ausprobierlust nach. Mein Asus ZenPad 3S10 wurde nach einer gewissen Zeit langweilig, ausprobiert habe ich dann das aktuelle Samsung Flaggschiff Galaxy Tab S3 mit dem dazugehörigen S-Pen - doch so richtig wollte der Funke nicht überspringen. Mir fehlte das gewisse Etwas, was Neues. Denn Googles Bemühungen um eine direktere Anpassung von Android für Tablets sind inzwischen bekanntermaßen bescheiden. Und viel mehr als das Galaxy Tab S3 bietet in meinen Augen kein Top-Android-Tablet, weshalb ich mich nun doch mal gewagt habe, über den Tellerrand zu schauen...

Da ist Apple - mit einem hochmodernen Tablet und Haben-Will-Technik

...und mal Apple die Chance zu geben. Die Wahl fiel natürlich auf ein Modell der aktuellen Baureihe, also ein iPad Pro aus dem Jahre 2017 mit dem 120 Hertz-Display, das für besonders flüssige Darstellung der Inhalte sorgen soll. Im Hardware-Fachmarkt um die Ecke kurz ausprobiert, war für mich klar, dass es doch ein iPad werden soll - testweise. Die restliche Ausstattung kann sich da ebenfalls sehen lassen: A10-Twister-CPU, 4GB Arbeitsspeicher, 256GB Speicher-Variante, LTE für meine Daten-SIM-Karte - das Display ist 10.5 Zoll groß - also das, was in etwa meine Android-Tablets in der Vergangenheit mitgebracht haben. Kurz gesagt: Apple iPad Pro 10.5 256GB Wifi + Cellular Spacegrey.

Es ist das gleiche Gefühl in der Bedienung - doch die Aufmachung macht den Unterschied

Ich freue mich auf jedes Gerät, mit dem ich endlich "spielen" darf. Ausprobieren gehört nunmal zu meinen Hobbies, weshalb ich mich sehr auf das neue iPad gefreut habe. Apple muss man nunmal lassen, dass die Aufmachung der eigenen Geräte einfach nur gut ist. Ein Erlebnis war auch das erstmalige Einrichten des Geräts, das Scrollen mit der Bildwiederholrate lässt einen erstmal Staunen - so geschmeidig und flüssig wischt man noch über kein anderes mobiles Gerät. Doch die Freude darüber legt sich schnell - wie immer! Man gewöhnt sich schnell dran - und in Serien sieht man diesen Unterschied meist nicht. Dafür sehen die Farben gut aus und die Helligkeit kenne ich so von anderen Tablets nicht.

Das iPad Pro ist eben kein Notebook - schon gar nicht ein Ersatz für das Arbeitsgerät!

Wie gesagt: Für den Konsum von Medieninhalten, dazugehörend Social-Media, ist das iPad sehr gut geeignet. Hier und da freuen sich Studenten über den Pencil, den ich mir ebenfalls zum ausprobieren dazu gegönnt habe. Das Tipp-Schreibgefühl mit dem Pencil gefällt mir allerdings beim Markieren und Notieren in PDFs eher weniger - dazu kostet der Pencil zusätzliche 110 Euro bei Apple. Für ein teures Gerät wie meines, das knapp 1000 Euro gekostet hat, ist das meiner Meinung nach eine Frechheit. Im Großen und Ganzen kann man also von einem Spaß-Tablet sprechen, das über 1000 Euro kostet - natürlich ohne Tastatur, denn die muss man sich für weitere 200 Euro dazukaufen, zumindest direkt bei Apple. Für diesen Preis bekommt man brauchbare 2-in-1-Geräte oder potente Notebooks, die meist die sinnvollere Wahl sind. Denn ein 64GB iPad Pro macht für den produktiven Einsatz aufgrund der begrenzten Speicherkapazität für benötigte Daten eher weniger Sinn. So ganz kann ich das Werbeversprechen Apples zu den eigenen Top-Tablets nicht verstehen: Einen Notebook oder Computer kann ein Tablet noch längst nicht komplett ersetzen, ohne Kompromisse einzugehen.

Gute Notebooks oder 2-in-1-Geräte kosten ähnlich viel

Apple iPad Pro - ein teurer Spaß für ein "Zusatz"-Gerät

Der Ausflug in die Welt von iOS, speziell zu iOS 11, das besonders für den Einsatz auf Tablets von Apple optimiert wurde, hat Spaß gemacht. Ich habe mich geöffnet und mir die andere Seite angeschaut - denn Android stellt mich leider mit dem verfügbaren Lineup, das die Hersteller momentan bieten, nicht wirklich zufrieden. Apple kann Tablets bauen und zeigt, dass man mit der iPad Pro-Serie dort einsame Spitze ist. Auch ich muss als (ehemaliger) Apple-Verweigerer leider zugeben, dass im Tablet-Markt aktuell nichts über das iPad (Pro) geht. Besonders dann, wenn man mittlerweile auch ein recht preiswertes iPad 2017 mit 9,7-Zoll-Display kaufen kann, das in meinen Augen und auch beim Ausprobieren für meinen vorgesehenen Einsatz vieles genauso gut oder gar besser als ein Android-Tablet kann. So ganz genau ist also das iPad Pro schwer in eine Kategorie einzuordnen. Das Gerät bedient meist Nischen und in meinen Augen weniger eine große Nutzerbasis. Denn in meinem Umfeld profitieren vom iPad Pro lediglich Studenten, Trainer und Leute, die einfach auf das iPad "stehen". Alle anderen fahren auch mit einem preiswerten Gerät mindestens genauso gut, aber definitiv zumindest vernünftiger.

Und die Moral von der Geschicht'?

Es war ein interessanter Ausflug in die Apple-Welt. Nach vielen Jahren der Verweigerung gegenüber dem Unternehmen aus Cupterino wagte ich den Schritt und wurde nicht enttäuscht - ganz im Gegenteil: Apples Strategie im Tablet-Segment ist stark, meiner Meinung nach stärker als Googles mit Android. Es scheint, dass Google die ganze Sparte eher stiefmütterlich behandelt. Das iPad Pro ist insbesondere aufgrund der Preises eher weniger etwas für mich, auf der anderen Seite Android-Tablets nach einigen Jahren langweilig. Inzwischen besitze ich weder ein Android-, noch ein Apple-Tablet. Vermissen tue ich keines meiner Tablets, denn eine Geräte-Gattung drängt sich mit viel Aufmerksamkeit (zurecht) auf den Markt: Hybrid-Geräte wie das Surface Book von Microsoft lachen mich an, und so wurde es nach simultaner mehrerer Geräteformen ein 2-in-1 von Microsoft, das ähnlich viel wie ein iPad Pro 2017 mit Tastatur und Stift kostet - aber in meinem Fall vieles besser macht. Vielleicht sieht man sich aber irgendwann wieder.

Dies ist ein Feature-Artikel, der die persönliche Meinung des Autors wiederspiegelt. Er stellt nicht zwingend die Ansicht der gesamten Redaktion dar.

Kommentare

Noch keine Kommentare abgegeben. Sei der Erste und teile der Welt deine Meinung mit!

Zum Thread im Forum

Anzeige

Preisvergleich

Verwandte Themen