Videotest: D-Link Boxee Box im Videotest

Die Boxee Box von D-Link ist ein besonders interessanter Versuch, den Markt für Mediaplayer und Set-Top-Geräte mit einem einzigartigen Konzept zu erobern. Im Gegensatz zu vielen andere Geräten von der Konkurrenz stimmt bei der Boxee Box das Gesamtkonzept in Bezug auf Marketing und Markenidentität ganz genau. Der Käufer erhält kein langweiliges, hochtechnisches Spielzeug, sondern ein Lifestyle-Produkt.


Um Mediaplayer zu einem konkurrenzfähigen Preis anbieten zu können, setzen viele Hersteller auf spezialisierte Prozessoren und Chipsätze. Dabei kommen häufig Produkte von Sigma und Realtek zum Einsatz. Diese haben jedoch den Nachteil, dass die Hersteller bei der Software-Entwicklung stark an die Entwicklungswerkzeuge des Chipherstellers gebunden sind. Revolutionen im Software-Umfang darf man von diesen spezialisierten Plattformen nicht erwarten.

Einen anderen Ansatz verfolgt D-Link mit der Boxee Box. In diesem Gerät arbeitet ein herkömmlicher x86-Prozessor in Form eines Intel-Atom-CE4100-Prozessors mit 1,2 Gigahertz Taktfrequenz. Bei der Boxee Box handelt es sich also eigentlich um einen vollwertigen Mini-PC. Damit dessen Vorteile auch voll zum Tragen kommen, setzt D-Link als Software auf das freie Mediacenter-Projekt Boxee, welches gleichzeitig als Namensgeber herhalten muss. Bei Boxee handelt es sich um einen kommerziellen Ableger des bekannten XBMC-Mediacenters auf Linux-Basis. XBMC wiederum wurde vor Jahren von einigen Hobby-Programmierern als Mediacenter-System für Microsofts ursprüngliche Xbox entwickelt. Durch den großen Erfolg des Projekts wurde die Software von der Xbox losgelöst, und ist inzwischen eine beliebte Wahl für Linux-, Windows- und Mac-User.

Davon spaltete sich später Boxee ab. Als kommerzielles Projekt mit Beteiligungen aus den USA und Israel möchte das Unternehmen vor allem die sozialen Netzwerke tiefer in die Software integrieren, und eine möglichst breite Hardware-Unterstützung sicherstellen. Die Boxee Box wurde also in Kooperation mit D-Link entwickelt und war das erste Hardware-Gerät, welches mit dem extravaganten Betriebssystem ausgeliefert wurde. Inzwischen haben andere Hersteller ähnliche Geräte im Programm. Nichtsdestotrotz befindet sich die Boxee-Software nach Angaben der Entwickler noch im Beta-Stadium. Ob es sich wirklich schon lohnt, ein solches Produkt zu kaufen seht ihr in unserem Videotest:

Die Boxee Box ist kein Heilsbringer unter den Mediaplayern. Auch Boxee konfrontiert den User mit schlechten Übersetzungen, Nonsens-Dialogen und dem ein oder anderen Aufhänger. Aber in dieser Hinsicht hat uns bisher noch kein Mediaplayer richtig überzeugt. Im Gegensatz zur Konkurrenz macht die Boxee Box ansonsten aber alles richtig: tolles Gesamtkonzept, auch aufgrund des extravaganten und ungewohnten Designs, eine potente Hardware-Plattform mit angenehm leiser Kühlung und ein Betriebssystem mit einem tollen Konzept. Die Boxee Box sieht toll aus, und lässt sich dank der hervorragenden Funk-Fernbedienung auch toll bedienen. Das Boxee-Betriebssystem bricht mit üblichen Konzepten bei der Bedienung von Videogeräten und trifft damit genau den Nerv unserer Zeit. Minimalismus fusioniert bei Boxee mit Funktionalität, und im Großteil aller Fälle geht das Konzept gut auf.

Unschön sind Probleme bei der Full-HD-Wiedergabe über WLAN. Diese werden aber vermutlich in einem der kommenden Firmware-Updates behoben werden. Schade ist auch die Tatsache, dass sich die meistens Apps für Boxee nicht an den europäischen, besonders nicht an den deutschen Markt richten. Dank des vollwertigen Web-Browsers mit Flash-Unterstützung können aber auch alle gängigen Web-Archive und Mediatheken z.B. der öffentlich-rechtlichen Sender durchstöbert werden. Mit einem Preis von rund 170 Euro (Stand 11/11) ist die Boxee Box durchaus konkurrenzfähig zu ihren spezialisierten Kollegen.

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