Test: Sennheiser GSX 1000 Sound-Verstärker im Test

Sennheiser ist eine feste Größe im Audio-Segment - mit hochwertigen Soundlösungen weiß das deutsche Unternehmen weltweit Kenner zu Überzeugen. Unter Ihnen sind auch immer mehr Gamer, für die der Hersteller einen Verstärker mit dem GSX 1000 im Angebot hat. Wir machen den Test.


 

 

 

 

Sennheiser ist besonders für Kopfhörer bekannt, kann aber auch abseits dieses Marktes mit Sound-Lösungen für verschiedenste Anwendungszwecke aufwarten. Gamer mit Ansprüchen geben sich bekanntlich nicht mit dem Sound von Onboard-Modellen auf modernen Mainboards zufrieden - auch wenn die verlöteten Chips auf hochwertigen Hauptplatinen inzwischen deutlich mehr können als vor einigen Jahren. Wenn es also um kompromisslose Qualität geht, kommt wahlweise eine PCI-Express-Erweiterungskarte - oder eine Lösung wie Sennheiser sie mit dem GSX 1000 anbietet. Die externe 7.1-Soundkarte adressiert insbesondere Gamer und will mit einem breit gefächerten Feature-Set sämtliche Wünsche an ein solches Produkt abdecken. Wir machen den Test und klären, ob der GSX 1000 eine sinnvolle Ergänzung des eigenen Setups darstellt.

Sennheiser GSX 1000 im Detail

Die Verpackung des GSX 1000 gestaltet Sennheiser schnörkellos. Das Produkt ist als solches des Herstellers anhand der Kartonage gut erkennbar. Zu sehen sind die Key-Features sowie Abbildungen des Verstärkers.

In der Packung erblickt man zunächst den GSX 1000 selbst. Dem liegt außer dem einem USB-Datenkabel und den obligatorischen Papierchen allerdings sonst nichts bei.

Hinsichtlich des Designs hält sich Sennheiser bei GSX 1000 sehr zurückhaltend. Oftmals neigen Produkte für Gamer zu einem eher aufsehenserregenden Design, was hier nicht zutrifft. So macht die externe Soundkarte auch abseits vom Gamer-Desktop eine gute Figur. Der Korpus ist weitestgehend schwarz und aus Kunststoff, die Mitte ziert eine kreisrunde Fläche in Klavierlackoptik, umgeben von einem alufarbenen Ring. Die Fläche dient im Betrieb zum Anzeigen und Bedienen der Geräts mittels Touch-Eingaben. Mithilfe des Alu-Rings kann mittels Drehen die Lautstärke eingestellt werden. Akzente setzt Sennheiser mit vier dünnen Streifen an den vier Ecken, die im Betrieb Rot leuchten.

Während die linke Seite keinerlei Bedienoptionnen mitbringt, kann an der rechten Seite die Mikrofonsensibilität eingestellt werden. 

Die Anschlüsse platziert Sennheiser konsequenterweise an der Rückseite des GSX 1000. Zu sehen ist hier der Micro-USB-Anschluss zur Verbindung an den PC oder Notebook neben drei weiteren 3,5mm-Klinkenanschlüssen. Angeschlossen werden können an dieser Stelle die Lautsprecher, ein Mikrofon sowie Köpfhörer gleichzeitig.

Zu Ende gedacht hat Sennheiser beim Design auch beim Boden. Der verstellbare Aufsteller erlaubt das Neigen des Sound-Verstärkers zur komfortablen Bedienung auf dem Schreibtisch.

Praxistest

Eine hochwertige Soundkarte kann in jeder Disziplin einen Mehrwert bedeuten, wenn etwa Musik über ein Ausabegerät ausgespielt wird. Hierbei machen sich die klanglichen Unterschiede besonders bemerkbar, wenn die verwendeten Lautsprecher eine entsprechend hohe (Klang-)Qualität aufweisen. Gegenüber sehr einfachen Onboard-Soundchips wird man gewöhnlicherweise selbst mit deutlich preiswerteren Nachkauf-Lösungen einen Unterschied heraushören. Zum Vergleich haben wir also neben der Onboard-Lösung eines Asus ROG Strix Z370i Gaming (SupremeFX S1220A) auch noch eine Creative SoundBlaster Omni 5.1 USB-Soundkarte herangezogen. In drei Szenarien (Gaming, Musik und Film) haben wir dann die Klangunterschiede subjektiv vernommen und möchten unsere Erfahrungen in den folgenden Zeilen festhalten.

Als erstes muss erwähnt werden, dass der GSX 1000 einen ordentlichen Boost an Lautstärke mitbringt. Besonders klar wird der Unterschied, wenn man die integrierte Soundlösung des Test-Mainboards heranzieht. Nicht umsonst ist der GSX 1000 auch als Sound-Verstärker zu verstehen - der Name verrät eben genau eine der zentralen Funktionsweisen des Geräts. Nicht ganz so stark ist die Soundblaser Omni 5.1 - der Preis von etwa 60 Euro macht sich hier bemerkbar.

Besonders oft stellt Sennheiser die Möglichkeit von 7.1 Surround Sound heraus. Der GSX 1000 beherrscht dieses Feature und kann seine Stärken gerade hier - natürlich mit Nutzung eines entsprechend hochwertigen Ausgabegeräts - voll ausspielen. Bei Battlefield 4 im Multiplayer etwa sind die Schritte des Gegners dadurch im Raum klar zu hören - die Richtung eben auszumachen, was im Gefecht ein klarer Vorteil ist. Beim Hören eines Videos in der Stadt sind beim Vorbeilaufen an Menschen auch klar zu hören, wo sich die Menschen befinden - angenehm. Die Software-Lösung der Omni 5.1 von Creative und auch die integrierte Audio-Lösung unseres Mainboards sind von Sennheisers simulierter 7.1-Erfahrung meilenweit entfernt. Hier hat der deutsche Hersteller also ganze Arbeit geleistet und setzt sich insbesondere in diesem Punkt ab. 

Näher rücken die Soundblaser Omni 5.1 von Creative sowie Sennheisers GSX 1000 aber, wenn die Wiedergabe über die Lautsprecher erfolgt. Ein Stück klarer und somit besser ist der Verstärker von Sennheiser. 

Wenn ein Mikrofon zum Einsatz kommt, dann spielt der GSX 1000 wieder einmal in diesem Vergleich in einer eigenen Liga. Klar und deutlich haben uns unsere Gesprächspartner verstanden - davon etwas abgeschlagen ist Creatives Lösung, von Asus' integrierte Lösung braucht man hier nicht mehr sprechen.

Die Bedienung des GSX 1000 erfolgt über Touch auf dem Gerät selbst. Die Innenfläche, umgeben vom runden, silbernen Lautstärkerad leuchtet noch vor der Berührung auf sanft auf und zeigt die Einstelloptionen übersichtlich an. Mittig ist die aktuelle Lautstärke zu sehen, während oben rechts eine der drei Equalizer-Voreinstellungen (Neutral, Film, Gaming und Musik) gewählt wird. Im Uhrzeigersinn zeigt die nächste Anzeige an, wie stark verschiedene Bereiche betont werden sollen (Neutral, Front, Rückseite). In der Reihenfolge geht es weiter mit der Möglichkeit der Umstellung zwischen Stereo- und (simuliertem) Surround-Sound.

Die nächste berührungsempfindliche Stelle mit dem Kopfhörer und dem Pfeil ist da, um die Intensität der eigenen Stimme zu erhöhen, um sich während der Audiowiedergabe selbst besser zu hören. Die Nachhall-Einstellung kann auf der Schaltfläche auf 9 Uhr in drei Stufen vorgenommen werden. Zu guter letzt bleibt noch die schnelle und unkomplizierte Umstellung zwischen Kopfhörer und Lautsprecher mit einem Touch. Die insgesamt sechs Elemente sind nach einer kurzen Erklärung schnell verständlich - die Bedienung dadurch intuitiv und ohne Umwege vorgenommen.

Deutlich weniger Optionen bleiben allerdings bei Nutzung eines Lautsprechersystems übrig. Die drei bereits erwähnten Equalizer-Presets, eine simple 2.0-Anzeige zur Erinnerung sowie die weitere Touch-Fläche zur Umstellung auf den Kopfhörer werden hier geboten.

Einen komplett individualisierbaren Equalizer bekommt man mit dem GSX 1000 leider nicht. Audiophile werden diese Feineinstellung unter Umständen vermissen. Genutzt haben wir vornehmlich den Movie- oder Musik-Equalizer - wenig Sinn macht in unseren Augen der auch noch verfügbare Gaming-Modus, der die ausgegebenen Töne ziemlich flach und mit wenig Durck wiedergibt.

Ein kleiner Punkt fiel uns im Test mit Hinblick aufs Design auf: Die Bedienung erfolgt dank der Touch-Eingabeflächen direkt und ohne Umwege. Wer aber Fingerabdrücke verabscheut, wird mit den GSX 1000 nicht hundertprozentig glücklich. Auf der Klavierlackoberfläche sammeln sich Abdrücke, die aber im Betrieb und somit während der Nutzung kaum auffallen.

Fazit

Meist ist die Optimierung der Audio-Hardware so das Letzte, was in einem Setup aufs nächste Level gebracht wird. Wer in den Genuss von ordentlichem Sound gekommen ist, wird hier wohl eher früher daran denken an dieser Stelle etwas Geld zu investieren. Es kann sich aber lohnen - das zeigt zumindest Sennheisers GSX 1000.

Kommen brauchbare Kopfhörer oder ein gutes System zum Einsatz, wird ein Upgrade der zugrundeliegenden Soundlösung/Chips mehr oder weniger Pflicht. Sennheiser macht es mit dem GSX 1000 recht einfach ordentlichen, simulierten 7.1-Surround-Sound über den Kopfhörer zu genießen. Die Bedienung ist simpel, die Einstellmöglichkeiten für den Normalnutzer und darüber hinaus absolut ausreichen. Das Design tut da mit der hochwertigen Verarbeitung ihr Übriges. Die Einstellung der Lautstärke direkt über das Rad geht angenehm vonstatten, Eingaben erfolgen schnell über einen Finger-Touch. Gefallen tut auch der fliegende Wechsel zwischen Soundsystem und Kopfhörer - oftmals keine Selbstverständlichkeit. 

Für den Spaß müssen allerdings aktuell rund 170 Euro (Stand: 03/2018) auf den Tisch gelegt werden - kein günstiger Preis. Angesichts der gegebenen Features und der guten Gesamtlösung verleihen wir dem GSX 1000 von Sennheiser aber unsere Redaktionsempfehlung!

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