Test: Drobo 5N2 NAS im Test

NAS-Systeme (Network-attatched Storage) sind in vielen Anwendungsbereichen sinnvoll. Der Ottonormalnutzer kann die Sammlung seiner Urlaubsbilder digital und sicher speichern, gegebenenfalls sogar eine eigene Cloud einrichten. Kleine Unternehmen hingegen können ein NAS als Datengrab verwenden, um lästigen E-Mail-Verkehr einzusparen.


Aktuelle netzgebundene Speichersysteme sind viele Anwendungsfalle von praktischem Nutzen, auch der Einsatz als Medienserver für das Heimkino oder Ähnliches stellt mittlerweile keine Herausforderung mehr für ein NAS dar. Doch so vielfältig die Geräte mittlerweile sind, so komplex können sie auch sein. Genau hier setzt Hersteller Drobo an: „Die beste und einfachste Speicherlösung auf dem Markt“, so wirbt man für das Modell 5N2.


Gegründet wurde das Unternehmen in 2005 unter dem Namen Data Robotics. Ihr Credo war der als „BeyondRAID“ bekannte technische Kniff, bei dem einem gewöhnlichen RAID-Verbund die Komplexität genommen wird. Das geschieht durch den Einsatz einer grafischen Benutzeroberfläche, die in Kombination mit speziellen Algorithmen die Verwaltung des RAIDs stark vereinfacht. So lässt sich beispielsweise das Festplattengespann per Mausklick vom gespiegelten Modus auf geringe Zugriffszeiten, dafür höhere Kapazitäten umstellen. Der Einbau von Festplatten verschiedener Größen stellt ebenfalls kein Problem dar.


Für den Preis von gut 480 Euro erhält man zunächst eine Box mit fünf 3,5 Zoll Einschüben für Festplatten. Als Antriebseinheit dient ein 1,6 GHz schneller Armada XP Prozessor, welcher mit 2 GB RAM bestückt ist. Damit ist das 5N2 das schnellste der Modellreihe. Die Box selbst misst 150mm x 185mm x 262mm (BxHxT). Auf der Unterseite befindet sich noch ein Steckplatz für eine optionale mSATA SSD, welche als Cache für das Festplattengespann dienen kann. Im normalen Betrieb verdeckt ein magnetischer Frontdeckel die Sicht auf die Festplatten.

Der Einschub von 2,5-Zoll-Festplatten ist ebenfalls möglich, aber dann nur mit entsprechender Adapterplatte für 3,5"-Schächte. Das Nichtvorhandensein jedweder Knöpfe, Ports, oder unnötigem Schnickschnack unterstützt dabei die Firmenphilosophie, alles möglichst simpel zu halten.

Wenn man das Drobo 5N2 mit ähnlichen Systemen anderer Hersteller der selben Preisklasse vergleicht, stellt man auf den ersten Blick fest, dass es deutlich weniger Features bietet als beispielsweise Modelle von Qnap oder Synology. Dafür erhält man ein System, welches so einfach wie möglich gehalten wurde. Sogar eine interne Batterie ist verbaut worden, um kurzzeitige Spannungsausfälle zu überbrücken.

Die Festplatten-LED‘s sind nach dem Ampelprinzip gestaffelt: Grün bedeutet, dass die Festplatte in Ordnung ist, gelb signalisiert, dass die Platte zu 85 Prozent gefüllt ist und bei rot ist das Speichermedium defekt und sollte ausgetauscht werden. Blinken grün und gelb zusammen, wird das Datenlayout neu optimiert. An der Unterseite der Front befinden sich zudem noch blaue Status-LED‘s. Sie geben Auskunft darüber, zu wie viel Prozent das gesamte Gespann gefüllt ist. Auf akustische Signale verzichtet man an dieser Stelle komplett.


Der Minimalismus setzt sich auch auf der Bedienoberfläche fort. Der Benutzer wird per Assistenten einer Web-basierten Oberfläche an die Konfiguration herangeführt. Gif-Animationen sollen dabei allen möglichen Fehler bei der Verkabelung entgegenwirken. Das Design wirkt gut ausgelegt und intuitiv zu bedienen, das Dashboard ist ebenfalls äußerst einfach gehalten.

Die Startseite gibt Auskunft über die wichtigsten Informationen, ein Klick auf „Kapazität“ verrät Details über die Belegung. Die von Drobo bereitgestellten Apps decken die wichtigsten Multimediaanwendungen wie WordPress, Plex und DLNA ab. Und obwohl die Software bei weitem nicht so umfangreich ist wie bei den Modellen von Synology oder Qnap, so ist das Drobo 5N2 dennoch sehr gut für Einsteiger und Benutzer ohne entsprechende Netzwerkkenntnisse geeignet. Mit den Android und iOS Apps „DroboAccess“ und „DroboPix“ kann man ähnlich wie bei Dropbox seine Bilder automatisch hochladen lassen, beziehungsweise von unterwegs darauf zugreifen.

Stressfrei und unkompliziert gestaltet sich auch die Konfiguration des eigentlichen RAID. Durch simple Checkboxen entscheidet man, ob Platten gespiegelt werden und der Ausfall von einer oder gar zwei Platten gleichzeitig abgedeckt wird. Diese Flexibilität sucht ihresgleichen.


Wir haben unseren Testkandidaten mit drei 4TB WD Red Festplatten und zwei Festplatten von Toshiba mit je 1TB und 2TB bestückt. Das NAS hatte keinerlei Schwierigkeiten damit, ein 10TB Array zu erstellen und wir waren in der Lage, die Toshiba-Platten durch weitere 4TB große WD‘s zu ersetzen-und das binnen Minuten. Somit verfügten wir über 14TB Speicherplatz bei einfacher Redundanz, beziehungsweise 11TB bei doppelter Redundanz.

Drobo bietet ebenfalls einen Online-Rechner für die Gesamtkapazität bei unterschiedlich großen Festplatten an. Nachteilig stellte sich aber beim testen heraus, dass BeyondRAID in Windows immer die maximal möglichen 64TB anzeigt. Man muss also von Zeit zu Zeit das Dashboard überprüfen, wenn man einen Überblick über den verwendeten Speicherplatz behalten möchte.


Inhaltsverzeichnis

  1. Drobo 5N2 NAS im Test
  2. Testaufbau
  3. Benchmarks: CrystalDiskMark
  4. Benchmarks-NAS Performance Toolkit
  5. Benchmarks- Leistungsaufnahme und Lautstärke
  6. Fazit

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