Test: Corsair T1 Race Gaming-Stuhl im Test

Früher Arbeitsspeicherexperte, heute ein Big-Player im gesamten Peripherie-Markt: Corsair trumpft immer wieder mit neuen Produkten im Endkundenmarkt auf. Das US-amerikanische Unternehmen hat mit dem T1 Race nun auch Schritt in das Geschäft der Gaming-Stühle gewagt. Ob der Sessel in typischer Corsair-Manier überzeugen kann und sich die Anschaffung bei der der Preisempfehlung von rund 350 Euro lohnt, lest ihr im Test.


Von Arbeitsspeicher und Netzteilen über Tastaturen und Mäuse bis hin zur fertigen Wasserkühlung: Corsair bedient den Gaming-Markt mit einer großen Produkt-Palette. Zu dieser Auswahl kommt jetzt auch nun ein Gaming-Stühl im Racing-Design. Das Corsair T1 Race soll durch das auffallende Design, einem guten Sitzkomfort und einer hervorragenden Verarbeitung hervorstechen. Doch der Markt der Gaming-Stühle ist bereits groß und bietet bereits enorm viel Auswahl, sowohl für den kleinen als auch für den großen Geldbeutel. Wie sich der Neu-Einsteiger im Test schlägt, finden wir im Folgenden heraus.

Lieferumfang, Verarbeitung und Design

Der Stuhl oder besser gesagt die Einzelteile kommen in einem schlichten braunen Karton mit "T1-Race" Schriftzug und Corsair Logo. Der Lieferumfang ist noch recht überschaubar. Neben der Rückenlehne und der Sitzfläche, an der die Armlehnen schon vormontiert sind, gehören noch die Basis, die Metallkonstruktion zur Einstellung der Sitzposition, die Rollen, die Nacken- sowie Lordosen-Stütze, Blenden und die Bedienungsanleitung zum Lieferumfang.

Den Stuhl gibt es in insgesamt fünf Varianten, wobei diese sich lediglich in den Farbgebungen rot, gelb, blau, weiß und schwarz unterscheiden. Wir haben den Stuhl in Schwarz mit weißen Akzenten zum Test. Alle Teile kamen, wie es sich gehört, ausreichend gut verpackt an. Beim Auspacken der Teile fiel uns auf, wie gut der PU-Bezug verarbeitet ist. Alle Nähte sind sauber und auch sonst fühlen sich alle Teile recht hochwertig an. Der Kunstlederbezug-Bezug hat an den farbigen Stellen sowie auf der gesamten Rückseite einen "Carbon-Look", was sehr an den Rennsport erinnert. Ingesamt könnte der T1 Race fast schon Rennsitz aus einem Sportwagen sein.

Abmessungen (Herstellerangaben)

Maximale Sitzhöhe:42cm
Minimale Sitzhöhe:32cm
Maximale Armhöhe:38cm
Minimale Armhöhe:28cm
Höhe der Rückenlehne:95cm
Schulterbreite der Rückenlehne:56cm

Die Sitzfläche, die beiden Stützkissen und teils auch die Rückenlehne sind rautenförmig bestickt, was dem Stuhl an sich noch mal einen gewissen Touch von Hochwertigkeit verleiht. Die Armlehnen haben auf der Oberfläche eine 3D-Struktur, welche die Optik noch ein bisschen weiter aufpeppen soll. Die Base, an dem die Rollen befestigt werden, macht einen soliden Eindruck und auch die Verarbeitung ist gut, allerdings ist diese nur aus Kunststoff. In dieser Preisklasse gehört eine Basis aus Metall fast schon zum guten Ton.

Die Kleinteile wie beispielsweise die Blenden für die Scharniere machen einen guten Eindruck, obwohl diese ebenfalls nur aus Kunststoff bestehen. Sie sind solide verarbeitet und haben keine scharfen Kanten oder Sonstiges. Die Nylonrollen des T1 Race überzeugen ebenfalls durch ihre Wertigkeit. So kann der T1 Race schon mal - trotz viel Plastik - durch eine durchweg solide Verarbeitung punkten.

Aufbau und Praxistest:

Der Aufbau ist ziemlich simpel. Die bebilderte Anleitung ist leicht verständlich und die Montage ist durch das mitgelieferte Werkzeug und die bereits vormontierten Schrauben denkbar einfach. Wir empfehlen den Stuhl aber mit mindesten zwei Personen aufzubauen. Den Aufbau alleine zu bewerkstelligen, ist zeitaufwendig und vor allem viel schwieriger, da die noch nicht verbauten Teile leicht verrutschen.

Der kniffligste Teil der Montage war eindeutig das Einstecken der Rollen in die Öffnung der Basis. Hier war sehr viel Kraftaufwand und  etwas Schmiermittel notwendig, um die Rollen sicher zu befestigen. Ansonsten aber geht die Montage recht schnell vonstatten und erfordert kein besonderes Fachwissen. Nach dem Aufbau sollten noch zwei Blenden für die Scharniere an der Rückenlehne übrig bleiben, diese liegen zur Reserve zusätzlich bei.

Die 4D-Armlehnen sind in alle Richtungen verstellbar und die Rückenlehne bis zu 180 Grad neigbar. Das ist zwar "Nice-To-Have", gemütlich liegen kann man in der Position aber nicht. Durch die Form das Stuhls wird man fast schon automatisch in eine gesunde Körperhaltung gezwungen. Mithilfer der Nacken- und Lendenpolster lässt sich zusätzlich ein bisschen Komfort einbringen. Per Gummizug lassen sie sich am Stuhl befestigen und minimal einstellen.

Unter dem Sitz befindet sich der Hebel zur Einstellung der Sitzhöhe. Ein zweiter Hebel wird verwendet, um die Wippfunktion zu sperren oder freizugeben. Mit einem Drehknüppel, ebenfalls unter dem Sitz angebracht, kann man die Wippstärke einstellen. Dreht man den Knüppel voll auf, fällt man beim Zurücklehnen fast schon vom Stuhl. Dreht man ihn runter bleibt der Rückenteil beim Zurücklehnen an Ort und Stelle. Der gesamte Stuhl steht übrigens äußerst stabil, selbst beim Hinlegen in der 180-Grad-Position braucht man sich keine Gedanken machen, dass der Stuhl plötzlich umkippen könnte.

Das Wichtigste aber: Ist der T1 Race bequem? Diese Frage kann man durchaus mit einem Ja beantworten. Dabei spielt die Körpergröße keine Rolle, auch Zwei-Meter-Riesen haben auf dem Stuhl genügend Platz. Viel wichtiger ist hier, wie breit man gebaut ist. Unser Redakteur mit seinen 1,80 Meter und knappen 80 kg passte wunderbar auf den Sitz.

Personen aber mit einem breiteren Körperbau könnten sich durch die Rückenlehne recht eingeengt fühlen. Die Lehne ist nämlich sehr schmal gestaltet und bietet nicht viel Freiraum zwischen den "Flügeln". Dadurch soll der Nutzer wie in der Kurve auf der Rennstrecke im Sitz gehalten werden.

Der Schaumstoff im Sitz und in den Polstern ist relativ fest, aber doch sehr bequem. Auch nach langem Sitzen merkt man keinen Unterschied beim Komfort. Durch die Rauten-Struktur wird außerdem verhindert, dass man durchs Schwitzen am Stuhl "kleben" bleibt. Nur die Nylonrollen sind im Test negativ aufgefallen. Bei einem Richtungswechsel ist immer ein kleiner Ruck nötig um in die gewünschte Richtung zu kommen. Das ist vor Allem bei harten Böden nervig.

Fazit

Der T1 Race von Corsair bietet eigentlich alles, was man von einem "Gaming-Stuhl erwartet. Das Racing-Design sieht hübsch aus, die Ergonomie-Funktionen sind praktisch und der Sitz-Komfort sehr gut. Der Carbon-Look in Kombination mit der Rauten-Struktur machen den Sitz zu einem echten Hingucker. Der Kunstleder-Bezug vermittelt zudem einen sehr wertigen Eindruck und alle Nähte sind absolut sauber verarbeitet. Solange man nicht zu breit ist, sollte man auch kein Problem mit der recht schmalen Rückenlehne haben.

Aber auch wenn der T1 Race eine gute Sitzgelegenheit bietet, was kann er, was andere Stühle nicht können? Es gibt bereits viele Alternativen wie beispielsweise den AK Racing Nitro oder den Speedlink Regger. Beide gibt es schon für fast die Hälfte des Preises für den T1 Race und doch zeigen sich sogar im Grundaufbau des Stuhls so einige Parallelen. Deshalb sollte man abwägen, ob man den Preis von 349,99 Euro (Corsair Online-Shop) für einen Stuhl bezahlt, welcher sich von der günstigeren Kopnkurrenz lediglich im Design und der Verarbeitung unterscheidet.

Aber auch wenn der T1 Race mit einem stolzen Preis daherkommt - verstecken vor der Konkurrenz brauch er sich zweifellos nicht. Alles in Allem sprechen die überaus gute Verarbeitung und der gute Komfort des Gaming-Stuhls für sich. Aus diesem Grund sprechen wir dem Corsair T1 Race unsere Redaktionsempfehlung aus.

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