Test: Intel Core i7-8700K und Core i5-8400 Coffee Lake im Test

Erwartet wurden für den heutigen Tag neue Prozessoren mitsamt offizieller Berichterstattung - und dem kommen wir nach. Im Test gibt es Leistungswerte des Coffee Lake-Topmodells in Form der Core i7-8700K sowie einem etwas preiswerteren Sechskerner mit dem Core i5-8400. Wie sich die neue Intel-Garde schlägt, erfahrt ihr im Folgenden.


Das Jahr 2017 zeigt sich hinsichtlich des Prozessormarktes von seiner besten Seite. Denn in diesem Jahr gibt es mehr Innovation als in der letzten halben Dekade: AMD ist endlich mit einer konkurrenzfähigen Lösung zurück und erobert wieder einmal das Segment, bei dem die Käuferdichte besonders hoch ist. Die Mittelklasse ist ein heißes Pflaster, bei dem AMD mit seinen Ryzen-Chips gut Fuß fassen konnte und zumindest mehr Leistung für das Geld im Vergleich zu den gleich teuren Intel-Pendants bietet.

Intel ist natürlich nicht ohne Mittel und schaut dem auch nicht tatenlos zu: Wo Ryzen und daraufhin Threadripper aufhorchen ließen, hat der Marktführer gleich weitere Modelle der Core X-Serie nachgeschoben, um die Leistungskrone weiterhin inne zu haben. Das war für die größte Käufergruppe, die sich vornehmlich CPUs der Mittelklasse gönnt, schön und interessant anzusehen - mehr allerdings nicht. Die Augen richten sich mehr auf das, was Intel beispielsweise einem Ryzen 5 1600X oder einem preiswerten Achtkerner in Form des Ryzen 7 1700 entgegenzubringen hat. Und mit der Coffee Lake-Architektur will man auch in Sachen Kernanzahl auf jeden Fall mit der Konkurrenz gleichziehen.

Alle heute veröffentlichten Prozessoren werden weiterhin in einer Core i3-, Core i5- sowie Core i7-Serie unterteilt sein. Neu ist das Aufstocken der Kernanzahl - bei fast gleichen Preisen. Im Folgenden gibts einen Überblick:


Das Sechskern-Flaggschiff:


Intel bringt zunächst sechs Desktop-Prozessoren der achten Core i-Generation. Wie eingangs erwähnt, bleibt die Nomenklatur identisch, eine höhere Zahl heißt auch, dass man sich in höhere Leistungssphären bewegt. 

Den größten Schritt geht man indes bei den Core i5- sowie Core i7-Ablegern. Selbigern spendiert Intel ab sofort jeweils sechs Kerne, nach dem seit Einführung der Sandy Bridge-Architektur im Jahre 2011 stets vier echte Kerne in der Mittelklasse das Ende der Fahnenstange bildeten. Wer mehr Kerne wollte, musste zwingend zur HEDT-Plattform greifen - und mehrere Hundert Euro mehr auf den Tisch legen. 

Intel steigert als schlichtweg und mal schnell die Kernanzahl, nach dem man in den letzten Jahren stets gleich gefahren ist. Wer daran Schuld ist, kann einfach genannt werden: AMD mit Ryzen.
Intel selbst gibt an, dass die Leistungssteigerung zusammengefasst rund 50 Prozent beträgt - wenn man die Kaby Lake-Vorgänger zum Vergleich heranzieht. Auch die Core i3-Modelle sollen laut Hersteller ein gutes Stück Rohleistung draufpacken. Sie bekommen nämlich jetzt vier Kerne spendiert, womit die generelle Leistungsfähigkeit des gesamten Produktaufgebots entsprechend steigt. Weiterhin vertraut Intel auf ein einzelnes Modul, die Prozessoren sind also keine "zusammengepflasterten" Module, die AMD gekonnt "Infinity Fabric" nennt.

Das Plus an Leistung (und Kernen) lässt sich Intel mit einem kleinem Preisaufschlag von rund 10 Prozent pro Modell bezahlen. Das scheint auf dem ersten Blick nicht viel zu sein - doch in Anbetracht von AMDs starken Produktaufgebots, das sich besonders am Preis definiert überlegt man trotz aller Neuerungen zwei Mal, ob man nicht dem roten Lager eine Chance gibt. Wie das Umfeld bei Betrachtung des Preis-Leistungsverhältnisses aktuell zeigt, erfahrt ihr im laufe des Tests.

Coffee Lake ist eine Mehrkern-Version von Kaby Lake

Es kommt mit Coffee Lake keine grundlegend neue Architektur zum Einsatz. Das was Kaby Lake kann, beherrscht auch Coffee Lake. Wichtig zu wissen ist, dass Intel seiner "neuen" Plattform das letzte Stück mehr Power auch mit schneller taktendem RAM-Unterstützung verlieht: Hier gehen direkt DDR4-2666, womit elf Prozent mehr Spitzenbandbreite möglich sind. Die neuen Core i3-Modelle kommen allerdings nicht in den Genuss von schnellerem Speicher: Intel sieht hier weiterhin DDR4-2400 vor. Höhere Speichertaktraten dürfen hier und da alle Prozessoren mitmachen - vorausgesetzt der Unterbau ist passend gewählt.

Bei der integrierten Grafikeinheit gibts jetzt eine UHD 630, statt eine HD 630. Die leichte Namensänderung macht aber noch keine Änderung am Design selbst. Denn es handelt sich bei der neuen iGPU um das bereits bekannte Modell, lediglich mit höheren Taktraten. So arbeitet die iGPU weiterhin mit 24 Ausführungseinheiten, die Taktrate steigt um 50 Megahertz auf nun 1.200 Megahertz. Zwischen Kaby Lake und Coffee Lake sollte jedenfalls die iGPU keinen großen Unterschied darstellen.

Intel wird nicht müde zu erwähnen, dass man die Fertigung wieder einmal verfeinert hat. Die Effizienz soll so gesteigert werden, womit auch höhere Taktraten drin sind. Der Hersteller tauft das Ganze 14nm++, denn der Sechskerner Core i7-8700K schafft auf allen sechs Kernen die gleichen Taktraten die auch der Core i7-7700K auf allen seinen vier Kernen schafft. Dabei bleibt die TDP und der Verbrauch in einer ähnlichen Klasse.

Die Spitzentaktfrequenzen sind ebenfalls ähnlich - der schnellste Coffee Lake Core i7-8700K packt bis zu 4,7 Gigahertz auf einem Kern. Anders als die großen Brüder für die X299-Plattform beherrschen sämtlich Prozessoren der achten Core i-Generation keinen Turbo Boost 3.0 Max. Letztere erlaubt es besonders taktfreudigen Kernen einen noch größeren Taktspielraum zu bekommen. Nötig ist das allerdings nicht, in Anbetracht dessen, dass man schon alleine so nah an die 5 Gigahertz-Marke kommt. 

Eingepflanzt werden die neuen Prozessoren der Coffee Lake-Generation auf einem Sockel mit 1151 Kontakten - kommt uns bekannt vor. Wer jetzt denkt: "Ja, ich kann mein bestehendes Z270-Mainboard benutzen" - der liegt weit daneben. Denn es muss zwingend ein neues Brett her.

Z370-Chipsatz - Gleicher Sockel - aber anders

Um Intels Herangehensweise zu verstehen, muss man die neue Plattform genauer begutachten. Möglich, dass Intel neue Features mit einem neuen Chipsatz-Release bringt - doch auch das ist nicht der Fall. Traurigerweise handelt es sich beim Z370-PCH um einen umgelabelten Z270-Chipsatz - demnach kein nativer USB 3.1 Gen 2-Support, keine extra PCI-Express-Bahnen, keine neuen Feature-Erweiterungen. Selbst der Sockel ist physisch der Gleiche: Es handelt sich um den LGA 1151 mit 1151 Kontakten.

Warum? Intel schweigt in diesem Punkt gerne. Doch aus offizieller Sicht erklärt es der Hersteller so: Es hat sich das Pin-Layout verändert. Das sieht man auf dem ersten Blick nicht, doch der Hersteller gibt an, dass mehr Pins für die adäquate Spannungsversorgung sein müssen, womit Kaby Lake-Prozessoren auf einem Z370-Mainboard nicht lauffähig wären - oder umgekehrt ein Coffee Lake-Prozessor auf einer Z270-Platine. Leider hilft da auch kein Bios-Update. Ironischerweise schaffen Oberklasse-Mainboards ohne Weiteres stark übertaktete Prozessoren zu betreiben. Viele Kenner reagierten auf diese Erklärung mit einer hochgezogenen Augenbraue - denn ein Core i7-7700K läuft bei 1,25V und 4,5 Ghz auf einem geeigneten Z270-Brett ordentlich und ohne Probleme. Der Speicher ist dabei 3.000 Megahertz schnell. Zusammenfassend ist zu sagen, dass Aufrüstwillige sowohl Prozessor, als auch Mainboard neu kaufen müssen, wenn ein Coffee Lake-Prozessor in die nähere Auswahl kommt.

Der uns zur Verfügung gestellte Prozessor ist von der Aufmachung her kein Unbekannter. Im bekannten Design kommt beispielsweise der Core i7-8700K daher, welcher auch als Kaby Lake oder Skylake-Chip durchgehen könnte. Der Die an sich dürfte sicherlich aufgrund der Kernanzahl großer sein.

 
Jetzt geht es aber ans Eingemachte: Ob der kleine Preisaufschlag und mehr Kerne auch die Wahl für Intel rechtfertigen, klären wir im Folgenden.


Inhaltsverzeichnis

  1. Intel Core i7-8700K und Core i5-8400 Coffee Lake im Test
  2. So testet PC-Max
  3. PiFast und Handbrake
  4. wPrime und Cinebench
  5. Speicherbandbreite
  6. Speicherlatenzen
  7. 3D Mark Fire Strike
  8. 3D Mark Time Spy und VRMark
  9. Spiele-Benchmarks
  10. Leistungsaufnahme
  11. Preis-Leistungsverhältnis
  12. Leistung pro Watt
  13. Overclocking
  14. Fazit

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