Test: Haswell-E: Intel Core i7-5960X Prozessor im Test

Intels kürzlich eingeführte Prozessor-Generation mit dem Codenamen "Haswell-E" bringt durch die neue DDR4-Speichertechnologie nicht nur frischen Wind in das High-End-Segment, sondern auch erstmals eine CPU mit acht physischen Kernen. Zusätzlich gehören der X99-PCH und der überarbeitete Sockel LGA2011 zu den Neuerungen. Wir haben uns das Top-Modell der Haswell-E-Familie in Form des Core i7-5960X näher angeschaut und auf die Leistungsfähigkeit hin überprüft. Zudem werfen wir einen kleinen Blick auf die Neuerungen, die die Plattform mit sich bringt.


Haswell-E ist seit geraumer Zeit Teil der Gerüchteküche und wurde Anfang September offiziell von Intel vorgestellt. Doch gehören nicht nur drei Prozessoren zur Plattform, auch ein neuer PCH und DDR4-Speicher werden nötig. Hinzu kommt, dass der Sockel LGA2011 ein weiteres Update erhielt und nun keine Kompatibilität mehr zu bisherigen High-End-Prozessoren bietet.

Um die Leistungsfähigkeit der neuen Plattform aufzuzeigen, haben wir den Core i7-5960X auf ein Asus Rampage V Extreme gepackt und mit performantem DDR4-2666-RAM kombiniert. Doch bevor wir auf die Performance eingehen, erläutern wir kurz die Neuerungen.

Haswell-E im Detail

Haswell-E basiert - wie der Name schon verdeutlicht - auf der Haswell-DT-Architektur und kommt gegenüber dem Vorgänger mit einer deutlich größeren Die-Fläche daher, weil alle drei vorgestellten Modelle in Form des 5960X, 5930K sowie 5820K native Acht-Kern-Prozessoren sind. Bei den beiden letztgenannten Ablegern wurden allerdings zwei Kerne deaktiviert. Damit rechnen der 5930K und der 5820K mit "nur" sechs Cores. Durch die größere Fläche und die beiden zusätzlichen Kerne, musste Intel die TDP gegenüber Ivy Bridge-E von 130 auf 140 Watt anheben.

Neu bei Haswell-E ist der Memory-Controller, der den modernen DDR4-Standard unterstützt, wodurch sich demnach auf einer X99-Plattform kein DDR3-Speicher mehr betreiben lässt. Nach Intels Vorgabe können Riegel im Quad-Channel-Modus mit einem Takt von bis zu 2.133 Megahertz eingesetzt werden. Allerdings geben die Mainboard-Hersteller bis zu 3.300 Megahertz bei Übertaktung an.   

Technische Daten
HerstellerIntel
NameCore i7-5960X
SockelLGA2011-v3
Taktrate3.000 (Turbo: 3.500)MHz
Kernel/Threads8/16
Cache (L1/L2/L3)6x 32 KB/6x 256 KB/20 MegabyteMegabyte
Fertigungsverfahren22 Nanometer
Verlustleistung140 Watt
BefehlssätzeMMX, SSE (1, 2, 3, 3S, 4.1, 4.2), EM64T, VT-x, AES-NI, XD Bit, AVX2
Transistoren2,60 Milliarden
SpeicherunterstützungDDR4-2133 (Ein Riegel pro Channel)
BesonderheitenHyper-Threading, Turbo 2.0, AVX2
Preis1,174.82€

Zwar findet der Sockel LGA2011 bereits seit einigen Jahren Verwendung, um Intels High-End-Prozessoren nutzen zu können, aber für Haswell-E gab es erneut ein Update. Dadurch können Sandy- und Ivy-Bridge-E-Prozessoren nicht auf den jeweiligen X99-Mainboards betrieben werden.

Eine eigene Version des LGA2011-v3 kommt von Asus: Der Hersteller versieht alle X99-Mainboards mit dem sogenannten "OC-Sockel", der weitere Pins aufweist. Dadurch soll laut Asus Overclocking mit höheren sowie stabilere Spannungen möglich sein und der Voltage-Drop im Bereich der CPU minimaler ausfallen.

Ansonsten implementiert Intel aufgrund der veränderten Taktraten neue Turbostufen und den AVX2-Befehlssatz. Beim Core i7-5820K wurde allerdings auch die Anzahl der PCI-Express-Lanes reduziert, sodass statt 40 nur 28 Leitungen zur Verfügung stehen.

Modellübersicht

Wie üblich setzt sich die Extreme-Reihe der Intel-Prozessoren für den Desktop aus lediglich drei Modellen zusammen, die sich durch die Anzahl der Kerne, Taktraten, Cache-Größen und mittlerweile auch PCI-Express-Lanes unterscheiden. Die folgende Tabelle zeigt die Prozessoren im Überblick.

TaktKerne/ThreadsCachePCIe-LanesTDP
Core i7-5960X3,0 (3,5) GHz8/1620 MB40140 Watt
Core i7-5930K3,5 (3,7) GHz6/1215 MB40140 Watt
Core i7-5820K3,3 (3,6) GHz6/1215 MB28140 Watt

Der X99-PCH

Der neue Plattform-Controller-Hub unterscheidet sich nur in wenigen Punkten vom X79-Vorgänger: Gefertigt wird der Chip nicht mehr in 65, sondern in 32 Nanometern Strukturbreite und soll eine Verlustleistung von lediglich 6,5 Watt erzeugen. Ansonsten stehen vier weitere und damit insgesamt zehn native SATA-3.0-Ports zur Nutzung bereit. Auch die Aufteilung der USB-Ports wurde geändert: Zwar stehen weiterhin 14 davon bereit, allerdings entsprechen 6 dem USB-3.0-Standard. 

DDR4-Speicher

Eine der wohl größten Neuerungen, die die X99-Plattform mit sich bringt, ist der DDR4-Speicher-Support. Die Riegel unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht wirklich von den Vorgängern, allerdings wurde die Einkerbung versetzt, sodass ein falsches Einsetzten verhindert wird. Zudem wölbt sich das PCB an der Einsteckkante etwas. Auch die Menge der Pins wurde auf 288 angehoben.

Allerdings kommen die DIMMs bisher mit vergleichsweise hohen Latenzen daher, weshalb erst ein Performance-Zuwachs erst bei höheren Taktraten zu messen ist. Einzig die niedrige Spannung von 1,20 bis 1,35 Volt spricht bisher für den Speicher.

Auf den nächsten Seiten sind die Benchmark-Ergebnisse für den Core i7-5960X zu finden. 


Inhaltsverzeichnis

  1. Haswell-E: Intel Core i7-5960X Prozessor im Test
  2. So testet PC-Max
  3. Benchmarks: Anwendungen
  4. Benchmarks: Spiele
  5. Pro-Megahertz-Leistung & Strombedarf
  6. Fazit

Kommentare

Ein starkes Stück Hardware, aber der Preis für so ein System ist mal wieder jenseits von Gut und Böse. :)

Der Prozessor wird aber bestimmt seine Abnehmer finden...

geschrieben am 06.10.2014 um 10:07 Uhr

Eine eigene Version des LGA2011-v3 kommt von Asus: Der Hersteller versieht alle X99-Mainboards mit dem sogenannten "OC-Sockel", der weitere Pins aufweist

Wenn mir das einer Erklären könnte ?
CPU hat doch 2011 Kontakte oder ? Wie soll der Sockel dann mehr Pins haben.

geschrieben am 17.10.2014 um 21:50 Uhr

Die CPU hat deutlich mehr Pins, die von Intel beispielsweise für interne Tests genutzt werden, für den Endkunden allerdings unrelevant sind. Deshalb besteht über den regulären Sockel LGA 2011 nur zu den vorhandenen Pins Kontakt, obwohl weitere Connectoren an der CPU vorhanden sind. Einige davon nutzt Asus für die OC-Geschichte.

geschrieben am 01.11.2014 um 17:20 Uhr

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