Feature: Epyc: AMD trägt den Prozessorkampf ins Server-Segment

Nach Ryzen und vor Threadripper kommt Epyc: AMDs dritter Streich im Bunde, um dem Marktführer Intel ordentlich zuzusetzen. Mit bis zu 32 Kernen und durch die Bank weg 128 PCI-Express-Lanes geht der Hersteller kaum Kompromisse ein. Dabei kommenden selbst die kleinsten Epyc-Prozessoren mit dem vollen Feature-Set daher. Wir erklären im Detail, was dahinter steckt.


Epic beerbt Opteron, womit sich AMD auch wieder im professionellen Segment mit vielversprechenden Produkten zurückmeldet. Auf einem Analysten-Meeting zeigt der Chip-Riese, wie Server-Prozessoren gehen. Damit zeigt man wieder einmal wohl einer der wichtigsten Vorstellungen der letzten Jahre aus dem eigenen Hause. Unter dem Codenamen Naples bisher erwähnt, sind die neuen Chips offiziell unter der Bezeichnung AMD Epyc bekannt. 

Epyc stellt AMDs entschlossenen Schritt zurück in das margenträchtige X86-Server-Geschäft dar - genau da, wo Intel seit Jahren die Alleinherrschaft genießt. Seit 2003 verlor AMD in diesem Segment immer mehr Marktanteile und verschwand bis jetzt in diesem Bereich in der Bedeutungslosigkeit. In Anbetracht des Quasi-Monopols durch Intel dank der Prozessoren und Chipsätze kann AMD eigentlich nur gewinnen - und wenig verlieren. 

In diesem Artikel gehen wir auf die verschiedenen Epyc-Modelle ein, durchleuchten die Architektur und schauen uns die von AMD gestellten Benchmark-Werte kritisch an. Ob Epyc gegen Intels Über-Dominanz bestehen kann beziehungsweise wird, klären wir in unserer abschließenden Einschätzung.

Die Modelle

Als einfachen Einstieg in die Erklärung der neuen Epyc-Prozessoren bietet sich ein Überblick über die gezeigten Modelle an. Die Epyc-CPUs werden in der 7000-Serie zusammengefasst und beinhalten vorerst neun Prozessoren, die ab acht Kernen und 16 Threads starten. Um dem Anspruch der Server-Plattform gerecht zu werden, können natürlich auch gleich zwei Chips auf einem Mainboard platziert werden - möglich sind so bis zu 128 Threads in der Maximalkonfiguration. AMD betont, dass laut eigenen Statistiken rund 95 Prozent aller Server-Konfigurationen in die Kategorie 1P-2P fallen, womit Epyc die Anforderungen der meisten Kunden erfüllen kann.

Die niedrige Kernanzahl des Epic-7251 hilft bestimmten Nutzern in zweierlei Hinsicht: Es ist der preiswerteste Einstieg in AMDs Serverwelt und auch für Systeme passend, welche eine Software lizensieren, die bei der Kernanzahl des Prozessors ihren Preis ausmachen. Außerdem sind dann natürlich auch die Anschaffungskosten der Chips geringer.

Weiter geht es in der Produkthierarchie mit immer mehr Cores/Threads und auch höheren Taktraten. Epic-7281, 7301 sowie der 7351 basieren alle auf 16 Kernen und 32 Threads, verfügen aber über verschiedene Taktraten und Boost-Geschwindigkeiten. Auch die TDP unterscheidet sich respektive. AMD erklärt, dass die verschiedenen TDP-Abstufungen auf den internen Speichercontroller der jeweiligen Prozessoren zurückzuführen ist. Denn ein Prozessor, der beispielsweise DDR4-2666 unterstützt, hat einen höheren Verbrauch als ein Modell, welches nur DDR4-2400-Unterstützung mitbringt. 

Demnach liegt es nahe, dass AMD bereits auf Wafer-Level eine Selektion der Prozessor vornimmt, um die Modelle mit dem besten Verhältnis von Taktfrequenz/Spannung auszumachen. Selbige stellen dann eben die 32-Kerner dar, die mit ordentlicher Taktrate an den Start gehen und gleichzeitig unter den anvisierten 200 Watt bleiben. 

Die schnellsten, preisintensivsten Epyc-Prozessoren stellen drei 32-Kern-Modelle dar, welche allesamt als Multi-Chip-Modul zu sehen sind (MCM). Letztendlich diktieren finale Taktraten und der Preis, wie selbige gegen Intels Xeons im Markt dastehen.


AMD hat laut eigenen Angaben herausgefunden, dass etwa 25 Prozent der Server mit lediglich einem Prozessor arbeiten. Um auch diesen Kunden eine passende Alternative zu bieten, bringt AMD gleich drei Epcs-Ableger heraus, die als Uni-Prozessoren auch alleine lauffähig sind. Konkret handelt es sich hier um den Epyc-7551P, 7401P sowie 7301P, welche ansonsten den Standard-Epyc-Gegenstücken entsprechen, jedoch günstiger angeboten werden.

Bis auf die Ausstattung ist im Hinblick auf die Plattform bei den Epycs alles gleich: Prozessoren werden in den SP3 LGA-Sockel eingesetzt, bei dem die Pins folglich auf dem Mainboard lokalisiert sind. Threadripper wird auf das gleiche Prinzip setzen, womit Ryzen als Consumer-Lösung ganz allein mit einem PGA-Sockel dasteht. AMD hat außerdem bekanntgegeben, dass die beiden künftig erscheinenden Epyc-Modell mit den Codenamen Rome und Milan auch mit dem aktuellen Sockel kompatibel sind.

Obwohl wir Epyc durch und durch Prozessor nennen, sind die Produkte doch mehr als ein SoC zu sehen. Schließlich verpackt AMD alle IO-Funktionalitäten und Speichercontroller direkt in die CPU. Während wir gerade beim Speicher sind: Ein vollausgebauter Epyc-Chip kann je zwei RAM-Riegel in jedem der acht Kanäle adressieren. Das entspricht bis zu 2 Terabyte, wenn man jeweils 128GB RAM-Riegel nutzt. Die Zeit wird zeigen, wie die Mainboard-Hersteller standardisierte Server-Boards mit zwei massiven Sockeln samt der 32 RAM-Bänke auf eine Platine bringen.


Inhaltsverzeichnis

  1. Epyc: AMD trägt den Prozessorkampf ins Server-Segment
  2. Die Architektur
  3. Verbrauchsoptimierungen
  4. Die Leistung und Fazit

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