Vergleich: Drei Netzteile mit 1.000 und 1.200 Watt im Test

Zum Ende des Vergleichs können wir feststellen, dass keines der Netzteile wirkliche Schwächen aufweist. Die Spannungen werden gut geregelt, die Restwelligkeit ist sehr gering, die Verarbeitungsqualität ist fast durchgehend gelungen und die Garantiebedingungen können überzeugen.

Unterschiede sind aber natürlich auch vorhanden. Ein offensichtlicher Unterschied betrifft den Wirkungsgrad, der für das FSP Aurum PT aufgrund der besser eingestuften Zertifizierung etwas höher liegt. Bei normalen Belastungen sprechen wir allerdings nur von maximal einem Prozent, bei Vollauslastung liegt die Differenz zum Corsair RM1000x schließlich bei zwei Prozent.

Zwar sind sich die Hersteller bei der Wahl des Kabelmanagements einig, dennoch könnte das Layout der entsprechenden Platinen sinnvoller gestaltet werden. Einzig die Variante von Corsair wirkt ziemlich durchdacht. Den nächste Punkt betreffen die Kabel, bei denen im Falle des RM1000x und SuperNOVA 1000 G2 auf die für Enthusiasten wichtige optische Stimmigkeit geachtet wurde. Das Aurum PT kann hingegen nur für die Peripherie-Verbraucher schicke Flachbandkabel darbieten, bei den anderen Kabelsträngen stechen die bunten Adern hervor.

Auch in einer weiteren Sache sind sich die Hersteller einig: Die 12-Volt-Schiene wird lediglich über eine einzelne starke Rail gesichert, sodass theoretisch die komplette Ausgangsleistung auf jeder 12-Volt-Ader bereitsteht. Ein solches Szenario kann zum Kabelbrand führen, wovon insbesondere Bastel-Lösungen an den Spannungsausgängen oder billige Peripherie-Geräte betroffen sind.

Bezüglich der Lautstärke hat be quiet! mit der Dark-Power-Pro-11-Serie hohe Hürden gesetzt, mit der allenfalls das RM1000x mithalten kann, das auf dem erneut hohen Niveau der RMi- und HXi-Serie liegt. Verzeiht man das minimale Auffallen des Aurum PT bei geringer Auslastung, was einzig in Silent-Systemen stören könnte, können wir dort die durchgängig sehr geringe Lautstärke nur loben. Trotz der enormen Ausgangsleistung von 1.200 Watt bleibt es letztendlich so leise wie das Dark-Power-Pro-11 mit 850 Watt. Nur durchschnittlich empfinden wir das SuperNOVA 1000 G2, hier hätte sich eine Semi-Passiv-Lüftersteuerung definitiv positiv ausgewirkt.

Corsair RM1000x

Für das Netzteil sprechen die äußerst niedrige Lautstärke, die exzellenten Werte auf den Ausgangsschienen, das durchdachte Kabelmanagement und die schicken Kabelstränge. Die Verarbeitung zeigt im Großen keine Schwächen und die lange Garantiedauer von sieben Jahren überzeugt.

Gegen das RM1000x führen wir den potentiell weniger ausdauernden Rifle-Gleitlagerlüfter an.

EVGA SuperNOVA 1000 G2

Für das Netzteil sprechen die exzellente Performance der Ausgangsspannungen, die stimmige Optik und die sehr gute Bauteilqualität. Einzigartig ist zudem die Möglichkeit die Garantiedauer per Registrierung beim Hersteller auf zehn Jahre zu erweitern.

Gegen das SuperNOVA 1000 G2 spricht der durchgängig aktive, möglicherweise störende Lüfter. Mit 200 Millimetern ist das Gehäuse außerdem ziemlich tief. Bezüglich der Kabelausstattung und der Kabelmanagement-Platine sehen wir noch Optimierungsmöglichkeiten.

FSP Aurum PT-1200FM

Für das Aurum PT-1200FM sprechen die ausgezeichnete elektrische Performance, der überdurchschnittliche Wirkungsgrad, die äußerst gute Bauteilqualität und der durchgängig relativ leise Lüfter. Des Weiteren gefällt die lange siebenjährige Garantie. 

Gegen das Netzteil nennen wir die optische Ausführung der Kabelstränge.

Letztendlich können wir sagen, dass es durchaus interessante Netzteile gegenüber der Dark-Power-Pro-11-Serie gibt, die deren einzige Schwachstelle aufgreift. So können wir die heutigen Testkandidaten mit Ausnahme des SuperNOVA 1000 G2 als rundum empfehlenswerte Alternativen küren. Beginnend mit einem Verkaufspreis von etwa 170 Euro (Stand 12/2015) zählt das RM1000x zu den günstigsten 80Plus-Gold-Netzteilen in dieser Leistungsklasse. Das SuperNOVA 1000 G2 liegt knapp 30 Euro darüber. Im Vergleich beginnt das 80Plus-Platinum-Zertifizierte Dark Power Pro 11 1.000 Watt erst mit über 220 Euro. Vergleicht man die drei verwandten Corsair-Produkte untereinander, gibt es für einen kleinen Aufpreis von 10 Euro bereits das RM1000i. Für das effizientere HX1000i müssen hingegen deutlich höhere Investitionen in Höhe von 220 Euro eingegangen werden.

Für unser stärkstes Netzteil im Testfeld mit 1.200 Watt müssen rund 250 Euro eingeplant werden. Im Vergleich zur restlichen 80Plus-Platinum-Zertifizierten Konkurrenz liegt man also im Mittelfeld.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Drei Netzteile mit 1.000 und 1.200 Watt im Test
  2. Ausstattung - RM1000x & SuperNOVA 1000 G2
  3. Ausstattung - Aurum PT-1200FM
  4. Technik - RM1000x & SuperNOVA 1000 G2
  5. Technik - Aurum PT-1200FM
  6. So testet PC-Max
  7. Spannungsregulation und Restwelligkeit
  8. Effizienz, PFC, Lautstärke & sonstige Messungen
  9. Fazit

Kommentare

Das Corsair gefällt mir, aber ich brauch sowas nicht mal ansatzweise ^^

geschrieben am 07.12.2015 um 14:40 Uhr

Jo, nette Netzteile, aber 1000 Watt brauchen wirklich die wenigsten. ;)

geschrieben am 08.12.2015 um 09:11 Uhr

Im nächsten Test nehme ich mir wieder welche vor mit weniger Leistung. Das 1.000er RMx und das Aurum PT haben sich aber so aufgrund der Vergleichbarkeit mit den anderen Corsair Serien und dem P11 angeboten.

geschrieben am 08.12.2015 um 13:51 Uhr

Klar, war auch keine negative Kritik!

Geht vielleicht nur an der Zielgruppe vorbei. ;)

geschrieben am 10.12.2015 um 11:55 Uhr

Für die, die SLI/CF mit Wakü fahren, sind das aber keine ungewöhnlichen Größen. ;)
Von meiner Seite aus, immer her mit solchen Reviews. 400-750 Watt Netzteil Reviews gibt's wie Sand am Meer.

geschrieben am 10.12.2015 um 16:43 Uhr

1000 Watt sehe ich eher bei Tripple-SLI/CF.

geschrieben am 11.12.2015 um 10:05 Uhr

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