Test: Razer Nommo Chroma 2.0 im Test

Razer ist mittlerweile dafür bekannt, das eigene Portfolio um immer ausgefallenere Produkte zu erweitern. Das neue Lautsprechersystem - genannt "Nommo" - ist auch hier keine Ausnahme. Was das 2.0-Set kann, erfahrt Ihr im Test.


Zur CES 2018 hat Razer das Lautsprecher-Lineup um die Nommo-Serie erweitert. Hierzu gehört das 2.0-System Nommo und Nommo Chroma, sowie ein größeres 2.1-System mit dediziertem Subwoofer und zusätzlichen Klangkörpern namens Nommo Pro. In diesem Test schauen wir uns das 2.0-Lautsprechersystem Nommo Chroma mit der gleichnamigen RGB-Beleuchtung an. Ob die "Haartrockner-Speaker" wirklich mit ihrem Sound überzeugen können, lest ihr im Folgenden.

Lieferumfang, Design und Verarbeitung

Starten wir zunächst mit dem Obligatorischem: Typisch für größere Razer-Geräte kommt das Nommo Chroma in einem braunen Karton mit aufgeklebten Bildern und Spezifikationen. Beim Auspacken springt einem eine Anleitung entgegen, die einem zeigt, wie man die Lautsprecher auch richtig auszupacken hat. Die Satelliten selbst sind sehr gut geschützt verstaut, das Zubehör findet man in einer separaten Box.

Neben dem linken und rechten Lautsprecher findet man das Netzteil, ein 3,5 mm Klinke zu 3,5 mm Klinke, eine Anleitung und natürlich die Razer-Sticker im Lieferumfang. Das USB-Kabel und das Verbindungskabel zum zweiten Satelliten sind fest am rechten Lautsprecher angebracht und lassen sich nicht entfernen.

Kommen wir zum Design, welches beim Nommo doch recht außergewöhnlich ist. Es ähnelt tatsächlich einem Fön, jedoch sieht das Äußere in unseren Augen gar nicht mal schlecht aus - wie immer: Geschmackssache. Weniger subjektiv: Beim Auspacken ist einem auch direkt die Größe aufgefallen. Die Nommo-Speaker sind größer, als man vorher vielleicht gedacht hat.

Ansonsten besteht der gesamte Lautsprecher aus matt-schwarzem Kunststoff. Die Verarbeitung ist wie von Razer gewohnt sehr gut. Alles sieht sauber verarbeitet aus, es gibt keine optischen Mängel und Spaltmaße sucht man vergebens. Auch die Stabilität ist gut: Obwohl die zylinderförmigen Lautsprecher recht groß und schwer sind brauch man nicht an ein eventuelles Umkippen denken.

Technische Informationen

Fangen wir mit dem Herzstück an: Die von Razer stark beworbenen 3-Zoll-Treiber aus Glasfaser. Die Einarbeitung von eben dieser Glasfaser in die Lautsprechermembran soll ein schärferes Klangbild und eine längere Haltbarkeit garantieren. Für den tiefen Frequenzbereich sind die rückseitig ausgerichteten Bassöffnungen zuständig.

Auf dem Standfuß des rechten Lautsprechers finden sich der Lautstärke- und Bassregler. Interessant ist die eingebaute automatische Verstärkungsregelung, die Verzerrungen und Störgeräusche bei starkem Bass in Verbindung mit hoher Lautstärke vermindern soll. Ebenfalls an Bord ist die Chroma-Beleuchtung, die die Standfüße in Form eines Streifens umschließt.

Alle technischen Informationen im Überblick:

BezeichnungBreitband-2.0 PC-Lautsprecher
Treiber2x 3-Zoll-Treiber aus gewebter Glasfaser
Frequenzbereich50 bis 20.000 kHz
BassöffnungRückseitig ausgerichtet
Anschlüsse1x 3,5-mm-AuxIn-Klinke, 1x 3,5-mm-Kopfhörer-Klinke
BeleuchtungChroma-fähig (Nur Nommo Chroma)

Soweit so gut, doch was unterscheidet das Chroma-Modell vom Standard Nommo? Nun ja, leider nicht viel. Die beleuchteten Nommo-Lautsprecher haben natürlich die Chroma-Beleuchtung verbaut. Weiterhin ist ein DAC integriert, deshalb findet die Audioverbindung zum PC auch via USB statt. Hier stoppt allerdings schon die Liste der zusätzlichen Funktionen. Razer verlangt dafür zusätzliche 60 Euro, doch zum Preis später mehr.

Praxistest und Software

Starten wir zunächst mit dem Aufbau, denn der ist fix vorrüber. Einfach Netzteil an die Steckdose und am rechten Lautsprecher anschließen, danach den linken Lautsprecher verbinden und das USB-Kabel in den Computer stecken. Jetzt nur noch für den vollen Funktionsumfang die Razer-Synapse-3 Software herunterladen und man hat alles getan, was beim Nommo gemacht werden soll.

Zunächst mal die Software. Anders als bei vielen anderen Razer-Produkten lässt sich bei den Nommo Chroma nicht sehr viel einstellen. Man hat einen Equalizer, der nur vier voreingestellte Sound-Modi bietet. In diesem Fall sind diese "Standard", "Spiel", "Musik" und "Film". Ob diese etwas taugen klären wir später. Ansonsten ist noch die Beleuchtung da, die sich wie bei jedem anderen Chroma-Gerät einstellen lässt. Hier hat der Nutzer die freie Farbwahl, auch in welcher Art und Weise die Lautsprecher leuchten sollen, lässt sich festlegen.

Wie siehts mit der Usability aus? Im Großen und Ganzen ziemlich gut. Die Lautstärke und der Bass lassen sich intuitiv mit zwei Rädern anpassen und die Chroma-Beleuchtung zeigt visuell, wie laut bzw. basslastig die Lautsprecher zurzeit eingestellt sind. Jedoch hat man den Platz für den Kopfhörer-Eingang schlecht gewählt. Jedesmal den Klinken-Anschluss auf der Rückseite zu suchen, sobald man sein Headset einstecken möchte, ist nicht unbedingt praktisch.

Kommen wir zum wichtigsten Kriterium bei Lautsprechern: Wie klingt das 2.0-System? Wir waren zunächst angenehm überrascht. Die Lautsprecher konnten uns beim ersten Anhören von Musik zwar nicht vom Hocker hauen, aber es fiel sofort die gute Soundqualität auf. Das recht dynamiklose Klangbild trübte allerdings den Gesamteindruck, nicht zuletzt aufgrund des fehlenden Tiefgangs durch einen dedizierten Subwoofer.

Jedoch sollte man nicht zu hart sein. Auch wenn das Gesamt-Klangbild nicht atemberaubend ist, so bietet das Nommo doch recht klare Höhen und Mitten. Auch die rückseitigen Bassöffnungen liefern im tiefem Frequenzbereich bis zu einem gewissen Punkt einen guten Druck. Aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Wirklich basslastige Musik kann das Nommo nur schwer wiedergeben, stattdessen hört man nur ein dumpfes Hämmern ohne die Schlagkraft eines richtigen Subwoofers. Das Nommo Chroma ist eben nur ein 2.0-Soundsystem.

Ein direkter Vergleich mit 2.1-Lautsprechersystemen ist natürlich aufgrund des komplett fehlenden Tieftöners unsinnig. Im Vergleich mit anderen 2.0-Systemen hingegen braucht sich das Nommo nicht zu verstecken. Das Vergleichsmodell Bose Companion 2 bietet einen ähnlichen Sound, wobei Razers Lautsprecher mit einem besseren Tiefgang punkten können.

Auch andere vergleichbare Lautsprechersysteme sind mit dem Nommo zwar gleichauf, können es aber leistungstechnisch nicht übertreffen. Die Chroma-Version hingegen legt preislich noch eine Schippe drauf. Hier bewegt man sich schon in den Bereich, in dem sich ein 2.1-System vermutlich mehr lohnen würde. Also wo bleibt da der Vorteil beim kompakten Nommo, außer die Ähnlichkeit zum Haartrockner? Fassen wir im Fazit zusammen.

Fazit

Starten wir mit den positiven Dingen, die das Nommo Chroma zu bieten hat. Die sehr gute Verarbeitung, das schicke Design - auch wenn das Geschmackssache sein dürfte - und die hübsche Chroma-Beleuchtung sprechen für sich. Auch die Synchronisation mit anderen Razer-Geräten in der Synapse-3-Software klappt wunderbar. Zusätzlich ist auch die sehr simple Handhabung zu erwähnen.

Hört sich bis jetzt ganz gut an, jedoch gibt es einen großen Kritikpunkt: Der Sound. An dem ist an sich nicht viel auszusetzen, es handelt sich ja immernoch lediglich um ein 2.0-System. Schaut man sich jedoch den Preis von 169,99 Euro an (Razer Online-Shop, Stand 03/2018), schwindet die Euphorie. Die gebotene Leistung ist dem Preispunkt entsprechend nicht allzu stark.

Es bleibt aber die Tatsache, dass man das normale Nommo ohne Chroma-Beleuchtung und USB-Anschluss bereits für 109,99 Euro bekommt. Lohnt sich da die Anschaffung in Anbetracht der starken Konkurrenz überhaupt? Naja, verallgemeinernd lässt sich das natürlich nicht beantworten. Da man aber mit dem Basis-Nommo nicht viel Falsch macht und die Chroma-Version dennoch Razer-Liebhaber und RGB-Fans beglückt, gibt es auch unsere Redaktionsempfehlung.

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Ilias

Datum:
24.03.2018 | 16:18 Uhr
Rubrik:
Multimedia
Tags:
2.0 Chroma Lautsprecher Nommo Razer Razer Nommo RGB sound Soundsystem

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