Test: Edifier CineSound B7 2.1 Soundbar

Soundbars gibt es viele auf dem Markt und die meisten sind dafür gedacht, dem TV zur Seite zu stehen. Edifier hat mit dem B7 eine 2.1-Soundbar im Angebot die zwar auch vor einem Fernseher stehen kann, aber auch als Desktop-Lösung für den PC gedacht ist. Mit Features wie Bluetooth 4.0 und simpler Wandbefestigung sowie einer Gesamtleistung von 145 Watt möchte das B7 überzeugen. Ob es das schafft, lest ihr im Test.


Für viele stellt sich die Frage, ob es ein Soundsystem mit einzelnen Satelliten werden soll oder doch eine Soundbar. Denn die Lautsprecherleisten werden immer beliebter und noch wichtiger: Sie werden immer besser. Der chinesische Audio-Experte Edifier ist schon lange auf dem Markt der Soundbars vertreten, unter anderem mit dem Edifier B7. Die 2.1 Soundbar mit kabellosem Subwoofer ist bereits länger auf dem Markt und scheint sich ausgesprochen gut zu verkaufen. Grund genug, das Modell mal im Test genauer anzuschauen.

Lieferumfang

Das gesamte System kommt in einer zusammengesetzten Konstruktion aus zwei Kartons daher. Das sieht sehr lustig aus aber dient wohl eher dem Zweck, das Gerät in ein Paket zu packen und dennoch gut zu polstern. Zur Soundbar und der Bassbox legt Edifier alle Kabel bei, die man insgesamt anschließen kann. Dazu gehören ein Stromkabel für den Subwoofer, ein optisches Kabel, ein Klinkenkabel und ein Adapter für 3,5mm-Buchse auf 2x Cinch. Hinzu kommen die Fernbedienung, eine Wandbefestigungsschiene für die Soundbar sowie die Bedienungsanleitung.

Verarbeitung und Design

Kommen wir zur Verarbeitung, auch wenn es hier nicht viel zu sagen gibt. Grundsätzlich ist die Verarbeitung sehr gut und lässt wenig Raum für Kritik. Das gesamte System fühlt sich hochwertig an und nichts knarzt herum. Allerdings fallen beim Subwoofer einige unsaubere Stellen auf. Auch die simplen Holzschrauben hätte man in der Preisklasse längere Schrauben und evt. auch aufgeleimte Holzklötzchen wünschen können. Auch der aufgeklebte Schaumstoff hätte etwas mehr sein können um überspitzende Resonanzen zu glätten und den Bereich um 60 bis 90 Hz auszuschließen. Doch dazu später mehr.

Das alles ist jedoch kein Beinbruch, denn Overall ist das System solide verarbeitet und hübsch anzusehen. Apropo ansehen, kommen wir weiter zu Design: Black ist hier das Motto und fast alles ist im schlichten schwarz gehalten. Die Soundbar zieren Aluminiumapplikationen auf den beiden Enden links und rechts, das Edifier Logo ist indes präsent in der Mitte des Kunstfasergitters platziert. Die Abdeckung bietet keine Sicht auf die Hoch- und Mitteltöne und lässt sich normalerweise auch nicht abnehmen. Auf der Rückseite des dreieckigen Zylinders findet man alle Anschlüsse sowie ein fest angebrachtes Stromkabel.

Die Bassbox ist bis auf das Edifier Logo an der Vorderseite komplett mattschwarz beschichtet. Auf der Rückseite findet sich der Bass-Regler, Power-Schalter, Pair-Knopf und Stromeingang. Weitere gewohnte Anschlusskabel sind aufgrund der Wireless-Konnektivität nicht vorhanden. Insgesamt ist das B7-System schlicht gestaltet und kann durch das schicke und zeitgemäße Design unter jedem Fernseher und Monitor Platz finden.

Technik und Usability

Lassen wir die ein Meter lange Soundbar erstmal außen vor und starten mit dem Subwoofer. Dieser misst 32,8 x 24,8 x 29,2 cm und ist rund acht Kilogramm schwer. Von außen betrachtet fällt einem nichts Besonderes auf, bis auf das Fehlen jeglicher Anschlüsse und dass der Subwoofer nach dem Downfire-Prinzip arbeitet. Das heißt, dass der Tieftöner auf der Unterseite angebracht ist und den Schall nacht unten abstrahlt.

Vorteile bringt diese Technik aber nur dann, wenn der Subwoofer relativ frei stehen kann. Eine Wand im Hintergrund geht hier noch in Ordnung, kommt aber eine Ecke mit zwei Wänden hinzu sind Reflexionen und überlagerte Schallwellen vorprogrammiert. Für die Bassbeschallung ist der 21cm Tieftöner zuständig, die Ausgangsleistung beträgt hier 75W.

Jetzt ist die Soundbar dran: Ein Meter ist sie lang und fünf Kilogramm schwer. Hinter dem Gitter verbergen sich 19 Millimeter Seidenkalotten-Hochtöner sowie zwei 70 Millimeter Mitteltöner. Zusätzlich verbaut sind drei Verstärker ausgestattet mit einem DSP (Digital Signal Processor) und DRC (Dynamic Range Control). In der Mitte befindet sich neben der Verstärkereinheit noch das Netzteil, der Infrarotempfänger für die Fernbedienung sowie die Status-LED.

Am rechten Ende der Soundbar finden sich einige Knöpfe. Mit ihnen kann man ohne Fernbedienung die Lautstärke einstellen, zwischen den Eingängen wechseln und das gesamte System ein- bzw. ausschalten. Letzteres befiehlt die Soundbar automatisch, wenn ca. 10 Minuten kein Signal mehr anliegt. Im ausgeschalteten Zustand beträgt die Stromaufnahme 0,4 Watt, das gleiche geht nochmal für den Subwoofer drauf (insgesamt 0,8 Watt).

Anschlusstechnisch hat Edifier nicht gespart. Rückseitig findet man neben zwei getrennten Analogen Eingängen (Klinke, Cinch) noch zusätzliche Eingänge für Coax und SPDIF. Hinzu kommt natürlich drahtloses Bluetooth 4.0. Angaben zu den unterstützten Features hat Edifier allerdings nicht gemacht. Die Fernbedienung ist zwar optisch kein Hingucker, bietet aber alle nützlichen Funktionen plus drei Sound-Profile, auf die wir im Praxistest genauer eingehen.

Sehr einfach gestaltet ist die Vorkehrung für eine Wandbefestigung. Der Kunde hat dabei die Wahl, ob er die Soundbar an zwei Punkten über Haken oder Schrauben an die Wand nagelt, altativ kann mittels beigelegter Montageschiene auch eine feste Montage vorgenommen werden. Damit lässt sich die Soundbar schnell und unkompliziert ein- und aushängen.

Praxistest und Klang

Bevor der Praxistest starten kann, ist logischerweise der vorherige Aufbau notwendig. Dieser geht schnell und einfach von statten. Zuerst die Soundbar und der Subwoofer an eine Steckdose stecken und miteinander mittels "Pair" verbinden. Danach noch die Audioquelle mit gewünschtem Eingang verbinden und fertig. Über Bluetooth verbindet man sich schnell mit der Soundbar, gewünscht hätten wir uns aber eine NFC-Funktion mit der man auch neue Geräte binnen Sekunden verbinden könnte.

Wir haben die Soundbar auf dem Schreibtisch und den Subwoofer freistehend unter dem Tisch platziert. Der erste Eindruck war: Schick. Auch wenn die Soundbar doch recht schlicht ist, macht sie optisch dennoch was her. Nachdem der kurze Aufbau zu Ende war, folgte der erste Soundtest. Rein vom Hören viel sofort auf, dass der Bass zu sehr dröhnt.

Es gibt drei voreingestellte Sound-Profile. Der erste wäre "News", hier ist das gesamte System recht neutral und der Subwoofer hält sich ein wenig zurück - Letzterer kann durch den Bassregler aber ein wenig dynamischer gestaltet werden, hier sind die Vorlieben des jeweiligen Zuhörers gefragt. Der Modi "Movie" zeigt sich als wahre Katastrophe, hier wird das Klangbild eher verschlimmert statt verbessert. Die Sprachverständlichkeit geht im planlosen Rumpeln unter, während Stimmen undeutlich und hochtönend auf den Hörer schießen.

Im dritten Profil "Music" merkt man auch wieder, was wir beim ersten Einschalten festgestellt haben: Der Frequenzbereich des Subwoofers wurde zu hoch ausgelegt. Eine tiefere Abstimmung des Resonators hätte hier besser getan, denn es fehlt definitiv der Tiefgang. Für manche Musik reicht dies zwar aus, aber in Anbetracht des großen Tieftonchassis und der Verstärkerleistung wäre eine bessere Abstimmung sicherlich realisierbar gewesen.

Die Lautstärke geht in Ordnung, solange man keine Saalbeschallung benötigt. Jedoch wird es bei Räumen ab 20 qm² kritisch, denn durch die enge Platzierung der Lausprecher in der Soundbar ist eine Stereobeschallung nicht auf großem Raum möglich. Auf dem Schreibtisch mag das belanglos sein, aber im großen Wohnzimmer unterm Fernseher könnte das durchaus zum Problem werden.

Bei der subjektiven Hörprobe konnte das CineSound B7 nichtsdestotrotz eine gute Figur machen. Die Mitten klingen ausgewogen und nie unterpräsent, die unteren Mitten und der Oberbass überraschend angenehm. Wobei hier letzteres von der zweckmäßigen Aufstellung des Subwoofers abhängt. Die Höhen und oberen Mitten hören sich klar an, allerdings ist gelegentlich die Stimmwiedergabe etwas zu künstlich. Dem Bass fehlt, wie bereits erwähnt, der Tiefbass.

Fazit

Unauffälliges und platzsparendes Design, gepaart mit üppiger Konnektivität und solidem Sound. Das CineSound B7 ist in vielerlei Hinsicht eine gute Soundbar-Combo mit Subwoofer, welche mit echten 2.1-Systemen definitiv mithalten kann. Gravierende Kritikpunkte sucht man vergebens, lediglich der Tiefbass hätte präsenter sein können und der Subwoofer ein wenig besser verarbeitet.

Edifier verlangt für das Gebotene rund 270 Euro (Stand 02.01.2018), das ist unserer Meinung nach in Ordnung und lässt einen die wenigen Fehler vergessen. Wer also dem steigenden Trend einer Soundbar folgen möchte ohne dabei sein Haus zu verpfänden oder kein Platz für ein 5.1-System hat, für den ist Edifiers CineSound B7 eine gute Option. Aus diesem Grund sprechen wir der Soundbar-Combo von Edifier unsere Redaktionsempfehlung aus.

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Ilias

Datum:
03.01.2018 | 17:46 Uhr
Rubrik:
Multimedia
Tags:
2.1 active speaker Edifier edifier B7 Heimkino soundbar Subwoofer

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