Test: Aorus X470 Gaming 7 Wifi im Test

AMD hat vor etwa einer Woche die neue Ryzen 2000-Serie offiziell vorgestellt. Nach und nach erscheinen passende Unterbauten für die etwa durch die Bank weg zehn Prozent schnelleren CPUs der aktuellen Generation. Erneut setzt man auf den Sockel AM4, der noch bis zum Jahr 2020 aktuell ist. Gigabyte bietet mit dem Aorus X470 Gaming ein Mainboard an, das für die nächste Zeit gerüstet sein soll - wir machen den Test.


AMDs Ryzen 2000-Serie ist draußen - und damit auch ein neuer Chipsatz, der neue Mainboards mitbringt. Unter den Modellen zum Start findet sich auch ein - zumindest auf dem Papier - potentes Modell von Gigabyte, das der Gaming-Serie Aorus angehört. Das X470 Gaming 7 Wifi soll anspruchsvolle Nutzer zufriedenstellen und mit dem Sockel AM4 bis zum Jahre 2020 aktuell bleiben. Wir testen, ob das Aorus X470 Gaming 7 eine solide Basis für den Spieler bietet.

Die Übersicht zeigt die aktuell erhältlichen Sockel, auf die sämtliche Ryzen (2) Prozessoren passen. Klar zu sehen ist auch ohne große Vorkenntnisse, dass der neue X470 kaum neue Features gegenüber dem X370, dem ehemaligen Top-Chipsatz mitbringt. AMD zufolge habe man mit ASMedia zusammengearbeitet, um die Leistungsaufnahme im Leerlauf und unter Last um bis zu 20 Prozent zu senken, auch wenn man beim gleichen Fertigungsverfahren geblieben ist.


Weitere Verbesserungen betreffen die Lastverteilung, da die neuen Ryzen-Prozessoren mit höheren Taktraten laufen, insbesondere dann, wenn übertaktet wird, wäre eine bessere Ausnutzung der aufgenommenen Energie nötig. Neu mit dazugekommen ist Precision Boost Overdrive, das allerdings zu einem späteren Zeitpunkt per Update verfügbar ist, sowie StoreMi.

StoreMi ist in einfachen Worten ausgedrückt ein intelligentes System, das oft benutzte Dateien auf den schnellsten Datenträger spielt. Hierbei werden alle angeschlossenen Datenträger als eines angezeigt und gehandelt - das Ganze passiert ohne Zutun des Nutzers im Hintergrund. Angenommen: Einem System mit einer 1TB-Festplatte wird eine schnelle SSD beigesellt - hier greift StoreMi und nutzt die SSD, um oft benötigte Daten schneller zu laden - ergo: Das System zu beschleunigen. Dazu braucht man keine Neuinstallation des Betriebssystems und das Ganze funktioniert auch mit mehr als zwei Datenträgern. Wer ein X470-Mainboard nutzt bekommt das Paket kostenlos, alle anderen Nutzer eines Ryzen-Mainboards können die Software für etwa 20 Euro kaufen.

Sinnvoll ist bei einer Neuanschaffung gleich das Aktuellste zu kaufen. Dementsprechend liegt es nahe, einen Ryzen-Prozessor der zweiten Generation mit einem aktuellen Mainboard mit X470-Chipsatz zu kombinieren. Aus diesem Grund haben die zahlreichen Boardpartner zum Start so einige Modelle parat.

Aorus X470 Gaming 7 Wifi

Das Gaming 7 Wifi ist eines von drei Gaming 7 X470-Mainboards, während weitere Modelle der Gaming 5-Serie die unteren Preisbereiche abdecken. Die "7" in der Produktbezeichnung steht für eine stärkere Spannungsversorgung mit digitalen 10+2-Phasen - Modelle der Gaming 5-Baureihe haben hier 8+3. Mehr Phasen zu haben ist schön und gut - selbige müssen allerdings auch adäquat gekühlt werden. Aorus nimmt das wortwörtlich und verpasst dem Gaming 7 Wifi zwei Kühlkörper, welche über eine Heatpipe miteinander verbunden sind. Anders als ältere Modelle der Baureihe hat das aktuelle Gaming 7 Wifi einen feinen Kühlkörper bei dem die Kühlfinnen deutlich zu sehen sind. Auch hochwertigeren Mainboards vorbehalten ist die Verschraubung der Heatpipes mit einer soliden Platte an der Rückseite, statt der Nutzung billiger Kunststoff-Pushpins.

Große Kühler könnten bei dem einen oder anderen Mainboard zum Problem werden - nicht aber beim X470 Gaming 7 Wifi. Um die RAM-Bänke gibts genug Platz, selbst größere Module könnten unter ausladenden Kühlkörpern dank ordentlichem Abstand vom Prozessor zum Arbeitsspeicher genutzt werden. Außerdem ist anzumerken, dass ein x1-PCI-Express-Konnektor den Anfang bildet - das gibt noch extra Platz zwischen GPU und Kühler. Zwischen einem NH-D15 sowie der im Test verwendeten GTX 1080 Ti waren noch etwa drei Zentimeter Platz.

RGB und metallverstärkte Slots sind absolut im Trend - das Gaming 7 Wifi greift diese Trends auch gleich auf. Eine austauschbare Blende gibt dem Mainboard den typischen "Gaming-Look" - bei Bedarf lässt sich selbige gegen eine selbst 3D-Gedruckte austauschen. Zwei digitale LED-Header, zwei weitere RGBW- und ein RGB-Konnektor stehen auch noch bereit. Die Leuchteffekte können entweder direkt im BIOS oder mithilfe der RGB Fusion-App eingestellt werden.

Aorus macht in Sachen Layout einiges richtig: Die Debug-LED ist praktisch, das gleiche trifft auch auf die Temperatur-Sensoren zu. Dual-BIOS ist inzwischen Standard - mit einem Switch zum Wechseln. Einfaches Übertakten mit einem Knopfdruck, ein dedizierter Power-Knopf auf dem Mainboard, ein Clear-CMOS-Knopf und USB-3.1 Typ-C als Header für die Front (für das passende Gehäuse) sind ebenfalls mit an Bord.

Das Aorus Gaming 7 Wifi ist ein Modell, das extrem viel zu bieten hat - frei nach dem Motto: Nice to have. Der Enthusiast entscheidet dann, was davon regelmäßig genutzt wird. Jedenfalls finden sich auf der Platine drei speziell für Radiatoren vorgesehene FAN-Header an praktischen Stellen, um sich nicht um ein unsauberes Verlegen der Kabel zu sorgen. Auch gerne gesehen: Das Mainboard bietet die Option FAN-Stop, was man so von Grafikkarten kennt: Im Leerlauf oder wenn die Temperaturen niedrig genug sind, hören die angeschlossenen Lüfter auf zu drehen. 

Die beiden PCIe-X16-Slots sind direkt mit der CPU verbunden und bieten die Möglichkeit auch ein Dual-GPU-System mit halbierter Bandbreite (x8) je Slot zu realisieren. Ebenfalls stehen zwei M.2-Steckplätze für schnelle NVMe-SSDs bereit, wobei lediglich ein M.2-Modul mit 110mm Länge unterstützt wird. Auf der Habenseite stehen außerdem RAID-Support - auch eine Mischkonfiguration SATA/M.2-SATA-SSD ist möglich.

Versteckt ist an der linken Seite die verwendete Audio-Lösung in Form des Realtek ALC1220-VB sowie des ESS Sabre 9018Q2C DAC - hier wurden hochwertige Kondensatoren eingesetzt. 

Immer mehr Mainboard-Hersteller machen das, was sich viele Nutzer schon lange wünschen: Integrierte ATX-Blenden, direkt ans Mainboard. Vorbei sind die Zeiten, in denen man das Mainboard wieder ausbauen muss, um die Blende wieder einzusetzen. Das Aorus Gaming 7 Wifi macht es den Nutzern leichter - die Kunststoff I/O-Blende sieht gut aus und umfasst sechs USB 3.1 Gen 1-, einen USB 3.1 Gen 2 Typ-C-, einen USB 3.1 Gen 2 Typ A-, zwei USB 2.0-Ports, Gigabit LAN und die üblichen Audio-Steckplätze.

Die Firmware basiert auf einer simplen, aufgeräumten Version älterer Fassungen. Wir würden es begrüßen, wenn uns das BIOS verrät, wie viele Änderungen wir an den Einstellungen in Summe vorgenommen haben. Außerdem nervig: Der Maus-Cursor bewegt sich zu langsam.

Gut ist, dass alles auf Standard gesetzt ist: Keine versteckte Übertaktungs-Option, die ab Werk läuft. Der Nutzer muss also selbst entsprechende Änderungen vornehmen und weiß von vorneherein, wie was läuft. Smart Fan 5 zur Regelung der Lüfter ist ein einfaches Werkzeug, das die angeschlossenen Rotoren erkennt und auf einem Graphen in fünf Punkten eine Regelmöglichkeit bietet. Alles in Allem ist das BIOS ordentlich, in unseren Augen aber nicht ganz so gut wie etwa die Iteration von ASUS.


Inhaltsverzeichnis

  1. Aorus X470 Gaming 7 Wifi im Test
  2. So testet PC-Max
  3. Benchmarks: CPU
  4. Benchmarks: Speicher
  5. Benchmarks: Datenträger
  6. Benchmarks: Gaming
  7. Leistungsaufnahme
  8. Benchmarks: Overclocking
  9. Fazit

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