Feature: Gigabyte Z87-Line-Up vorgestellt (Video-Update)

Vergangenen Freitag veranstaltete Gigabyte in Düsseldorf ein Presse-Event, um die kommenden Mainboards der Z87-Riege für Intels Haswell-CPUs zu präsentieren. Im Meeting-Raum zeigte das Unternehmen neun ausgewählte Hauptplatinen, die sich an Gamer, Übertakter und natürlich auch an konventionelle User richten. Die Features, Ausstattungsmerkmale sowie Gedanken hinter den einzelnen Modellen, wurden uns ausführlich erklärt und teils auch im Video erläutert. In diesem Artikel fassen wir für euch alle Fakten zusammen. 


Am Freitag der letzten Woche wurden wir nach Düsseldorf ins Radisson-Blu-Hotel zu einem Presse-Event von Gigabyte eingeladen, um uns ein eigenes Bild von den kommenden LGA1150-Hauptplatinen für die Haswell-CPUs zu machen. Ausgestellt wurden neun ausgewählte Mainboards, die sich in Einsatzzweck, Aussttatung und Feature-Vielfalt deutlich unterschieden.

Zum einen konnten wir die Gamer und OC-Modelle begutachten, die in Form der G1-Sniper-5- beziehungsweise Z87X-OC-(Force)-Platinen vorlagen. Andererseits zeigte das Unternehmen die klassischen UDH-Ableger, die sich an die konventionellen PC-Nutzer richten. Allen Mainboards mit UDH-, OC- und G1-Sniper-Kennung gemein, ist die "Ultra Durable 5 Plus"-Technologie, die die vier folgenden Punkte beinhaltet:

  • Ultra Cool: Gigabyte verspricht eine außerordentlich gute Kühlung der MOSFETs und des PCHs durch große und leistungsfähige Kühler. Zudem sind die Oberklassemodelle der OC- sowie Gamer-Baureihe mit einer Wakü-Vorbereitung versehen und mit kleinen Lüftern ausgestattet. Letztere können laut Hersteller im BIOS deaktiviert werden.
  • Ultra Performance: Damit spricht Gigabyte die digitale Spannungsversorgung von CPU, iGP und RAM an. Die dazugehörigen, hochwertigen Wandler und ICs stammen von International Rectifier. Selbige sollen effizient ausgenutzt werden und selbst unter Last kühl bleiben, um eine höchstmögliche Stabilität des gesamten Systems zu gewährleisten.
  • Ultra Safe: Dank einer UEFI-Konfiguration mit zwei Chips steht bei Problemen immer ein zweites BIOS als Back-Up bereit. Sollten beispielsweise eine Fehleinstellung oder ein Flash-Unfall dazu führen, dass das System nicht mehr bootet, wird automatisch die Sicherheitskopie des zweiten UEFI-Bausteins auf den ersten gespielt. Somit entfällt ein langwieriger RMA-Vorgang.
  • Ultra USB3+: Dieses Feature bringt satte zehn USB-Ports auf das jeweilige Mainboard, die sich auf sechs Anschlüsse am Backpanel und zwei interne Header aufteilen. Die am I/O-Panel befindlichen Buchsen sind durch einzelne Sicherungen voneinander getrennt, sodass im Falle eines USB-Schadens nur der jeweilige Port ausfällt.

Zu den weiteren Besonderheiten aller Modelle zählen die schwarzen Kondensatoren von Nippon Chemicon, die mit einer Betriebsdauer von 10.000 Stunden bei 105 Grad Celsius spezifiziert sind. Im normalen Alltag sollen die Bauteile mindestens 50.000 Stunden durchstehen, ohne einen Defekt aufzuweisen. Natürlich implementiert der Hersteller weitere Neuheiten in die neuen Ableger, doch alle einzeln aufzuzählen würde den Rahmen sprengen. Stattdessen werden wir die gezeigten Modelle aufführen und deren Features samt Ausstattung aufzeigen.

Klassik-Serie

Die Klassik-Serie von Gigabyte war auf dem Event in zahlreichen Variationen zu begutachten: Insgesamt fünf Modelle wird es mit Z87-Chip geben, die sich wie gewohnt auf den Einsteiger-, Mittelklasse- und Oberklasse-Bereich aufteilen. Als Spitzenmodell der Klassik-Familie geht das Z87X-UD5H an den Start, das durch die goldenen Farbgebung geprägt ist. Laut Hersteller soll somit auch optisch zu sehen sein, dass das genannte Board in der oberen Riege platziert ist. Dementsprechend umfangreich fällt auch die Ausstattung aus: Zu den nennenswerten Features zählen neben der UD5-Plus-Technologie, die beiden LAN-Ports am Backpanel und der OC-Bereich mit Spannungsmesspunkten, Tastern, Debug-Anzeige sowie Schiebereglern.

Das Z87X-UD4H kann mit einem ähnlichen Ausstattungsumfang aufwarten, muss aber auf einen LAN-Port und zwei SATA-Schnittstellen verzichten. Die Aufteilung der Erweiterungssteckplätze erfolgt wie beim UD5H-Ableger. In Sachen Design hält sich Gigabyte bei diesem Modell an den Kundenwunsch und gestaltet die Kühlerabdeckungen rot. 

Weitere Einschnitte muss der potenzielle Käufer beim Z87X-UD3H hinnehmen. Das Unternehmen reduziert bei diesem Einsteiger-Modell die digitalen PWM-Phasen. Ansonsten sind die Änderungen zum UD4H im Detail zu suchen.

Weiter unten im Portfolio platzieren sich Z87X-U3H und Z87X-U3HP. Beide Mainboards müssen weitestgehend auf die "Ultra Durable 5 Plus"-Features verzichten und sind daher mit gewöhnlichen Solid-Caps versehen. Der OC-Bereich, einige SATA-Ports und der zweite, interne USB-3.0-Header fallen weg. Zudem wurde die Spannungsversorgung auf lediglich vier Phasen gekürzt. Die zwei Einsteiger-Modelle sind außerdem mit nur zwei PCI-Express-x16-Slots versehen. Einen Onboard-Headphone-Verstärker wie bei den UDH-Modellen sucht der Nutzer vergebens.

G1-Sniper-5-Serie

Klar war, dass Gigabyte die Sniper-Serie auch ins kommende Z87-Portfolio aufnehmen wird. Verwunderlich ist dabei nur die Produktnummer, denn die Z77-Modelle hören auf den Namen "G1 Sniper 3". Was also ist mit der vierten Generation der Gaming-Mainboards passiert? Der Hersteller erläuterte diesen Umstand wie folgt: Im asiatischen Raum ist die "4" eine absolute Unglückszahl, weshalb die G1-Sniper-4-Serie sozusagen übersprungen wurde.

Die kommenden Gaming-Platinen teilen sich in zwei Modell-Varianten auf, die sich insbesondere im Format unterscheiden. Das G1 Sniper 5 kommt als ATX-Mainboard auf den Markt und bietet vier Steckplätze für Grafikkarten. Zwei davon sind mechanisch voll angebunden. Die 16 nötigen Lanes pro Slot bei Verwendung von zwei Grafikkarten, stellen die CPU und ein zusätzlicher PLX-Chip bereit. Natürlich lässt sich auf dem G1 Sniper 5 auch eine Quad-GPU-Konfiguration realisieren. Dann stehen jedem 3D-Beschleuniger immerhin noch acht Lanes zur Verfügung. Als weiteres Highlight ist die Onboard-Sound-Lösung zu nennen, deren Vorverstärker dank des modularen Aufbaus getauscht werden kann. So soll jeder audiophile Spieler je nach Geschmack das möglichst beste Sound-Erlebnis am PC erfahren. Einen zusätzlichen Amplifier legt der Hersteller mit ins Package, bietet jedoch in Zukunft weitere Versionen an, die sich dann optional erwerben lassen. Die Grundlage des Onboard-Sounds bildet Creatives Sound Core 3D, der von einer isolierenden Metallkappe abgeschirmt ist, damit keinen Interferenzen auftreten. Der gesamte Audio-Bereich wurde physisch vom restlichen Board durch eine Light-Pipe getrennt, um eine optimale Sound-Qualität zu erreichen. Gerade die für Gamer wichtige LAN-Performance beziehungsweise die Verbindungsqualität wird durch einen Killer-E2200-Controller von Quallcomm/Bigfoot verbessert. Damit spart sich der Spieler den Kauf einer dedizierten Netzwerkkarte.

Für die markante Sniper-Optik sorgt erneut eine auffällige Kühllösung, die bei der neusten Generation im Falle des ATX-Modells mit einer Wakü-Vorbereitung ausgestattet ist. Zudem bringt der Hersteller einen Lüfter auf dem Alu-Block über den MOSFETS an. Diese Features sind laut eigener Aussage ein Kundenwunsch. Ansonsten kann auch das G1 Sniper 5 mit der UD5-Plus-Technologie aufwarten. Der OC-Bereich gehört wie die schwarzen Kondensatoren und die zahlreichen USB-3.0-Anschlüsse zu diesem Produkt-Merkmal. Dual-LAN, zehn SATA-Ports, neun Lüfteranschlüsse und eine umfangreiche Spannungsversorgung zählen ebenso zu den Spezifikationen des G1 Sniper 5.

Ein Großteil der genannten Ausstattungsmerkmale ist auf dem Micro-ATX-Ableger in Form des G1 Sniper M5 zu finden. Lediglich im Bereich der Grafikkartensteckplätze und der Kühlung muss der geneigte Käufer aufgrund des kleineren Formats Einschränkungen hinnehmen. Nichtsdestotrotz sind drei PCIe-x16-Schnittstellen untergebracht, von denen zwei mit jeweils einer Dual-Slot-Grafikkarte bestückt werden können. Ansonsten wartet das G1 Sniper M5 mit fünf Lüfter-Headern und sechs SATA-Ports auf. 

OC-Serie 

Einen ähnlichen Feature-Umfang wie das G1 Sniper 5 bietet auch das Z87X-OC Force, welches sich ganz klar an Übertakter richtet. Doch anstatt der hochwertigen Sound-Lösung implementiert Gigabyte hilfreiche Übertakter-Funktionen, die das Arbeiten am offenen Teststand erleichtern sollen. So befinden sich zahlreiche Taster für Start, Reset sowie Takt- und Spannungs-Einstellungen im Bereich der RAM-Bänke. Dort ebenfalls positioniert sind eine Debug-Anzeige, diverse Schieberegler, Spannungsmesspunkte mit entsprechenden Anschlussbuchsen und ein Block mit vier DIP-Switches. Letztere erlauben das einzelne Deaktivieren der Grafikkartensteckplätze, um so eventuelle Störquellen beim Overclocking ausfindig machen zu können. Um die 3D-Beschleuniger bestmöglich anzubinden, verbaut Gigabyte einen PLX-Chip, der die nativen PCIe-3.0-Lanes der Haswell-CPU aufwendig aufsplittet. Damit stehen zwei Grafikkarten 16 Datenleitungen zur Verfügung. Bei einer Quad-VGA-Konfiguration teilen sich die 32 Lanes in jeweils 8 pro Slot auf. Um einen festen Halt der Erweiterungskarten bei der Nutzung auf dem offenen Teststand zu gewährleisten, bringt der Hersteller ein Brace an. Daran lassen sich die Grafikkarten verschrauben. Soll der Betrieb des Z87X-OC Force im Case erfolgen, kann die Halterung logischerweise entfernt werden.

Für Stabilität beim Übertakten sollen die hochwertigen, digitalen Spannungswandler und die schwarzen Kondensatoren sorgen. Die Wärmeableitung dieser Bauteile und des PCHs übernehmen drei Alu-Blöcke, die über eine Heatpipe verbunden sind. Zur Verbesserung der Kühlleistung tragen zwei Lüfter und die Wakü-Vorbereitung bei.

Sparsame Übertakter dürfen sich in Zukunft auf ein Budget-OC-Board von Gigabyte freuen. Mit dem Z87X-OC präsentierte der Hersteller auf dem eigenen Presse-Event eine abgespeckte Version des Force-Ablegers. Selbige wurde im Bereich der Erweiterungssteckplätze, der Kühlung, des I/O-Panels und der MOSFETs beschnitten. Dennoch adaptierte Gigabyte die grundlegenden OC-Features vom Force-Modell. So kann das Z87X-OC mit zahlreichen Tastern, Spannungsmesspunkten und DIP-Switches aufwarten. Ein besonderes Merkmal sind die beiden USB-Ports im Bereich der SATA-Anschlüsse. Diese sollen ein schnelles Arbeiten mit USB-Sticks ermöglichen, ohne ständig das Backpanel nutzen zu müssen. Die Vorrichtung zum Fixieren der Grafikkarten gehört beim kleineren Overclocking-Board ebenfalls zum Lieferumfang.

Bei dem Event endeckten wir ein Mainboard, das nicht zur Z87-Riege gehört, dennoch für Haswell vorgesehen ist: Das Z85M-D3H. Auf dieses Micro-ATX-Modell ging Gigabyte leider nicht ein. Nichtsdestotrotz ist anhand der Aussttatung und der Namensgebung zu erkennen, dass es sich dabei um eine Einsteiger-Platine handelt.

Die Vorstellung der Z87-Familie von Gigabyte zeigt, dass auch aus diesem Hause interessante Grundlagen für die zukünftige Prozessorgeneration von Intel kommen werden. Ein entsprechender Test einer ausgewählten Platine wird sicherlich bald bei uns zu finden sein.

Mainboards von Gigabyte sind in großer Auswahl bei Amazon erhältlich.

Kommentare

Allso das Wakü Board ist ja mal richtig Nice :)

geschrieben am 28.05.2013 um 15:22 Uhr

Ist ja wirklich was für jeden Farbgeschmack dabei! Offensichtlich ist Gigabyte von den blauen PCBs abgerückt, ich bin mal gespannt, wie sie sich in den Tests schlagen.

geschrieben am 28.05.2013 um 21:50 Uhr

Das UD4H gefällt mir. Werde aber noch lange bei meinem Sandy-System bleiben.

geschrieben am 03.06.2013 um 10:23 Uhr

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