NAS-Round-up: Single-Gehäuse
Begriffserklärung
Unter der Bezeichnung Network Attached Storage - kurz NAS - versteht man einen eigenständigen Festplattenspeicher, welcher sich relativ schnell und leicht konfigurieren und verwalten lässt. Im Gegensatz zu herkömmlichen externen Festplatten besitzen NAS-Gehäuse ein eigenes Betriebssystem sowie entsprechende Software, welche über ein Webinterface konfiguriert werden kann. Die Vorteile eines NAS-Systems gegenüber eines Servers ist neben dem geringen Stromverbrauch vor allem die kompakte Bauweise und der relativ leise Betrieb.
Jedoch bringt NAS auch einen Nachteil mit sich: NAS ist nicht für große Datentransfers und schnelle Zugriffe konzipiert. Um einen Server extern zu erweitern eignet sich daher ein SAN-Gerät (Stroage Area Network) wesentlich mehr.
Der Unterschied zu SAN & Co
Neben NAS gibt es noch weitere Arten Dateiserver. So besteht die Möglichkeit, auf SAN (Storage Area Network), DAS (Direct Attached Storage) oder NDAS zurückzugreifen. Vieles klingt zwar gleich oder ähnlich, die Unterschiede im Funktionsumfang und Einsatzgebiet sind jedoch gravierend.
SAN:
Ein SAN - zu deutsch so etwas wie ein Speichernetzwerk - bezeichnet ein Netzwerk zwischen Servern und dessen externen Festplatten. Die Daten, die zwischen Server und Festplatten ausgetauscht werden, werden überwiegend in einem Datenblock übertragen. Das heißt, dass ein geforderter Datenblock (meistens 512Byte groß) transferiert wird. Bei dateibasierenden Datentransfers werden konkrete Dateien (z.B. C:\Dokumente\pc-max.xml), die auf einer Festplatte abgelegt sind, transferiert. Der dateibasierende Datenaustausch benötigt Network File System (NFS).
SAN wird aufgrund der schnelleren Übertragungsgeschwindigkeit vorwiegend in Unternehmen verwendet. Ein weiterer Vorteil ist, dass mehrere Server auf mehrere externe Festplatten über nur ein Netzwerk zugreifen können.
DAS:
Ein DAS ähnelt einem SAN. Im Gegensatz zu einem SAN kann man jedoch kein gemeinsames Netzwerk für die Server und Festplatten nutzen. Das DAS erlaubt nur eine direkte Anbindung der externen Festplatte an den dafür vorgesehenen Host.
NDAS:
NDAS klingt nicht nur fast wie NAS, es ist auch fast das gleiche. Ein gravierender Unterschied ist aber das verwendete Protokoll. NDAS greift auf das LPX (Lean Packet Exchange) Netzwerkprotokoll zurück. NAS benutzt TCP/IP. Wegen LPX wird dem Laufwerk keine IP zugeteilt. Daher ist es notwendig, an jedem PC eine eigene Software zu installieren, um auf das NDAS-Laufwerk zugreifen zu können. Auch die praktische Funktionen bleiben einem daher verwährt.
Übliche Eigenschaften eines NAS
Natürlich kann man nicht pauschal sagen, welchen Funktionsumfang das gekaufte NAS mit sich bringt. Von Grundservices wie FTP über Backup Funktionen bis hin zu MP3-Streaming für das Internetradio in der Küche ist der Umfang weit gefächert.
Einige praktische Eigenschaften von NAS:
- Netzwerkprotokolle: TCP/IP
- Downloadmanager: FTP, Bitorrent
- Multimedia: MP3-Streaming
- Sicherheit: automatisierte Backups
Warum NAS im Heimnetzwerk?
Wie bereits erwähnt, bieten NAS-Systeme nicht die schnellsten Transferraten. Zieht man jedoch die geringe Auslastung eines Heimnetzwerks in Betracht, so könnte sich ein zentraler Speicherort doch lohnen. Denkt man zum Beispiel an einen Haushalt mit zwei oder mehr Computern. Möchte man nun von einem Rechner Musik abspielen, die nur auf einem zweiten Computer abgelegt ist, müsste man entweder den Ordner im Netzwerk freigeben oder die Daten auf einem USB-Stick oder einer CD/DVD zwischenspeichern. Ein NAS hingegen bietet einen zentralen Speicherort, an dem öffentliche Dateien sicher abgelegt werden können. Ebenso lassen sich auf dem NAS Backups erstellen.
Wer ein Internetradio als Stand-Alone-Gerät besitzt, kann ebenso eigene Musik über sein NAS streamen. Und zu guter Letzt könnte die Vorstellung, von einem fremden Ort, wie der Uni oder aus dem LAN eines Freundes, auf Dateien, die auf dem NAS abgelegt sind, zugegriffen werden. Dies ersetzt die externe Festplatte.
Mister Wong
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