Vergleich: Reeven Kiran und In Win Polaris im Kurztest

Reeven und In Win führen jeweils Lüfter mit RGB-Beleuchtung mit 120-Millimeter-Durchmesser im Portfolio. Da RGB aktuell im Trend liegt und beide Hersteller ihre Rotoren aktiv bewerben, baten wir Reevens Kiran sowie In Wins Polaris zum Test. Wie die beiden Lüfter im direkten Vergleich abschneiden, klären wir im Kurztest.


Reeven und In Win führen schon länger Lüfter im eigenen Portfolio, bekommen dennoch recht wenig Aufmerksamkeit abseits der etablierten Hersteller - zumindest hierzulande. Da kommt der RGB-Trend gerade recht und die beiden Unternehmen aus Fernost wollen mit entsprechender Beleuchtungsvielfalt und guter Verarbeitung bei den Lüftern punkten. Wir schicken den Kiran von Reeven in den Vergleich gegen In Wins Polaris und klären, welcher Lüfter die Nase vorne hat.

Technische Daten und Lieferumfang

Sowohl In Wins Polaris, als auch Reevens Kiran kommen mit den herkömmlichen Ausmaßen eines 120-Millimeter-Lüfters daher. Die Nennspannung beider Rotoren beträgt 12V. Die Lüfterdrehzahl des Kiran liegt im Bereich von 400 bis 1.500 Umdrehungen pro Minute. Beim Polaris von In Win sind es 500 bis 1.280 Umdrehungen pro Minute. Rein technisch (abgesehen von den Beleuchtungsmodi und der Anschlussart) unterscheiden sich die Lüfter schon bei den Lagern. In Win vertraut auf das preiswertere Sleeve Bearing, während Reeven auf das deutlich wertigere Fluid Dynamic Bearing setzt. So kann hat der Kiran im Vergleich zum Polaris eine erheblich höhere Betriebszeit erreichen, die Reeven mit 120.000 Stunden angibt. In Wins Polaris hält laut eigenen Angaben rund 35.000 Stunden durch. Wie sich die Unterschiede im Betrieb auswirken, klären wir später.


Technische Daten im Überblick


Reeven KiranIn Win Polaris
Lüfterdurchmesser120mm120mm
Betriebsstunden120.00035.000
Nennspannung12V12V
Anschluss4-Pin PWM4-Pin PWM
Lüfterdrehzahl400-1500 U/min500-1280 U/min
Luftdurchsatz (maximal)64,8 CFM43,32 CFM
Nennstrom 0.20 A0.10 A
GrundmaterialKunststoffKunststoff
BeleuchtungstypEigener Schalter

ASUS AURA Sync

MSI Mystic Light

Gigabyte RGB Fusion

Asrck RGB

Reeven schickt seine Lüfter in einem kompakten, schwarzen Karton mit gelben Akzenten. Klar zu sehen ist auf der Verpackung, dass es sich hierbei um einen RGB-LED-Lüfter mit der Bezeichnung Kiran handelt. Die Beleuchtungsmodi und Features zeigt die Rückseite auf. Die Seitansicht offenbart die durchschnittliche Lebensdauer des Lüfters, die mit den bereits erwähnten 120.000 Stunden erfreulich hoch ausfällt.

Der Packung liegt neben dem Lüfter lediglich ein Tütchen mit vier Schrauben bei.

In Wins Polaris kommt in einer weißen Verpackung, wobei hier klargemacht werden muss, dass uns zwei im Handel erhältliche Versionen vorliegen. Direkt auf der Verpackung wird unmissverständlich aufgezeigt, dass sämtliche Polaris-Lüfter ohne eigenem Controller auskommen. Für den Erstbetrieb wird zwingend ein Doppel-Pack benötigt, da ein einzelner, seperat erhältlicher Lüfter alleine nicht betrieben werden kann. Hier im Test ist das kein Problem, da uns gleich das benötigte Doppelpack und ein weiterer, einzelner Polaris beiliegt. Produktabbildungen vorne, technische Daten auf der Rückseite - hier ist alles wie gehabt.

Abseits der beiden Lüfter im Doppelpack findet man die Verbindungskabel sowie jeweils vier Schrauben in der Verpackung.

Impressionen

Reevens Kiran fühlt sich hochwertig an, der Rahmen ist verwindungssteif, die Rotorblätter solide verarbeitet. Der Rahmen besteht aus schwarzem Kunststoff, ein weißer, transluzenter Rundrahmen ist in Ersterem eingearbeitet. Dadurch wird die gleichmäßige Ausleuchtung sichergestellt. In alle vier Ecken sind Gummipuffer eingelassen, welche Vibrationen verhindern sollen. 

Das ummantelte 4-Pin-Anschlusskabel ist 50 Zentimeter lang, ein weiteres Kabel kommt aus dem Lüfter hervor. Selbiges mündet in den Taster, mit dem die Beleuchtung individualisiert werden kann. 

In Wins Polaris fühlt sich im direkten Vergleich eine Ecke wertiger an, was wohl am Gewicht liegt (Polaris ist rund 30 Gramm schwerer). Auch In Win setzt auf einen Rahmen, der die Beleuchtung unterstützt, und führt selbigen rund aus. Lediglich die vier Montagepunkte zum Verschrauben ragen an entsprechender Stelle hervor. Gummipuffer stellen sicher, dass Vibrationen so weit wie möglich minimiert werden.

In Win integriert überdies das eigene Logo in den Rahmen und verpasst zwei der vier Montagewinkeln Anschlüsse. Sie dienen zum einen dem direkten Anschluss ans Mainboard und zum anderen zum "Daisy-Chaining", sprich der Verbindung mit weiteren Lüftern der gleichen Serie. Damit vermeidet der Hersteller meist unschönen Kabelwirrwarr. Anders als Reeven ummantelt In Win das 80 Zentimeter lange Anschlusskabel nicht.

Praxistest

Montage

Reevens Kiran war sichtlich einfach zu montieren: Lüfter verschrauben, 4-Pin-Stecker ans Mainboard und los geht der Spaß. Intuitiv kann man mit dem Taster die Farbe und den Beleuchtungsmodus verändern. Dabei behält der Lüfter seine Einstellungen selbst nach einem Neustart bei. Nervig ist allerdings das Verändern der Farbe oder des Modus: Dafür muss das Seitenteil geöffnet werden - eine andere Steuerungsmöglichkeit ist nicht möglich.


In Wins Polaris kommt mit deutlich mehr Kabeln daher. Das Doppelpack beinhaltet die nötigen Steckverbindungen um die Lüfter letztendlich auch in Betrieb zu nehmen. Dafür wird zunächst ein Lüfter mit den 8-adrigen Hauptkabel verbunden. In Y-Ausführung sind daran zwei RGB-Header und der Standard-4-Pin-PWM-Konnektor eingearbeitet. Mit einem weiteren Kabel lassen sich dann weitere Lüfter anhängen, sodass nicht von jedem Lüfter ausgehend ein Kabel mit dem Mainboard bzw. der Lüftersteuerung verbunden werden muss. Gerade deswegen ist der einzelne Polaris nicht nutzbar - ein Doppelpack ist für die Erstausstattung zwingend notwendig.

Lautstärke

Beide Lüfter machen hinsichtlich der Lautstärke kaum auf sich Aufmerksam. Prinzipiell läuft der Kiran von Reeven (lauf-)ruhiger - die subjektiv vernommenen Störgeräusche sind jedoch aus einem geschlossenen Gehäuse nicht herauszuhören. Klar hörbar sind beide Lüfter bei maximaler Drehzahl, bis zu einer Drehzahl von 75 Prozent befindet man sich aber noch in einer angenehmen Geräuschkulisse. 

Optik

Zum Glück ist die Geschmacksfrage eine subjektive Angelegenheit. Alles in allem machen beide Testkandidaten einen guten Job: Die Ausleuchtung ist in beiden Fällen gleichmäßig - das liegt wohl auch daran, dass beide Hersteller auf den gleichen Ansatz setzen: Der Kiran und der Polaris leuchten vom Impeller ausgehend an den umlaufenden Rand. Die transluzenten Lüfterblätter tun da ihr Übriges.

Reeven Kiran (oben) - In Win Polaris (unten)

Fazit

Reeven setzt auf Lager-(Qualität) und In Win auf Optik. Beide Ansätze finden ihre Freunde, weshalb ein klarer Sieger nur schwer auszumachen ist. Die Unterstützung von modernen RGB-Mainboards mit entsprechenden Konnektoren stellt sicherlich das eine Klientel zufrieden - das spricht für das Modell von In Win. Wer sehr leise, laufruhige, langlebige Lüfter sucht und auf die Herstellerangaben vertraut, kann mit dem Kiran von Reeven den richtigen Kauf machen.

Das Zweier-Set von In Win schlägt mit 34,90 Euro zu buche und ist hierzulande erhältlich - anders als die Kiran von Reeven. Laut Hersteller sollen die Lüfter für je 14,90 Euro zu haben sein. Ein Preis der angesichts der abgelieferten Performance in unseren Augen in Ordnung geht.

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