Vergleich: be quiet! Shadow Rock TF2 gegen Noctua

be quiet! gegen Noctua. Im aktuellsten Kühler-Vergleichstest lassen wir insgesamt drei Modelle unterschiedlicher Leistungs-, respektive Anforderungsklassen im Top-Blower-Showdown gegeneinander antreten. 


In einem Vergleichstest der eher ungleicheren Art wollen wir drei Kühler aus dem Hause be quiet! und Noctua gegeneinander antreten lassen. Gemeinsam haben die Kühler zumindest den Grundaufbau als Top-Blower, doch ansonsten unterscheiden sich die Modelle vom Einsatzzweck her teils deutlich. Welche Abstriche man bei den jeweiligen Abstufungen macht, was die Kühler jeweils auszeichnet und wer am Ende in Anbetracht des Gesamtprodukts die Nase vorne hat, klären wir im Folgenden.

Die Kühler in der Übersicht

be quiet! Shadow Rock TF2

Als einziger Kühler von be quiet! baten wir den Shadow Rock TF2 in den Test. Er ist der größte und auch schwerste Kühler im Vergleich: 680 Gramm bei Abmessungen von 165 x 112 x 137 Millimetern. Der Lüfter auf dem Kühler hat 140mm-Abmessungen und kann PWM-gesteuert auch leise agieren. So soll der Shadow Rock TF2 eine TDP von bis zu 160 Watt kalt stellen können. Unterstützt werden alle aktuellen Sockel inklusive des AM4 von AMD. Erhältlich ist der Shadow Rock TF für aktuell rund 50 Euro.


Herstellerbe quiet!
ModellShadow Rock TF2
unverbindliche Preisempfehlung60,00 Euro
Abmessungen Breite: 137 mm x Höhe: 112 mm x Tiefe: 137 mm
Gewicht680 Gramm
TDP160 Watt
Unterstützte Sockel

Intel: LGA 775 / 115X / 1366 / 2011V3 / 2066 

AMD: AM2(+) / AM3(+) / AM4 / FM1 / FM2(+)

MaterialAluminium-Lamellen - Kupferbodenplatte (vernickelt)

 

Noctua NH-L12s

Als Nachfolger des NH-L12 soll das Modell mit dem Suffix "S" noch leiser sein. Dafür setzt Noctua auf einen einzigen Slim-Lüfter, der werksseitig als Sandwich zwischen den Kühlerlamellen positioniert ist und die Abmessungen nochmals senkt. So baut der NH-L12S nur 70mm hoch (Abmessungen: 70x146x128 (HxLxB) Millimeter), wobei sechs Heatpipes die Bodenplatte mit dem Kühler verbinden. Unterstützt werden vom NH-L12S alle aktuellen Sockel von AMD und Intel, ausgenommen der TR4 von AMD mit dem "Monster-Sockel". Mit einer Garantiedauer von sechs Jahren hebt sich Noctua positiv von anderen Herstellern ab.

HerstellerNoctua
ModellNH-L12S
unverbindliche Preisempfehlung50,00 Euro
Abmessungen Breite: 128 mm x Höhe: 70 mm x Tiefe: 146 mm
Gewicht520 Gramm
TDP125 Watt
Unterstützte Sockel

Intel: LGA 775 / 115X / 1366 / 2011V3 / 2066 

AMD: AM2(+) / AM3(+) / AM4 / FM1 / FM2(+)

MaterialAluminium-Lamellen - Kupferbodenplatte (vernickelt)

Noctua NH-L9a

Schon der NH-L12S ist im Vergleich zum Shadow Rock TF2 von be quiet! als sehr kompakt zu bezeichnen. Noch eine Ecke kleiner fällt der NH-L9a aus. Er ist ein echter Winzling und kann auch in ultraflachen Aufbauten ohne Weiteres montiert werden. Unterschieden wird ein AMD-Modell mit dem NH-L9a, die Intel-Version ist unter der Modellnummer NH-L9i erhältlich. Die Abmessungen mit 37x114x92 (Höhe, Länge, Breite) Millimetern sagen eigentlich alles, das Gewicht fällt aber mit 465 Gramm erstaunlich hoch aus. Beim Material setzt Noctua auf Kupfer (Bodenplatte und Heatpipes) sowie Aluminium für die Kühlrippen - so sieht es auch bei allen anderen Kühlern aus, die hier im Test sind.

HerstellerNoctua
ModellNH-L9a
unverbindliche Preisempfehlung40,00
AbmessungenBreite: 114 mm x Höhe: 370 mm x Tiefe: 92 mm
Gewicht465 Gramm
TDP65 Watt
Unterstützte Sockel

Intel: LGA 775 / 115X / 1366 / 2011V3 / 2066 

AMD: AM2(+) / AM3(+) / AM4 / FM1 / FM2(+)

MaterialAluminium-Lamellen - Kupferbodenplatte (vernickelt)

Die Kühler im Detail - Impressionen

be quiet! Shadow Rock TF2

Der be quiet! Shadow Rock TF2 ist an und für sich sehr gut verarbeitet und kommt mit dem typischen be quiet! Kühler-Design der Mittelklasse. Das heißt, dass die Top-Platte nicht schwarz lackiert sondern in gebürstetem Alu-Look daherkommt, was keinesfalls schlecht ist. Die insgesamt 57 Alu-Kühllamellen sind sauber eingelassen. In die Bodenplatte führen fünf Heatpipes aus Kupfer, die aber keinen direkten Kontakt mit der CPU haben. be quiet! vertraut auf eine ordentliche Bodenplatte aus vernickeltem Kupfer.

Der verwendete Silent-Wings Lüfter hat einen Durchmesser von 135 Millimetern und beatmet den Kühlkörper mit verschiedenen Drehzahlen dank PWM. Maximal sind 1.400 Umdrehungen pro Minute möglich. Gekühlt wird dabei auch de Arbeitsspeicher, was in der Natur der Top-Blower liegt. Denn der Kühlkörper ragt normalerweise über die RAM-Slots auf dem Mainboard. Daher sollte vor dem Kauf auch die Kompatibilität mit dem eigenen Arbeitsspeicher sichergestellt werden.

Noctua NH-L12S

Noctuas NH-L12S ist kein Modell, das den Shadow Rock TF2 von be quiet! direkt rivalisieren soll. Denn der Kühler der Österreicher ist wesentlich filigraner aufgebaut - er soll einfach Platz sparen und in beengteren Platzverhältnissen ausreichend Leistung liefern. Dafür ist der beigelegte NF-A12x15 PWM-Lüfter zwischen den Kühllamellen als Sandwich gesetzt, wodurch die Höhe reduziert werden kann.

Wer nicht genug Platz unterhalb des Kühlers hat, wenn etwa der RAM etwas höher ausfällt, dann kann der beigelegte Lüfter auch einfach obendrauf angeklammert werden. Dieser Modus ist auch von Noctua für die maximale Kühlleistung empfohlen. Statt fünf gibt es jetzt vier Heatpipes die zur vernickelten Bodenkontaktfläche aus Kupfer führen. Übrigens: Die Wärmeleitrohre bestehen ebenfalls aus Kupfer, sind aber vernickelt und daher silberfarben.

Noctua NH-L9a AM4

Richtig putzig wirkt der NH-L9a im Vergleich zu den beiden anderen Kandidaten. Er will auf jeden Fall nicht der stärkste, wohl aber derjenige sein, der dann da ist, wenn es richtig eng wird. Der sehr guten Verarbeitung tut das aber keinen Abbruch - Noctua gibt auch beim kleinsten Modell keinen Grund zur Kritik. Anders als bei dem NH-L12S etwa wird hier der Kühler verschraubt, Gummi-Zwischenstücke sorgen für die nötige Entkopplung. Die recht hohen 465 Gramm merkt man dem Winzling auch gar nicht erst an.

Der NH-L9a AM4 passt lediglich auf den Sockel AM4, was auch der Blick auf die Unterseite offenbart. Andere Montagemöglichkeiten gibt es nicht - in der Verpackung findet sich lediglich das Zubehör zur Montage auf entsprechendem Sockel.

Praxistest und Einbau

Beim Einbau unterscheiden sich alle drei Kühler merklich voneinander, auch wenn zwei davon von einem Hersteller stammen. be quiet! setzt auf ein eher umständliches System, bei dem zunächst die Montageklammern verschraubt und dann die Schraubenaufnahme am Kühler mithilfe einer Mutter festgezogen werden muss. Dafür liegt auch ein kleiner Innensechskant-Schlüssel bei.


Deutlich einfach macht es Noctua beim NH-L12S. Selbiger kann mithilfe es bewährten Secu-Firm-Systems schnell und ohne Weiteres nach Montage der Aufnahme auf dem Mainboard direkt von oben verschraubt werden.

Der NH-L9a AM4 wird dagegen auch von hinten durch die Backplate mit den beigelegte Schrauben fixiert. Da es hier nur eine Montagemöglichkeit gibt, war der Einbau nach dem Auspacken des Kühlers mehr oder weniger selbsterklärend.

Temperaturen

Nun geht es ans Eingemachte: Die Kühler müssen sich im Testsystem beweisen und zeigen, wie sie die Temperaturen unseres Ryzen 7 1800X niedrig halten können. Angemerkt werden sollte, dass der NH-L9a AM4 lediglich über eine TDP-Zertifizierung von 65 Watt verfügt, der Test-Prozessor aber mit 95 Watt angegeben ist. Aus diesem Grund sollten die Werte des kleinsten Kühlers relativ bewertet werden.

Im Leerlauf liefern alle Kühler eine zufriedenstellende Performance ab. Wie erwartet setzt sich der be quiet! Shadow Rock TF2 an die Spitze des Vergleichs, dicht gefolgt vom zweitgrößten Kühler im Testfeld. PWM-gesteuert liefern die Kühler automatisch über das Mainboard geregelt (Standard) eine gute Leistung ab.


Bei Belastung trennt sich die Spreu vom Weizen. Mit etwas Abstand liegt erneut der be quiet!-Spross vorne, wobei der kleinste NH-L9a AM4 von Noctua als mit Abstand kompaktester Kühler bei voller CPU-Auslastung und der Überschrittenen TDP-Empfehlung von 65 Watt (Unser Prozessor hat eine TDP von 95 Watt) trotzdem keine großen Probleme hat, gute Temperaturen an den Tag zu legen. Dazwischen liegt der NH-L12S, der ebenfalls mit recht kompakten Ausmaßen trotzdem gute Werte bei der Prozessortemperatur erzielen konnte. Keiner der Kühler schien mit der Aufgabe der Kühlung unseres Ryzen 7 1800X überfordert zu sein.

Die Lautstärke-Ergebnisse zeigen klar, dass der größte Lüfter auch am leisesten arbeitet. be quiet's Shadow Rock TF2 liegt dabei ganz vorne (135mm Rotor), während Noctuas Modelle folgen. Allen Kühlern gemein ist, dass die Lautstärke im Leerlauf sehr leise ausfällt, unter Last aber, verständlicherweise besonders die kleinen Lüfter ordentlich auf Touren fahren müssen. Mit 36 Dezibel ist der be quiet! Shadow Rock TF2 auch bei maximaler Drehzahl als erträglich zu bezeichnen.


Auch haben wir die automatische Drehzahlregelung über das Mainboard laufen lassen und geschaut, wie die Kühler lautstärketechnisch auf sich aufmerksam machen. Erneut geht be quiet! hier als Sieger hervor - und das wird erst bei Betrachtung der Ergebnisse unter Last ersichtlich. Im Leerlauf agieren alle Kühler angenehm leise, selbst der kleine 90mm Lüfter des NH-L9a AM4 von Noctua kann durchaus als leise bezeichnet werden.

Fazit

Es ist zugegebenermaßen ein unfairer Vergleich, schließlich bedienen alle drei Kühler andere Anforderungen. Doch ein Vergleich ist immer gut, um Rückschlüsse auf die relative Leistungsfähigkeit zu schließen. Der NH-L9a AM4 etwa konnte trotz der TDP-Überforderung gute Resultate abliefern, während be quiet!s Shadow Rock TF2 klar als wuchtigster Kühler den Sieg einfahren kann. Demnach ist auch festzustellen, dass viel Kühlfläche und große Lüfter durchaus zu einem Plus an Kühlleistung helfen - das ist aber auch nichts Neues.

Der NH-L12S platziert sich in der Mitte, was Größe und Leistungsfähigkeit betrifft. Gezeigt haben alle Kühler, dass diese die Mainstream-Plattformen ohne große Probleme abhaben können. Wichtig ist letztendlich nur, ob der Platz auch wirklich im Gehäuse reicht, um beispielsweise einen wuchtigen Shadow Rock TF2 unterbringen zu können. Fällt die Wahl auf einen der kompakteren Modelle wie die Noctuas, dann macht man mit diesen jedenfalls nichts falsch.

Gefallen hat uns in Anbetracht dessen der NH-L12S. Die Leistung ist solide, die Verarbeitung sehr gut. Ein Kühler der Oberklasse, der mit kompakten Ausmaßen in fast jedes Gehäuse passt. Im Gegensatz zur performance-mäßig starken Lösung von be quiet! gefällt uns insbesondere beim NH-L12S das durchdachte Montage-System. 

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Issam Ammour

Datum:
09.02.2018 | 15:34 Uhr
Rubrik:
Kühlung
Tags:
be quiet Blower Kühler Noctua

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