Test: Corsair H150i Pro AiO-Wasserkühlung im Test

Corsair ist unbestritten einer der Vorreiter bei Komplettwasserkühlungen. Verwunderlich war also bis jetzt, warum das US-Unternehmen bislang nicht mit einem XXL-Modell samt Triple-Radiator aufwartete. Nun, das Warten hat ein Ende: Corsair bringt die H150i, die nummern- und radiatorflächentechnisch bis jetzt größte CPU-Kühllösung, die es zu uns in den Test geschafft hat.


Corsair und All-in-One-Wasserkühlungen. Das ist eine Erfolgsgeschichte und einer der Eckpfeiler des Unternehmens - auch wenn die Konkurrenz inzwischen stark aufgeholt hat. Die Entwicklung geht demnach stetig voran, doch ein großes XXL-Modell hat bei der Korsaren bis jetzt gefehlt. Mit der H150i Pro schickt man nun ein Modell in den Handel, auf das wohl so einige Nutzer gewartet haben.

Ein Triple-Radiator bedeutet in erster Linie mehr Kühlfläche, um hitzköpfige Prozessoren selbst im Overclocking ordentlich zu kühlen. Damit schließt Corsair auch zur Konkurrenz auf, die inzwischen länger schon mit vergleichbaren Kühllösungen präsent sind. Wir werfen einen Blick auf Corsairs aktuellste H-Iteration und klären, ob ein größerer Wärmetauscher auch das erwartete Plus an Kühlleistung bringen kann.

Technische Daten und Lieferumfang

Die H150i Prokommt in der gewohnten Corsair-Aufmachung daher. Gelbe Akzente prägen die Kartonagen des Unternehmens seit Längerem, so auch bei dem hier vorliegenden Produkt. Abbildungen der Kühlung und technische Daten finden sich ebenfalls auf dem Retail-Karton.

Material der BodenplatteKupfer
Material des RadiatorsAluminium
Radiatorgröße3x120 Millimeter (360 Millimeter)
Lüftermodell3x 120mm ML Series PWM
Lüfterdrehzahl (maximal)1600 U/min
Luftdurchsatz47,3 CFM
SoftwareCorsair Link (Download)
Unterstütze SockelIntel: LGA 1151, 1150, 1155, 1156, 1366, 2011, 2011-3, 2066
AMD: AM2, AM3, AM4, FM1, FM3 (für TR4 ist ein seperates Montage-Kit-erhältlich)
Preis (UVP)180,00 Euro


Wie schon erwähnt, stellt die H150i Pro die längst überfällige Modellreihenerweiterung der bewährten H-Serie von Corsair dar. Als erstes 360er-Modell positioniert der Hersteller das jüngste Produkt als Speerspitze des Lineups und verweist auf die vielfältigen Optimierungen - davon auch umgesetzte Nutzerwünsche.

Ein großes Hauptaugenmerk legte Corsair demnach auf der Betriebslautstärke, die nun extrem niedrig ausfallen soll. Behilflich sind da auch die drei Lüfter der ML-Serie, die PWM-gesteuert extrem leise bei einer maximalen Drehzahl von 1.600 Umdrehungen pro Minute agieren - zumindest auf dem Papier. Erstmals gibt es mit der H150i Pro nun auch einen sogenannten Zero RPM-Modus, bei dem die Lüfter der AiO-Wasserkühlung erst bei einer Flüssigkeitstemperatur von 40 Grad Celsius anspringen - dazu später mehr.

Corsair legt der H150i allerhand Schrauben bei, um den Einbau des Radiators in vielen Konfigurations-Optionen zu ermöglichen. So gibts 24 lange Radiatorschrauben sowie 12 kurze Radiatorschrauben nebst der passenden Anzahl an Unterlegscheibchen im Lieferumfang. Der Rest des Sets umfasst das Montage-Kit inklusive der drei Lüfter und das Corsair-Link-USB-Kabel.

Impressionen

Corsair ist für die gute Verarbeitung der eigenen Komplett-Lösungen bekannt. Die H150i Pro bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Der Radiator ist sauber verarbeitet und die Schläuche münden ordentlich in die Kühl-Pumpeneinheit. Nichts ist gratig (Radiator) oder unsauber befestigt (Kühler/Pumpte). Der Sleeve um den Schlauch ist markant für die moderne H-Serie - auch bei der H150i Pro setzt Corsair damit gern gesehene Akzente, womit sich der Einbau des AiO-Wasserkühlung in fast jedes (Farb-)Schema eignet.


Neben dem Stromanschluss für die Pumpe (SATA-Netzstecker) und dem 3-Pin-Konnektor zum Anschluss an das Mainboard gehen außerdem noch drei 4-Pin-Anschlüsse für die die entsprechende Anzahl an Radiator-Ventilatoren heraus. Abnehmbar und dem Lieferumfang beiliegend ist das Micro-USB-Kabel gestaltet, das an der linken Seite der Pumpeneinheit abgewinkelt nach oben montiert und in aller Regel hinter dem Mainboard entlang geführt wird.

Corsair verpasst der kupfernen Bodenplatte eine Schicht Wärmeleitpaste, die von einer Kunststoffabdeckung vor Berührung geschützt wird.

Einbau

Auch wenn der Radiator mit 360-Millimeter-Ausmaßen wuchtig ausfällt - in unser Testgehäuse von Fractal Design (Define C) war der Einbau kein Problem. Genutzt wird zur Montage der Kühler-Pumpeneinheit das auf AMD-Mainboards werksseitig verbaute Retention-Modul, sodass auch ein Mainboard-seitiger Umbau entfällt. 

Einzig der Kühler musste von der werksseitig verbauten Intel-Platte befreit werden. Durch Drehen lässt sich das Ganze ohne Umwege bewerkstelligen - genauso einfach ging das Einsetzen der benötigten AMD-Platte. Die abschließende Arbeit bestand darin, die Halteklammern zu montieren. Die Rändelschrauben machten das Ganze wieder einmal ohne Werkzeug möglich. Der Schraubendreher war am Ende nötig, um den Kühler mit dem Retention-Modul zu verschrauben.

Praxistest

Corsair rät eindringlichst die hauseigene, kostenlose Software Corsair Link (Download) zu nutzen. Schließlich ist die H150i Pro ohne die Software nur stark eingeschränkt nutzbar. Die aktuellste Version des Programms erkennt unsere verbaute Test-Hardware samt der Kühlung auf Anhieb und ermöglicht nicht nur das Einstellen der Beleuchtung, sondern lässt auch Eingriffe auf die Lautstärke zu. Konkret gesagt lassen sich die Lüfter regeln, neu ist da der "Zero RPM-Modus". Wählt man diesen in der Software aus, dann laufen die Lüfter erst ab einer Kühlflüssigkeitstemperatur vor 40 Grad Celsius an.

Positiv aufgefallen ist uns der leise Systemstart - Corsair optimierte die H150i dahingehend, dass die Rotoren beim Start des PCs mit der niedrigsten Drehzahl starten und leise vor sich her arbeiten. Generell fällt die Lautstärke (im Zero-RPM-Modus) äußerst positiv auf - oder eben nicht, denn die Kühlung ist praktisch nicht hörbar, womit Silent-Freunde voll auf Ihre Kosten kommen.

Natürlich kommen auch Übertakter und all jene, die auf das letzte Stück (Kühl-)Leistung Wert legen, auf ihre Kosten. Die Lüfter können mit Corsair Link auch auf Anschlag laufen und so mit dem großflächigen Radiator die hitzköpfigsten CPUs kaltstellen. Mit "Balanced Performance" wählt man den Mittelweg - die Lüfter laufen durchgehend abhänging von der Temperatur und sorgen für eine möglichst niedrige CPU-Temperatur, ohne dabei die Lautstärke aus dem Auge zu verlieren. Generell liefert Corsairs H150i Pro eine herausragende Performance ab, die im Alltag, selbst mit Übertaktung bei den bekannten, heißen CPUs (Threadripper und Skylake X) genug Leistung mitbringt. Unser Ryzen 7 1800X des Testsystems war da eigentlich nicht genug, um die neueste AiO von Corsair an die Grenzen laufen zu lassen.

CPU-Temperaturen

Leerlauf

ModusCPU-TemperaturH150i Pro Temperatur
Quiet23°31,9°
Balanced20,5°28,3°
Performance 19,5°27,5°


Last

ModusCPU-TemperaturH150i Pro Temperatur
Quiet50,3°40,1°
Balanced45,5°35,6°
Performance43,5°34,5°

Corsairs H150i Pro liefert rein auf die Temperaturen bezogen einen hervorragenden Job ab. Im Leerlauf, selbst im Quiet Modus (Zero RPM-Modus inklusive) sind die Temperaturen mehr als nur gut. Das Gleiche gilt für Betrieb unter Last. 50,3 Grad Celsius sind bei maximeler Erhitzung der Hardware ausgezeichnet - wohlgemerkt auch hier: Die H150i Pro agiert erstaunlich leise.

Lautstärke

Leerlauf

ModusLautstärkeKlangcharakteristikRPM / PumpeRPM / Lüfter
Quiet31,1 dBAunhörbar, sehr leise1.100 360
Balanced31,5 dBASurren, hörbar2.130360
Performance34,4 dBASurren, hörbar, Luftrauschen2.820900

Last

ModusLautstärkeKlangcharakteristikRPM / Pumpe RPM / Lüfter
Quiet 32,4 dBAkaum wahrnehmbar, sehr leise1.100800
Balanced33,5 dBAhörbar, besonders das Lüfterrauschen2.150950
Performance41,8 dBALüfterrauschen stark wahrnehmbar2.8201.550

Einen großen Schritt nach vorne macht Corsair bei der Lautstärke. Wo ehemals insbesondere die Pumpe durch das Surren oder die recht lauten Standardlüfter in der Vergangenheit genervt haben, macht die H150i Pro vieles besser. Corsair bekommt die All-in-One-Wasserkühlung also endlich auch in Sachen Lautstärke in den Griff.

Fazit

Mit der H150i Pro gelingt Corsair eine konsequente und passende Erweiterung des eigenen Produktportfolios. Besonders Nutzer hitzköpfiger CPUs (AMD Threadripper und Intel Skylake X) könnten hier eine fähige Lösung gefunden haben, die auch optisch was hermacht. Doch Leistung ist nicht alles - das gilt insbesondere für Wasserkühler. Corsair musste in der Vergangenheit unweigerlich Kritik ertragen und will mit der H150i Pro gelernt haben - das ist durchaus zu bestätigen. Leise ist die neueste AiO-Wakü der Korsaren nämlich auch: Das trifft nicht nur auf die Pumpe zu, sondern endlich auch auf die Lüfter. Das Umsehen nach neuen Lüftern dürfte der Geschichte angehören, denn die ML120 sind tatsächlich nicht nur brauchbar - sie sind sogar ziemlich gut.


Wir sehen in Corsairs H150i Pro die Bemühungen des Herstellers, auf die Kundenkritik einzugehen. Das ist löblich, denn endlich kommt eine Corsair-Wasserkühlung mit guten Serienlüftern und damit einer sehr geringen Lautstärker. Aus diesem Grund verleihen wir der H150i Pro, die aktuell zum Preis von 174,90 Euro erhältlich ist, unsere Redaktionsempfehlung.

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