Test: be quiet! Silent Loop 360mm im Test

Das Unternehmen be quiet! ist bereits seit längerem im Business der Kühllösungen aktiv und konnte direkt Fuß fassen. Infolge dessen war man mit den Einführungen der ersten AiO-Wasserkühlungen durchaus erfolgreich - mit einer vierten Offerte will man nun maximale Leistung bei einer geringen Lautstärke liefern. Ob das gelingt, erfahrt ihr im Test.


Der Ruf von Komplettwasserkühlungen, wie sie bereits von zahlreichen Unternehmen angeboten werden, ist mal gut - mal eher weniger. Das liegt wohl nicht an der zweifelsohne hohen Kühlleistung, sondern an der Kühler-Pumpeneinheit, welche sich gegebenfalls negativ bemerkbar macht. Das will be quiet! im Griff haben - auch bei der aktuellsten und größten AiO-Kühllösung mit 360-Millimeter samt dem Trio an Pure Wings 2-Lüftern. Die größere Radiatorfläche lässt sich be quiet! allerdings mit einem entsprechenden Preis bezahlen: Etwa 145 Euro exklusive Versand sind eine Hausnummer, die erstmal mit der entsprechenden Leistung auf dem Prüfstand begründet werden muss. Wie sich das jüngste AiO-Gespannvon be quiet! im Test anstellt, erfahrt ihr im Folgenden.

Technische Daten und Impressionen

be quiets! Topmodell der Wasserkühlserie kommt mit einem großen 360-Millimeter-Wärmetauscher, der ohne Lüfter auf eine Höhe von 3 Zentimetern kommt. Entsprechend Platz muss für das 40 Zentimeter lange Konstrukt vorhanden sein - Kleine Tower werden es hier schwer haben. Gepaart mit den hauseigenen, drei Pure Wings 2-Lüftern mit einem Durchmesser jeweils 120-Millimetern will man bei Bedarf für ordentlich Druck sorgen - der Drehzahlbereich liegt bei 600 bis 2.000 Umdrehungen pro Minute. Beim Material heißt es hingegen Klotzen statt Kleckern: Sowohl der Radiator, als auch die Bodenplatte bestehen aus Kupfer - für maximierte Kühl-Performance. Unterstützt werden desweiteren (fast) alle aktuellen Sockel - hier ausgenommen ist AMDs Threadripper-Plattform. Im folgenden gibt es die technischen Eckdaten im Überblick.

Der Lieferumfang umfasst das nötige Montagezubehör, eine ausführliche, bebilderte Anleitung, einen Lüfter-3fach-PWM-Adapter sowie Wärmeleitpaste. Verpackt ist alles gut gesichert in der Kartonage, auf der die technischen Daten und Produktfotos abgebildet sind. 

Die XXL-Ausführung der Silent Loop bildet im Hinblick auf die Design-Sprache des Unternehmens keine Ausnahme. Komplett in schwarz mit einigen silbernen Akzenten passt die Komplett-Wasserkühlung farblich in jedes System. Die Lackierung ist beim Radiator sauber aufgetragen - die Lamellen stehen ordentlich, die Gewinde sind sauber eingeschnitten. Verbunden ist der Wärmetauscher über eine flexible Verschlauchung samt Knickschutzfedern mit der Pumpen-Kühlereinheit. Letztere zeigt sich verarbeitungstechnisch ebenfalls von ihrer besten Seite - das be quiet!-Logo ist sauber aufgetragen, Schlauch und Anschlüsse sitzen bombenfest. Denn be quiet! sieht einen Umbau nicht gerne, auch wenn die Wasserkühlung dieses Vorhaben durchaus zulässt. Die Folge einer Modifizierung: Garantieverlust.

Neben der Entlüftungs-/Wassernachfüllschraube am Kühlkörper befindet sich außerdem ein gesleevtes 3-Pin-Kabel, das aus selbiger hinausführt. Der Hersteller weist dabei nochmals darauf hin, dass die Pumpe mit voller Spannung betrieben werden sollte. RGB-Fetischisten dürften bei der genaueren Betrachtung der Kühleinheit allerdings enttäuscht sein: Auch wenn die Verarbeitung und Aufmachung edel sowie zeitlos ist - Eine Beleuchtung sucht man auch bei der größten Silent Loop vergebens. Nennenswerte Info am Rande: be quiet! empfielt das Nachfüllen von Kühlflüssigkeit alle zwei Jahre oder nach Bedarf.

Die drei Lüfter, welche der Silent Loop 360mm werksseitig beiliegen sind alte Bekannte: Die Pure Wings 2-Ableger arbeiten in einem Drehzahlbereich von 600 bis 2.000 Umdrehungen pro Minute und sind PWM-gesteuert. Mithilfe des mitgelieferten Adapters können alle drei Ventilatoren an einen 4-Pin-Lüftersteckplatz auf dem Mainboard angeschlossen werden.

Einbau und Praxiserfahrungen

Das Montagesystem der be quiet! Silent Loop 360mm ist einfach und verständlich, die bebilderte Anleitung tut ihr übriges. Auf dem AM4-Sockel bedarf es weiterer Unterlegscheibchen aus Kunststoff, welche beiliegen. Genutzt wird die Backplate des Retention-Moduls des Mainboards - um den gewissen Anpressdruck zu erhalten müssen die Unterlegscheiben sowie die extra beigelegten dickeren Scheibchen als letztes eingelegt werden. Eine Mutter soll schließlich kontern und die Schrauben Ort und Stelle halten - so gelingt das Verschrauben auch einfacher. Zum Schluss wird das Konstrukt auf der Backplate fixiert.

Das erste Einschalten des Rechners inklusive der Silent Loop 360 ließ uns staunen. Denn zuerst waren wir auf die Lautstärke der Pumpe gespannt. Ausgehend von uns bekannten Lösungen war ein klar definierbares Geräusch zu erwarten, was wir bei der be quiet! AiO-Iteration nicht feststellen konnten. Selbst mit empfohlener maximaler Betriebsspannung blieb es dem Kredo be quiet! entsprechend leise. Bemerkbar machen sich auch die Serienlüfter im Leerlauf nicht wirklich. In einem Durchschnittsgehäuse lässt die Silent Loop 360mm mit dem großen Wärmetauscher schon bei der niedrigsten Drehzahl ihre Muskeln spielen - der Ryzen 7 1700 blieb stets im relativ kühlen Bereich. Wenn aber die Lüfter aufdrehen, dann kann selbst be quiet! nicht zaubern: Die Serienbelüftung macht sich bei maximaler Last etwas bemerkbar - das ist aber in Anbetracht der Testergebnisse meckern auf hohen Niveau.

Klar liegt nach Ermittlung der Testwerte, dass be quiet! den Fokus voll auf eine niedrige Geräuschkulisse im täglichen Betrieb legt. Die niedrigste Lüfterdrehzahl reicht aus, um die Rotoren sehr ruhig operieren zu lassen, die kaum wahrnehmbare Pumpe tut da ihr Übriges.

Fazit

Mit der Silent Loop 360mm führt be quiet! eine konsequente Weiterentwicklung des bestehenden Kühler-Lineups im Portfolio. Das größte Topmodell zielt mit der gebotenen Leistung klar an Enthusiasten und Übertakter ab, die auf maximale Kühlleistung mit der gewohnten be-quiet!-Qualität setzen möchten. Das Gesamtpaket stimmt - unnötige Zusätze werden vermieden. Alle die eine absolut zuverlässige, leise, starke und edle Kühllösung im XXL-Format möchten, sollten sich die Silent Loop 360mm definitiv näher ansehen!


Für die be quiet! Silent Loop 360mm spricht zunächst die makellose Verarbeitung. Begonnen bei der sauber vernickelten Bodenplatte und dem sauber verarbeiteten Radiator gibt es in dieser Hinsicht ein rundum gutes Produkt. Die Leistung per se ist ebenfalls ein klares Plus-Argument. Die Anleitung und damit Zusammenhängend die Montage sind simpel - also ein weiterer Punkt auf der Habenseite. Die extrem leise Pumpe und der flache Aufbau der Pumpe runden den positiven Gesamteindruck ab.

Gegen die Wasserkühlung mit großen 360-Millimeter-Radiator spricht an und für sich wenig. Die Lüfter könnten bei maximaler, respektive hoher Drehzahl leiser sein - überdies ist ein Support von AMDs Threadripper-Plattform (TR4) gerne gesehen. In diesem Punkt will der Hersteller bald liefern.

Alles in Allem bekommen Nutzer eine solide, großformatige All-in-One-Lösung, die kaum einen Wunsch offen lässt. Eine Redaktionsempfehlung verleihen wir der Silent Loop 360mm von be quiet! somit gerne.

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