Vergleich: High-End-Prozessorkühler

Thermalright Venomous X

Über drei Jahre ist es mittlerweile her, dass Thermalright mit dem Ultra-120 eXtreme ihr neues Tower-Kühler Flaggschiff auf die Käuferscharen losließ. Trotz einiger Kontroversen, einem recht hohen Preis und einigen anderen Problemen, schaffte es der Kühler schlagartig die Herzen von vielen treuen Anhängern der taiwanesischen Kühlerschmiede für sich zu gewinnen. Doch auch der beste Kühler kommt irgendwann in die Jahre und so folgt nun mit dem Venomous X der lang ersehnte Nachfolger des Ultra-120 eXtreme, welcher nicht nur eine noch bessere Kühlleistung mit sich bringen soll, sondern auch gleichzeitig alle Fehler des bisherigen Flaggschiffs ausbügeln soll.

 

Der Kühler im Überblick

Um den Abstand vom bisherigen Designkonzept schon vor dem Kauf zu verdeutlichen, liefert Thermalright den Venomous X nicht wie bisher in einem schlichten braunen Pappkarton an die Händler aus, sondern in einer äußerst schick gestalteten schwarzen Verpackung. Schon beim Öffnen kommt das Gefühl auf, etwas äußerst hochwertiges in den Händen zu halten. Der Kühler ist in passgenauem Schaumstoff eingelassen und zusätzlich von einer Hülle aus Plastik vor etwaigen Kratzern geschützt. Das Zubehör, bestehend aus dem Montagesystem für alle aktuellen Intel-Plattformen, einer Tube hauseigener „The Chill Factor 2“ Wärmeleitpaste, einer bebilderten Anleitung, einem Thermalright-Aufkleber, zwei Paar Lüfterklammern mitsamt Entkopplungsstreifen sowie einem Schraubenschlüssel für die Montage, befindet sich in einer separaten Kartonage über dem Kühler und ist säuberlich geordnet. Die Wahl des Lüfters überlässt Thermalright wie so oft dem Käufer selbst.

* Halterung für Sockel AM2(+) und AM3 ab sofort im Lieferumfang enthalten.

Der Thermalright Venomous X wirkt optisch wie eine Fusion von IFX-14 und Ultra-120 eXtreme. So vertraut der Hersteller auch hier auf insgesamt sechs 6mm dicke Heatpipes, welche sich in vier Reihen durch die Lamellen ziehen. Letztere erinnern dabei durch ihre gezackte und aggressive Formgebung stark an das IFX-Design einiger früherer Kühler aus dem selben Hause und lassen den Kühler weit weniger schlicht und einfach wirken wie den Thermalright Ultra-120 eXtreme. Wie bei letzterem Modell wurden die Ränder der einzelnen Finnen allerdings wieder um einige Grad nach oben bzw. unten gebogen und sollen so die Luft effektiver durch den gesamten Lamellenkorpus leiten. Auch der Kühlerboden hat eine größere Änderung erfahren, denn jener ist beim Venomous X der erste überhaupt in der langen Geschichte Thermalrights, welcher auf Hochglanz poliert wurde. Bei der Leistung wirkt sich dies zwar meistens nicht merklich aus, macht aber zumindest optisch einiges her. Weiterhin Tradition hat allerdings wieder der leicht konvexe Boden. Thermalright verspricht sich davon eine bessere Druckverteilung im Zentrum des Heatspreaders der CPU und erhofft sich so, die Leistung noch weiter zu steigern. An dieser Stelle gehen die Meinungen allerdings etwas auseinander.

Technische Daten
HerstellerThermalright
NameVenomous X
Maße (BxHxT)160x127x63mm
Gewicht755g
Lüfterdurchmesser120mm
Heatpipes (Durchmesser)6 (6mm)
KompatibilitätIntel LGA 775 & LGA 1366 & LGA1156; AMD Sockel AM2(+) & AM3
Preis52.98€

Verarbeitung und Qualität

Auch heute noch kann Thermalright mit ihrer Paradedisziplin, der Qualität, glänzen. Angesichts des Preises darf man dies aber auch erwarten und sich über ein (beinahe) perfekt verarbeitetes Gesamtpaket freuen. Die Lamellen werden bei Thermalright mit den Heatpipes verlötet und zudem noch an den Seiten ineinander verhakt, was dem ganzen Kühlkörper eine hohe Stabilität verschafft. Auch die Materialstärke der Lamellen macht sich hier bemerkbar und gestaltet ein Verbiegen der Lamellen fast unmöglich. Bei unserem Testmuster befinden sich an der Unterseite leider noch einige Rückstände vom Löten, die den sonst sehr guten Eindruck etwas trüben.

Montage

Thermalright hat sich die Wünsche und Kritiken vieler Käufer anscheinend zu Herzen genommen und dem Venomous X ein vollkommen neu entwickeltes Montagesystem zur Seite gestellt. Dies wirkt schon auf den ersten Blick äußerst hochwertig und deutlich massiver als die bisherigen Kits von Thermalright. Die Funktionsweise sowie der Aufbau sind dabei beinahe vollkommen identisch mit dem ausgezeichneten Montagerahmen des Prolimatech Megahalems. Als erstes werden die Gewindestifte der Universalbackplate entsprechend der Löcher um den Sockel ausgerichtet. Hat man vor, den Kühler auf einem LGA775-System zu verwenden, so muss zusätzlich noch der kleine Plastikrahmen in die mittige Öffnung der Backplate gesteckt werden. Danach wird sie an der Rückseite des Mainboards so ausgerichtet, dass die Gewindestifte durch alle vier Bohrungen um den Sockel ragen. Fixiert wird das ganze nun mit vier Rändelmuttern. Zur Isolation hat Thermalright bereits Abstandhalter aus Plastik aufgeklebt. Aus den Muttern ragen nun weitere vier Gewindebolzen, hierauf wird nun der Montagerahmen aus poliertem Edelstahl gelegt. Auch hier ist auf die richtigen Bohrungen bezüglich der verschiedenen Sockel zu achten. Auch der Rahmen wird nun wiederrum mit vier Rändelmuttern fixiert.

Bis zu diesem Punkt lief der Einbau vollkommen werkzeugfrei. Einzig das Festziehen der zwei gefederten Schrauben, welche den Kühler abschließend halten, erfordert den Einsatz eines Schraubendrehers bzw. -schlüssels. Der Haltebügel ist dabei so geformt, dass der Kühler sich nach der Montage nicht mehr drehen kann. Eine weitere Neuerung ist der sogenannte „Pressure Nob“, welcher in der Mitte des Haltebügels sitzt. Durch diesen kann der Anpressdruck laut Thermalright von 40-70lbs selbst eingestellt werden. Vorweg sei allerdings schon verraten, dass zumindest in unserem Testsystem keinerlei Temperaturvorteil durch den voll angezogenen „Pressure Nob“ zu beobachten war. Der/die Lüfter wird/werden durch einfache Drahtbügel fixiert und am Kühler gehalten. Diese sind dabei in der Anwendung etwas benutzerfreundlicher als bisher beim Thermalright Ultra-120 eXtreme, können sie doch von alleine nicht mehr herausfallen. Wer will, kann vor der Lüftermontage noch die mitgelieferten Entkopplungsstreifen auf den Kühlkörper kleben.

Thermalrights neustes Flaggschiff in Tower-Bauweise wird auch bei Amazon zu einem günstigen Preis angeboten. Dort sind unter diesem Link weitere Produkte aus der taiwanesischen Kühlerschmiede zu finden.


Inhaltsverzeichnis

  1. High-End-Prozessorkühler
  2. Thermalright Venomous X
  3. EKL Alpenföhn Matterhorn
  4. Scythe Mugen 2 Rev.B
  5. Scythe Yasya
  6. Noctua NH-U12P SE2
  7. So testet PC-Max
  8. Serienlüfter im Überblick
  9. Ergebnisse mit Serienlüfter
  10. Ergebnisse mit einem Referenzlüfter
  11. Ergebnisse mit zwei Referenzlüftern
  12. Fazit

Kommentare

Die Kühlleistung reicht um einen Core i5 650 im Idle passiv zu kühlen ;)

geschrieben am 06.02.2011 um 15:27 Uhr

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