Vergleich: Noctua NH-D14 & Coolink Corator DS

Noctua NH-D14

Qualität statt Quantität - diesen Grundsatz befolgt die österreichische Kühlerschmiede Noctua schon seit ihrer Gründung im Jahre 2005. Dass auch dieser Weg zum Erfolg führen kann, das wurde in der letzten Zeit nun schon mehrere Male bewiesen. Denn trotz bereits angestaubten Kühlerdesigns, hält sich die bisherige Speerspitze NH-U12P aus dem Hause Noctua weiterhin wacker gegen die starken Mitbewerber und erfreut sich immer noch großer Beliebtheit. Doch irgendwann stößt jedes noch so gute Grundkonzept an seine Grenzen und so musste sich der NH-U12P mittlerweile nicht nur einmal der jungen Konkurrenz geschlagen geben. Für Noctua Ansporn genug, um dem bisherigen Kassenschlager einen leistungsstarken Mitbewerber zur Seite zu stellen. Nach langer Entwicklungszeit, unzähligen Veränderungen bzw. Verbesserungen und mehrmaligen Terminänderungen, stellen die Österreicher nun einen Kühler der Sonderklasse, mit der unspektakulären Bezeichnung NH-D14, vor. Kombiniert mit einem NF-P14 FLX 140-Millimeter- sowie NF-P12 120-Millimeter-Lüfter und einer schier riesigen Kühlfläche, will Noctua den Kühlerthron zurückerobern und zeigen, was in Sachen Kühlleistung noch so alles möglich ist.

Der Kühler im Überblick

Zusammen mit dem Kühler wurde auch gleich ein neues Verpackungsdesign entworfen. So erstrahlt die Verpackung fast vollständig in einem edlen Weiß, aufgelockert durch zahlreiche Konzeptzeichnungen des NH-D14. Auch bei den Informationen sowie Spezifikationen wurde nicht gespart und nachdem man sich einmal „um den Karton gelesen“ hat, sollten alle noch offenen Fragen ausführlich beantwortet sein. Nach dem Öffnen sticht direkt die Polsterung in Form von passgenauem Schaumstoff ins Auge, welcher den Kühler mit bereits montierten Lüftern sicher schützt bis er schließlich seinen Bestimmungsort erreicht hat. Neben dem Kühler finden sich zwei kleine Pappschächtelchen, in denen sich Zubehör wie Montagematerial, eine Tube Noctua NT-H1 Wärmeleitpaste, ein Gehäuseaufkleber aus Metall, zwei ausführliche Anleitungen und zwei Spannungsadapter sowie ein Y-Kabel für die Lüfter befindet. Sogar an einen Schraubenzieher wurde gedacht.

Der Noctua NH-D14 kommt im altbekannten Twin-Tower Design daher, wie man es bereits von Thermaltake Sonic Tower, Thermalright IFX-14 und weiteren erfolgreichen Konsorten kennt. Dass diese Bauform nicht gerade für ihre kompakten Ausmaße berühmt ist, beweist auch der Vertreter von Noctua relativ eindrucksvoll. Doch nicht nur nur die Kühlfläche wurde stark erweitert, auch die Anzahl der Heatpipes wurde, verglichen mit dem NH-U12P, um zwei weitere 6-Millimeter-Heatpipes aufgestockt. Die Funktionsweise des Kühlers sollte eigentlich schnell klar sein: Die Wärme der CPU wird über den vernickelten Kupferboden aufgenommen und von den sechs Heatpipes - ebenfalls aus Kupfer - zu den unzähligen Aluminiumlamellen weitergeleitet. Dabei durchziehen die Wärmeleitrohre die gesamte Länge der zwei Kühlkörper, was einer gleichmäßigen Hitzeverteilung sehr zu Gute kommt. Im Gegensatz zu vielen anderen Herstellern werden bei Noctua die Lamellen zudem nicht nur einfach aufgesteckt, sondern Lamelle für Lamelle sehr sorgfältig mit den Heatpipes verlötet. Durch dieses aufwendige Verfahren verbessert sich der für die Wärmeabgabe nötige Kontakt von Heatpipes und Finnen enorm. Letztere weisen dabei an den Seiten eine Zackenstruktur auf. Dies dient in erster Linie nicht nur der Optik, sondern soll die zuströmende Luft zusätzlich verwirbeln, wodurch eine bessere Kühlleistung erzielt werden kann.

Technische Daten
HerstellerNoctua
NameNH-D14
Maße (BxHxT)160x140x130mm
Gewicht1240g
Lüfterdurchmesser120 & 140mm
Heatpipes (Durchmesser)6 (6mm)
KompatibilitätIntel LGA 775 & LGA 1366 & LGA1156; AMD Sockel AM2(+) & AM3
Preis72.51€
Was vielleicht nicht auf den ersten Blick auffällt, ist die leichte Asymmetrie der zwei Kühltürme in Bezug auf die Bodenplatte. So sitzt ein Kühlkörper etwas näher zu letzterer und bietet dadurch etwas mehr Freiraum im Bereich der RAM-Slots. Ein weiteres Merkmal des Noctua NH-D14 sind unbestreitbar auch die zwei mitgelieferten Lüfter. Hier wollen wir jetzt nicht auf die eigenwillige Farbgebung eingehen, welche ohne Zweifel Geschmackssache ist, sondern auf die Tatsache, dass zwei Modelle in verschiedenen Größen zum Einsatz kommen. So verbaut Noctua zum einen ihren NF-P14 Lüfter mit 140 Millimeter Durchmesser zwischen den zwei Kühltürmen, zum anderen den kleinen Bruder NF-P12 mit 120 Millimeter Impellergröße am vorderen Kühlturm. Der Grund hierfür ist schnell erklärt: Bedingt dadurch, dass der NF-P14 in etwa zwei Zentimeter über den unteren Rand der Kühlkörper ragt, profitieren auch die umliegenden Bauteile, wie zum Beispiel die oftmals heißen Spannungswandler, vom erzeugten Luftstrom. Damit die Lüfter keine lärmbringenden Vibrationen an den Kühler weitergeben können, wurden bereits Entkoppler aus weißem Silikon in die Kühlkörper integriert.

Verarbeitung und Qualität

In der Kategorie Qualität und Verarbeitung konnte Noctua schon immer überzeugen. So auch beim NH-D14. Nicht nur, dass die Lamellen alle piekfein gestanzt und entgratet worden sind, nein, auch wurden sie sehr sauber mit den Heatpipes verlötet. Für zusätzliche Stabilität wurden sie zudem an mehreren Stellen miteinander verhakt und lassen sich so nur schwer verformen. Der Boden unterscheidet sich nicht merklich von denen der anderen Kühler aus selbem Haus und erfreut ein weiteres Mal durch seine akkurate Verarbeitung. Im Gegensatz zu den Pedanten seiner Vorgänger, wurden die sogenannten „Micro-Grooves“ allerdings ein wenig verfeinert, wodurch der gesamte Boden einen noch besseren Eindruck hinterlässt. Dass der Kühler abschließend noch komplett vernickelt wurde, rundet den Gesamteindruck noch weiter positiv ab.

Montage

Dem Noctua NH-D14 liegt bereits das neue SecuFirm2-Montagekit bei, wodurch der Kühler alle aktuellen Sockel unterstützt. Das Montagematerial setzt sich aus ungewöhnlich vielen Teilen zusammen und erfordert bei Gehäusen ohne einen passenden Ausschnitt im Tray einen Ausbau des Mainboards. Die Backplate des neuen Montagesystems eignet sich für alle auf Intel basierenden Systeme und muss je nach Plattform entsprechend mit den passenden Gewindebolzen bestückt werden. Darauf folgend kann die Backplate von hinten an das Mainboard gesetzt werden, so dass die Gewindebolzen durch die Montagelöcher des Mainboards ragen. Auf diese steckt man nun die schwarzen Abstandhalter und direkt darauf zwei Metallbügel. Fixiert wird das Konstrukt nun von vier Rändelmuttern.

Die Montagebügel sind bereits ab Werk mit dem Kühler verschraubt. Das Selbe gilt auch für die obligatorischen Federschrauben, welche fest mit den Haltebügeln verbunden sind, wodurch sich die Montage angesichts der Größe als sehr einfach herausstellt. Nachdem man die CPU mit Wärmeleitpaste bestrichen hat und der Kühler sich an seinem Platz eingefunden hat, können die Schrauben bis zum Anschlag angezogen werden und sorgen somit für einen sehr hohen Anpressdruck sowie guten Halt des Kühlturms. Interessant für AMD-Besitzer: Der Kühler ist hier so ausgerichtet, dass der Lüfter in Richtung Heck bläst!
Besonders erfreut hat uns desweiteren das neuentwickelte Klammersystem für die Befestigung der Lüfter. Eingefädelt in vier kleine Kunststoffnippel, rutschen die Klammern nicht mehr von selbst aus den Haltelöchern der Lüfter und können so einfach mithilfe der kleinen Griffe an die Lamellen geklemmt werden. Selten war eine Lüftermontage einfacher.


Inhaltsverzeichnis

  1. Noctua NH-D14 & Coolink Corator DS
  2. Noctua NH-D14
  3. Coolink Corator DS
  4. So testet PC-Max
  5. Serienlüfter im Überblick
  6. Ergebnisse mit Serienlüfter
  7. Ergebnisse mit einem Referenzlüfter
  8. Ergebnisse mit zwei Referenzlüftern
  9. Fazit

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