Test: Zotac MEK1 Gaming-PC

Der Zotac MEK1 Gaming-PC ist der neueste Komplettrechner der nicht mal ein Jahr alten Tochtermarke Zotac Gaming. Der Launch ist nicht groß aufgezogen worden - dabei hat das MEK1 nicht nur solide Hardware verbaut, sondern kommt zusätzlich auch mit einer interessanten Preisempfehlung daher. Es ist leicht größer als Zotacs bekannten Mini-PCs, soll aber dafür als kompakter und vollwertiger PC jeden Gamer zufrieden stellen. Ob das in der Praxis klappt, klären wir im Test.


Zotac ist bereits für seine Mini-PCs bekannt, der neueste Komplett-PC macht es aber diesmal anders und kommt im schmalen Tower-Design daher. Unter der nicht mal ein Jahr alten Tochtermarke hat man den MEK1 Gaming-PC auf den Markt gebracht, der zwar klein genug fürs Mitnehmen auf LAN-Partys ist, aber dennoch die volle Gaming-Leistung bringen soll.

Das Datenblatt verspricht bereits einiges: Unter anderem ist ein Intel Core i7 7700 und eine Zotac GeForce GTX 1070ti verbaut. Damit sollten vor allem Gamer, die auf einer WQHD-Auflösung spielen, voll auf ihre Kosten kommen. Aber auch designtechnisch macht der MEK1 einiges her, zudem ist er schmal genug um ihn unter einem gewöhnlichen Fernsehtisch platziert zu werden, was ihn auch für's Wohnzimmer-Gaming interessant macht. Zotacs neuester Komplett-PC macht also einen interessanten Ersteindruck. Ob er jedoch am Ende überzeugen kann, lest ihr im Folgenden.

Design

Zotacs MEK1 kommt gut geschützt in der großen und modernen Kartonage an. Beim Auspacken merkt man aber bereits, wie schnittig dieser Komplett-PC doch ist. Das Design ist zwar außergewöhnlich, aber schmal und nicht zu aufdringlich. Das Äußere ist definitiv ans Gaming angelehnt, allerdings ist hier nicht übertrieben worden. Deswegen ist es gut vorstellbar, den MEK1 auch im Büro stehen zu haben.

Darüber hinaus lässt sich der MEK1 aufgrund des kleinen Fußabdrucks ebenfalls auf den Schreibtisch stellen, auch die Platzierung beispielsweise unter dem Fernsehtisch ist machbar. Tatsächlich sind selbst Konsolen nicht viel kleiner, selbst die PS4 nimmt nicht viel weniger Platz in Anspruch. Mit den Standfüßen lässt sich das MEK1 stabil hochkant stellen, allerdings kommt es auch gut flachgestellt zurecht.

Auf der Front befindet sich das Logo der MEK-Serie. Darüber findet man eine "Schiebetür", hinter der sich der Power-Schalter, zwei USB 3.0-Ports und zwei Audio-Anschlüsse befinden. An den Seiten findet man üppig dimensionierte Lufteinlässe, die das MEK1 aufgrund der Größe auch braucht. Auf der Rückseite finden sich wie bei einem normalen Tower alle üblichen Anschlüsse.

Auffallend sind direkt die zwei LED-Leisten, die einmal um die Ränder laufen. Als Standard ist kaltweiß eingestellt, allerdings lässt sich die Beleuchtung mithilfe der vorinstallierten Spectra-Software einstellen. Wählbar sind unter anderem die Farbe und verschiedene Modi wie "Statisch", "Blitz" und "Atmen". Das MEK1 kommt übrigens in komplettem matt-schwarz. Eine weiße Variante ist zwar auch vorhanden, allerdings bietet diese eine schlechtere Ausstattung.

Technische Spezifikationen

Zotac bewirbt den MEK1 als kompakten, aber vollwertigen Gaming-PC. Damit hat das Unternehmen gar nicht so Unrecht, denn er ist in der Tat sehr gut ausgestattet. Das Gaminng-Herzstück ist in diesem Fall eine GTX 1070ti von Zotac im Referenzdesign mit 8GB GDDR5-VRAM, die Spiele sogar bis zu 4K-Auflösungen stemmen soll. Dem Vierkerner i7 7700 stehen 16GB DDR4-Arbeitsspeicher von Samsung zur Seite, letzterer ist auf zwei 2400-MHz-Riegel aufgeteilt.

Die verbaute 240GB NVMe-PCIe-SSD hat genug Platz für das Betriebssystem und die meisten Programme, als Massenspeicher dient die 2,5" große Seagate Barracuda 5400RPM HDD mit 1TB. Als Basis steht ein hauseigenes Mainboard mit Intels B250 Union Point Chipsatz, welches speziell für den MEK1 gefertigt wurde. Da Zotac ohnehin nicht mehr im Mainboard-Geschäft mitmischt, ist es folglich auch nicht separat erhältlich.

Eine Sorge bei Komplett-PCs ist die Verwendung von qualitativ minderwertigen Teilen zur Kostensenkung, besonders gilt das bei Netzteilen. In diesem Fall entschied man sich glücklicherweise für ein relativ hochwertiges Silverstone Modell mit 450 Watt und 80 Plus Bronze Zertifizierung.

Alle technischen Informationen zusammengefasst:

Spezifikationen
ModellZotac MEK1 Gaming Komplett PC (schwarz)
ProzessorIntel Core i7-7700 3,6 GHz (4,2 GHz Turbotakt)
Grafik

Intel HD Graphics 630 (nicht brauchbar, kein Motherboard Display-Ausgang),
NVIDIA GeForce GTX 1070 Ti 8 GB GDDR5

MainboardIntel B250 Union Point Chipsatz, MEK1 Mainboard (Eigens angefertigt für dieses System)
Arbeitsspeicher16 GB (2x 8 GB) Samsung DDR4 2400 MHz
Speicher240 GB NVMe PCIe x4 SSD, 1 TB Seagate Barracuda 5400RPM 2.5" HDD
(1x 2.5'' slot (belegt) 1x M.2 PCIe slot (belegt)
NetzteilSilverstone 450 Watt 80 Plus Bronze
BetriebssystemWindows 10 Home 64 Bit (vorinstalliert)
Maaße416 x 419 x 118 mm (Höhe/ Länge /Breite)
Anschlüsse
Mainboard4x USB 3.0 (Typ A), 2x USB 2.0, 2x RJ45 Gigabit-LAN, 1x PS/2, 1x Mikrofon-In,
1x Kopfhörer-Out, 1x 7.1 Audio I/O, 1x optische S/PDIF Audio2x Antennen (WLAN),
Grafik1x HDMI v2.0b, 3x Displayport 1.4, 1x Digital DVI
Gehäuse2x USB 3.0 (Typ A), 1x Mikrofon-In, 1x Kopfhörer-Out, 1x Netzstecker

Aufrüstung

Wie bei jedem Gaming-PC stellt sich auch hier wieder die Frage, wie es beim MEK1 bezüglich der Aufrüstung steht. Hier wird man leider ein wenig enttäuscht, denn um Komponenten auszutauschen, müssen einige Dinge beachtet werden. Angefangen beim Werkzeug, hier benötigt man einen Kreuzschlitzschraubendreher um die Seitenwände zu lösen, worauf man auch die Lüfter abstecken muss, um besser arbeiten zu können.

Das Mainboard beispielsweise ist theoretisch zwar auswechselbar, jedoch ist es aufgrund des schmalen Gehäuses schwierig, ein passendes Modell zu finden. Apropos passend, auf dem i7-7700 liegt ein eigens designter Kühler, was das zukünftige Aufrüsten schwierig machen dürfte. Die 1070 Ti hingegen dürfte leicht zu ersetzen sein, jedoch muss auch hier bedacht werden, dass das Netzteil lediglich eine Leistung von 450 Watt hat.

Insgesamt muss man bei der Aufrüstung auf die limitierten Maße achten. Auch ist beim Austauschen von einzelnen Komponenten auf das Zusammenspiel mit den anderen Teilen zu denken, sodass ein eventueller "Flaschenhals" vermieden wird. Die Standardkonfiguration ab Werk ist bereits gut aufeinander abgestimmt und bietet genug Leistungsreserven für den Otto-Normal-Verbraucher.

Praxistest

Zotacs MEK1 Komplett-PC kann bereits durch einen kleinen Formfaktor und ein schnittiges Design überzeugen. Im Test haben wir das System mit den Standfüßen hochkant auf den Schreibtisch gestellt, die gesamte Einrichtung ging schnell und unkompliziert vonstatten. Beim Einschalten bemerkt man dann auch direkt den ersten Nachteil: die Lautstärke.

Obwohl der MEK1 im Idle läuft, hört man die drehenden Lüfter deutlich. Dabei ist es nicht die Grafikkarte, sondern die Lüfterkonstruktion für den Prozessor, die die Geräuschkulisse hochhält. Ein 90-mm-Lüfter bläst die angezogene Luft gegen den Top-Blower, darunter finden sich gleich zwei 70-mm-Lüfter, welche entgegen blasen und somit die warme Luft nach außen befördern sollen. Dazu kommt noch ein Radiallüfter, der über dem Kühler sitzt und die Luft über eine Öffnung neben der I/O-Blende hinausbläst.

Dass diese Konstellation aus insgesamt vier Lüftern plus der Grafikkarte und Netzteil nicht besonders leise ist, war abzusehen. Im Leerlauf messen sich dadurch etwa 34 dBA, was doch recht laut ist. Beim Zocken erhöht sich die Lautstärke nur sehr leicht auf etwa 35 dBA. Das ist für ein Gaming-PC wiederum erstaunlich wenig. Bei normaler Benutzung regelt der MEK1 die Lüftersteuerung selbst. Wir haben die Lüfter zum Test auf 100 Prozent laufen lassen und kamen dabei auf eine Lautstärke von ca. 45,5 dBA

Erster Boot

Es ist schön zu sehen, dass man beim ersten Einschalten lediglich das reine Windows mit nur zwei vorinstallierten Anwendungen zu Gesicht bekommt. Einmal Zotac Firestorm (eine abgespeckte Form von MSI Afterburner) und Zotac Spectra (zur Einstellung der LED-Leisten am Gehäuse). Ansonsten ist es softwareseitig wie beim DIY-Build. Wir hörten bereits von Problemen beim ersten Boot, bei denen man eine neue Partition erstellen muss, um auf die 1TB HDD zugreifen zu können. Das war bei uns jedoch nicht der Fall, hier funktionierte alles auf Anhieb.

Zu bemängeln ist das einseitige BIOS-Menü. Es ist nicht sehr übersichtlich und bietet auch nicht viele Funktionen, also gibt es hier definitiv Verbesserungspotential.

Performance

Der wichtigste Faktor eines Gaming-PCs ist wohl, wie gut es sich drauf zocken lässt. Auf dem MEK1 ist das zunächst ohne Probleme möglich. Bei FullHD (1920x1080 Pixeln) läuft jedes Spiel auf jeder Einstellung absolut ohne Probleme. Auch bei WQHD (2560x1440 Pixeln) kommt der Rechner noch nicht wirklich ins Schwitzen. Auch hier lässt sich der Regler ohne Bedenken auf "Ultra" stellen, man sollte immernoch je nach Spiel eine zufriedenstellende FPS-Zahl erreichen.

Bei 4k-Monitoren sieht das allerdings anders aus, hier geht der MEK1 mit seiner 1070 Ti langsam in die Knie. Bei höchsten Einstellungen und je nach Spiel treten hier und da einige Ruckler auf und auch die FPS-Zahl schafft es oft nicht über 60 FPS.

Beim Spielen von Deus Ex: Mankind Divided bei 1080p schaffte das MEK1 durchschnittlich 63 FPS, Rise of the Tomb Raider und Mittelerde: Mordors Schatten liefen hingegen 105 FPS bzw. 130 FPS. Auch bei 1440p lief das System stabil, in Rise of the Tomb Raider auf höchsten Einstellungen erreichte man die 80 FPS-Grenze, in Mittelerde: Mordors Schatten erzielten wir ca. 95 FPS. Bei Deus Ex: Mankind Divided in 1440p schwächelte der MEK1 bereits, hier kamen wir nur auf durchschnittliche 50 FPS. 

Das MEK1 schafft zwar auch 4K, jedoch muss man hier die Einstellungen runterdrehen, um eine geschmeidige Wiedergabe zu erreichen. Auf den höchsten Einstellungen lief Tomb Raider bei 40 FPS, Deus Ex schaffte es allerdings nicht über die 30-FPS-Grenze. Dennoch ist es erstaunlich, dass Zotacs System 4K-Auflösungen mit weniger Details stemmen kann, auch VR-Headsets können betrieben werden.

Benchmarks

Verbaut ist der i7-7700 ohne K-Suffix, das bedeutet er hat einen niedrigeren Standard- sowie Boost-Takt von 3,6Ghz bzw. 4,2GHz. Der Äquivalente mit "K" startet bei 4,2GHz und kommt im Turbo-Takt auf 4,5GHz. Dennoch dürfte der i7-7700 für die meisten Anwendungen und Spiele ausreichen, möchte man jedoch beispielsweise Streamen oder Videos bearbeiten, so ist das System vielleicht nicht die beste Wahl. Im Geekbench-Test kamen wir auf einen Singlethread-Score von 4615 und einen Multithread-Score von 14773. Das sind zwar dezente Punktzahlen, jedoch liegt der i7-7700 damit immer noch weit hinter dem i7-7700K oder einem Achtkerner Ryzen-Konkurrent.

Beim 3DMark Benchmark Timespy kam das System mit der 1070 Ti auf eine Punktzahl von 6237. Bei Firestrike und Sky Diver kam er auf einen Score von 15.262 Punkten bzw. auf 34.602 Punkte. Das sind durchaus gute Ergebnisse, andere Komplett-Systeme im gleichen Preissegment liegen leicht dahinter.

Im Speichertest lieferte die SSD akzeptable Ergebnisse. Zotac landet mit Geschwindigkeiten von 2732MB/sec im Lesen und 1548MB/sec im Schreiben eher im Mittelfeld. Es gibt viele Speichermedien, die noch deutlich schneller arbeiten - das gilt vor allem für leistungsfähige Gaming-PCs. 

Da das System recht kompakt ist, sind teilweise hohe Temperaturen nicht zu vermeiden. Hier schlägt sich das MEK1 aber recht gut, der Prozessor kam auch unter Volllast nicht über 86 Grad Celsius, die GPU hatte ihren Gipfel bei ca. 81 Grad Celsius. Die Lüfter drehten dazu auf, sie wurden allerdings nicht viel lauter, als sie im Leerlauf schon sind.

Fazit

Zotac hat mit dem MEK1 Komplett-PC ein System geschaffen, was vor allem Gamer im 1440p-Bereich überzeugen kann. Es wartet mit einem schnittigen, aber nicht zu kindischem Design auf, womit es optisch auf jeden Schreibtisch passt. Außerdem hat man hier eine sinnvolle Hardware-Komposition aus dem Vierkerner i7-7700 und der GTX 1070 Ti, die sehr gut fürs Gaming zusammenpassen.

Zu bemängeln ist jedoch die schon im Leerlauf recht laute Geräuschkulisse, welche aus dem innewohnenden Lüfterkonstrukt resultiert. Auch die nicht ganz einfache Aufrüstung und das misslungene BIOS-Menü geben einen salzigen Beigeschmack ab. Aber auch wenn diese Kritik berechtigt ist, wiegen die positiven Aspekte dennoch über.

Das Zotac MEK1 ist bereits erhältlich bei diversen Online-Händlern für ca. 1449 Euro (Stand 04.05.2018), was für einen Komplett-Rechner mit dieser Ausstattung recht fair ist. Darüber hinaus bietet das MEK1 den kleinen Formfaktor und das gelungene Design, was ihn perfekt für Gamer mit dem Wunsch nach einer bequemen und preiswerten Komplettlösung macht. Aus diesem Grund gibt es auch unsere Redaktionsempfehlung.



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Ilias

Datum:
05.05.2018 | 18:46 Uhr
Rubrik:
Hardware-Tests
Tags:
1070ti 16GB Computer Gaming GTX i7 7700 intel core Komplett PC Mek1 PC Zotac

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