Vergleich: Vier Budget-Cases im Test

Nach unserem Vergleichstest ist zu sagen, dass Kunden im Falle der vier Kandidaten tatsächlich viel Gehäuse für wenig Geld bekommen. Der Preiskampf in den unteren Budget-Segmenten dauert weiterhin an, was an sich eigentlich nur gut für den Kunden ist. Nichtsdestotrotz muss man bei der Wahl eines 50-Euro-Produkts einige Abstriche hinnehmen: Es muss weitestgehend auf "Premium-Features" wie eine Lüftersteuerung oder ein Hot-Swap-Dock verzichtet werden. Wen dies allerdings nicht stört oder wer diese Dinge schlichtweg nicht benötigt, ist auch mit einem günstigen Gehäuse gut bedient. Selbst für diesen geringen Preis erhält man wie zum Beispiel mit dem Ostrog von Enermax magnetische Staubfilter oder als netten Zusatz eine Stealth-Frontblende für 5,25-Zoll-Laufwerke. Doch selbst die Verarbeitung des Xigmatek Alfar kann sich mit der, der teureren Ableger messen. In Sachen Performance behauptet sich hingegen das Antec One.

Enermax Ostrog

Für das Ostrog spricht die Optik samt den dazugehörigen Design-Features. Der Hersteller denkt an eine Stealth-Frontblende, womit unschöne optische Laufwerke, die zudem meistens schwarz sind, formschön versteckt werden können. Der durchdachte Eindruck setzt sich im Inneren fort: Der mittlere Laufwerkskäfig ist entnehmbar, um Platz für überlange Grafikkarten zu schaffen. Hinzukommen einfach zu reinigende Staubfilter, welche magnetisch an Boden und Deckel angebracht werden. Ansonsten erfolgt der Einbau sämtlicher Laufwerke sowie Datenträger werkzeuglos. Als weiteren Pluspunkt sind die wiederbenutzbaren Slot-Blenden ins Feld zu führen, was in dieser Preisklasse noch kein Standard ist. Ansonsten hat der Nutzer im Innenraum dank der sieben Lüfterplätze genügend Spielraum, was die Temperaturen und mögliche Übertaktungsversuche der verbauten Hardware angeht, womit sich das Ostrog als potente Grundlage für leistungsfähige Komponenten eignet.

Gegen den Enermax-Ableger könnte man die mangelnde Entkopplung sowie den vergleichsweise lauten Hecklüfter ins Feld führen. Ferner wäre ein Staubfilter für den optional montierbaren Frontlüfter wünschenswert. Zu deutlich besseren Temperaturen hätte wohl auch ein zweiter Ventilator im Deckel oder an der Front verholfen. Aus optischer und auch kühlungstechnischer Sicht machen Rotoren am Window-Sidepanel wenig Sinn, weshalb man entsprechende Perforierungen und Bohrungen an dieser Stelle hätte weglassen können.

Alles in allem bietet Enermax mit dem Ostrog für rund 50 Euro ein solides Gehäuse, das mit vielen Vorzügen überzeugen kann. Deshalb erhält das Modell von uns den Preis-Leistungs-Award:

Sharkoon Rex3

Für das Sharkoon Rex3 könnte man in erster Linie das Aussehen anführen. Verstärkt wird der optisch gute Eindruck von den beiden LED-Ventilatoren im 120-Millimeter-Format an Front und Heck, wodurch unter anderem die verbaute Hardware durch das linke Seitenfenster gut in Szene gesetzt wird. Ansonsten ist der werkzeuglose Einbau von 3,5- sowie 5,25-Zoll-Laufwerken sowie die ungewöhnlich hohe Anzahl von sechs USB-Schnittstellen am Frontpanel positiv hervorzuheben.

Gegen das Rex3 sprechen die erhöhten Temperaturen im Vergleich zur Konkurrenz dieses Tests. Trotz zwei Lüftern, liegt der Ableger hinter dem Ostrog mit lediglich einem Rotor, was scheinbar dem geringen Platzangebot im Innenraum geschuldet ist. Denn gerade deshalb gestaltete sich der Einbau unserer Komponenten als durchaus fummelig: Sowohl das Montieren als auch das Durchführen der Netzteilleitungen sowie das Installieren der Grafikkarten und der Festplatte nahm mehr Zeit als gewöhnlich in Anspruch. Ein großes Manko ist auch, in der heutigen Zeit, wo Solid State Drives deutlich an Bedeutung gewinnen, auf einen entsprechend großen Bauplatz im Innenraum zu verzichten. Zu guter Letzt ist uns die Lackierung ins Auge gestochen, durch die stellenweise die silberne Grundfarbe des Metalls vom Korpus durchschimmerte. 

Antec One

Für das One von Antec spricht an erster Stelle die solide Verarbeitung. Ansonsten erfolgt der Einbau von 3,5- sowie 5,25-Zoll-Laufwerken werkzeuglos und der ausgesprochen große Ausschnitt im Mainboard-Träger erleichtert das Wechseln eines Prozessorkühlers ungemein. Als gut zu bezeichnen, sind zudem die ermittelten Testwerte: Das Antec erreichte ordentliche Temperaturen und erlaubte sich auch hinsichtlich der Lautstärke keine Patzer. Positiv ist der beigelegte USB-3.0-zu-USB-2.0-Adapter für ältere Mainboards, welche nicht über die modernen Header verfügen. 

Gegen Antecs Preis-Leistungskracher sprechen die Slot- sowie I/O-Blenden, welche vom Besitzer vor der Erstnutzung abgebrochen werden müssen. Die Kunststoff-HDD-Clips erleichtern zwar den Einbau der entsprechenden Hardware, doch die Entkopplung ist dadurch nicht gegeben. Im Innenraum waren zudem einige Stellen ersichtlich, wo der Lack nicht ausreichend aufgetragen wurde. Schließlich ist der sehr knappe Raum hinter dem Mainboardtray und auch auf die maximale Grafikkartenlänge von 266 Millimetern zu erwähnen.

Xigmatek Alfar

Für das Xigmatek Alfar ist in erster Linie die massive Verarbeitung ins Feld zu führen. Der verwendete Kunststoff fühlte sich, nicht zuletzt wegen der leder-artigen Oberfläche sehr gut an. Zudem punktet das Case mit einer recht hohen Materialdicke, was auch auf den Korpus und die Seitenteile zutrifft. Die Sidepanels waren gegenüber denen der Konkurrenz mit 0,55 Millimetern deutlich massiver. Infolgedessen waren die Türen sehr leicht abnehm-, respektive verschließbar. Was Antec mit einem Zusatzadapter realisierte, ermöglicht Xigmatek einfach mit einem erweiterten Kabelstück direkt am USB-3.0-Kabel: Der Besitzer kann, falls ein entsprechender Steckplatz nicht auf dem Mainboard vorhanden ist, die frontseitigen USB-3.0-Ports als USB-2.0-Anschlüsse benutzen. Ansonsten ist der Innenraum, ähnlich wie der des Enermax Ostrog, sehr durchdacht: Xigmatek setzt auf zwei HDD-Cages, wobei kleinere 2,5-Zoll-Datenträger oben und größere 3,5-Zoll-Festplatten im unteren Bereich installiert werden können. Dadurch schafft der Hersteller Platz für Grafikkarten, die ganze 33 Zentimeter lang sein dürfen.

Gegen das Alfar spricht die hohe Lautstärke im Leerlauf, was den werksseitig verbauten Lüftern zu zuschreiben ist. Ein Staubfilter an der Front wäre zudem wünschenswert gewesen. Etwas störend war außerdem das Herausbrechen der Slot-Blenden, was einem derart gut verarbeiteten Modell nicht wirklich steht. 

Wer die Lüfter vom Alfar auf sieben Volt drosselt und über das Abbrechen der Slotblenden hinwegsieht, bekommt mit dem Xigmatek-Ableger ein Gehäuse, das sich ohne weiteres mit deutlich teureren Modellen messen kann. Aus diesem Grund vergeben wir auch hier den Preis-Leistung-Award:

Bei Amazon sind alle vier Testkandidaten erhältlich. Dabei muss der Käufer für das Antec One rund 48 Euro hinlegen, während für das Xigmatek Alfar in schwarz/orange ohne Sichtfenster 50 Euro fällig werden. Mit etwa 52 Euro ist das Ostrog von Enermax ähnlich teuer. Auch das Rex3 von Sharkoon in weiß mit Sichtfenster kostet 50 Euro.


Inhaltsverzeichnis

  1. Vier Budget-Cases im Test
  2. Ausstattung und Spezifikationen
  3. Erscheinungsbild
  4. Innenaufbau
  5. Einbau der Hardware
  6. So testet PC-Max
  7. Messungen und Eindrücke
  8. Fazit

Kommentare

Schönes Roundup.
Erfreulich zu sehen das man in dieser Preisklasse durchaus brauchbare Cases bekommt.
Kaufen würde ich mir aber eher keins von den Probanden und eher noch 20 bis 30 Ruro drauflegen.
Rein optisch gefällt mir erstaunlicherweise das Sharcoon Rex 3 am besten
Rein von der Ausstattung her das Ostrog von Enermax, da will mir die optik aber garnicht gefallen.

geschrieben am 11.04.2013 um 13:48 Uhr

Persönlich würde ich mir keins der Cases kaufen, aber das Enermax wäre mein Testsieger. Stellt für mich das beste Gesamtpaket dar.

geschrieben am 11.04.2013 um 16:57 Uhr

Für mich persönlich macht auch das Enermax Case das Rennen. In der Preisklasse darf man ja nun auch nicht allzu viel erwarten.

geschrieben am 12.04.2013 um 16:31 Uhr

Bei Enermax sieht diese I/O Panelerhebung wenn du von Seite guckst total bescheuert aus,finde ich

geschrieben am 12.04.2013 um 18:21 Uhr

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