Test: NZXT H400i im Test

NZXT bringt mit der runderneuerten H-Serie gleich drei Modelle in verschiedenen Größenabstufungen mit. Mit ist immer die hauseigenen Regelmöglichkeit für Lüfter und RGB-LEDs, womit das Gehäuse laut Hersteller besonders "smart" sein soll. Wir prüfen das Gehäuse und schauen, ob das H400i abseits davon überzeugen kann.


NZXT bereitet mit den puristischen, geradlinigen Gehäusen vielen PC-Bauern große Freude. Das Produktportfolio ist recht umfangreich, doch "smarte" Gehäuse fehlten bis zur Ankunft der neuen H-Serie mit dem "i". Hier will der amerkanische Hardware-Hersteller nachbessern und ein intelligentes Gehäuse vorstellen, das mit dem üblichen NZXT-Touch daherkommt und darüber hinaus dank integrierter Technik aus dem eigenen Hause namens CAM mehr Übersicht und Regelmöglichkeiten für diverse Parameter für Power-User bietet. Ein Hartglas-Seitenteil, Netzteil- und Kabel-Abdeckungen sind im Trend und sollen für den sauberen, ikonischen Look moderner Desktop-Rechner sorgen. Ob das reicht, um eine Empfehlung mit nach Hause zu holen, klären wir im Test.

Lieferumfang und Details

Das H400i kommt in einem weiß-lilafarbenen Karton, der die Coporate-Identity des Unternehmens widerspiegelt. Details für Ausstattung sowie Abbildungen des Gehäuses sind auf der Kartonage zu sehen. Dem Lieferumfang legt NZXT bis auf den zweiten LED-Streifen den branchenüblichen "Durchschnitt" bei. Dazu zählt die Anleitung sowie das Set an Schrauben und Kabelbinder. Der zweite LED-Strip ist bereits im Gehäuse am Deckel befestigt, was der Hersteller mit einer Notiz unmissverständlich klar macht.

Erscheinungsbild

Im Jahre 2015 brachte NZXT das S340 mit Plexiglas-Seitenteil, dem später die Elite-Version mit Glas-Seitenteil folgte. Und diese beiden Modelle können als Väter der nun hervorgebrachten, neuen H-Serie mit dem "i" gesehen werden. Im Großen und Ganzen handelt es sich beim vorliegenden H400i um ein recht puristisches Gehäuse ohne unnötige Öffnungen. So ist die Front, wie so oft, geschlossen. Luft wird über die Mesh-Einlagen an der Seite eingezogen. Ander ist dagegen die Oberseite: Ein magnetischer Staubfilter stellt sicher, dass der Innenraum sauber bleibt. Denn darunter können maximal zwei 140mm-Lüfter verbaut werden, welche fast ungehindert die Luft ausblasen können.

Abseits von der großen Öffnung an der Oberseite findet sich an selbiger Stelle weiter vorne das Anschlusspanel. Hier bietet NZXT den Durchschnitt: Ein Paar USB-Buchsen, ein Paar Audio-Buchsen (Mikrofon und Kopfhörer) und den Einschaltknopf finder der Nutzer vor. USB-C: Fehlanzeige. Ungefähr ähnlich spannend ist das rechte und linke Seitenteil aufgeführt: Glas ist aktuell im Trend und bei vielen Gehäuse vorzufinden. Beim H400i gibts Glas ebenfalls - fixiert dank vier Rändelschrauben am Stahlkorpus. Stahl ist auch das Stichwort für die rechte Seite: Geschlossen und aus eben jenem Material will NZXT an dieser Stelle nicht auffallen.

Das H400i steht auf vier Kunststofffüßen mit Gummiauflagen. Der Netzteil-Staubfilter ist ebenfalls gut zu sehen - er wird rückseitig herausgezogen und nimmt tatsächlich nur den Bereich des Netzteils in Anspruch.

NZXT setzt bei der neuen H-Serie auf Understatement: Man will mit keiner Superlative auftrumpfen und mit einem aufgeräumten, "cleanem" Konzept überzeugen. Getreu dem Motto: Weniger ist mehr. Das ist nicht immer gut: Zum angepeilten Verkaufspreis von rund 135 Euro hätten wir uns an der Front zumindest USB-Typ-C als Schnittstelle gewünscht.

Innenaufbau

Keine großen Überraschungen erwarten uns beim genaueren Anblick des Innenraums. Das H400i ist simpel aufgebaut und folgt dem Trend: Netzteilkammer unten, Datenträger versteckt unter der Blende - somit auch freie Fahrt für die Luft, die ungehindert die verbaute Hardware belüften kann. Ein Extra von NZXT ist die Kabelabdeckung: Der große ATX-Strang und mögliche SATA-Kabel sollen stilvoll versteckt werden. Bekannt von bereits älteren Modellen: Die SSD ist vom Hersteller als prominent platzierte Hardware gut sichtbar an der Netzteilabdeckung vorgesehen. Die davon ausgehenden Kabel werden auch hier von der bereits erwähnten Kabel-Abdeckung versteckt. 

Hinter dem Mainboardtray wird ersichtlich, dass NZXT offensichtlich viel Hirnschmalz in die Kabelführung gesteckt hat. Denn als erstes fällt hier die Konstruktion mit der Kabelführungschiene(n) aus Kunststoff auf. Die große Öffnung soll das Verlegen der nötigen Kabel einfach machen. Dazu gibt es zusätzlich zwei SSD-Trays am Mainboardschlitten sowie eine große Öffnungs zum Umbau eines Prozessorkühlers. Einen Festplattenschacht findet man indes nicht - wenn nötig wird eine Festplatte am Boden des Gehäuses verbaut und über die Unterseite verschraubt.


Bei der Detailbetrachtung der rechten Seite hinter dem Stahlseitenteil sollte man auf keinen Fall die oben links verschraubte Platine zur Steuerung diverser Parameter vergessen. Ziemlich unscheinbar in Korpusfarbe, macht erst dieses Teil das H400i zu einem "smarten" Gehäuse.

An Lüftern können höchstens jeweils zwei Rotoren an Front und Deckel (maximal 140mm) sowie einer am Heck mit einem Durchmesser von 120mm verbaut werden. Die maximale Lüfterbestückung ist allerdings nicht gleich die maximale Anzahl an möglichen Radiator-Einbauplätzen. Der Deckel nämlich fasst keinen entsprechend großen Wärmetauscher. An der Front ist hingegen einer 280er drin - auch mit vierfacher Lüfterbestückung (Push/Pull) - am Heck geht ein 120er-Radiator. Inkludiert sind ab Werk insgesamt drei Lüfter (2 Front und 1 Heck) der Ear F120-Serie mit maximal 1.200 Umdrehungen pro Minute.

Praxistest

Für ein Micro-ATX-Gehäuse bringt das H400i mit 210mm x 393mm x 421mm recht üppige Abmessungen mit. Eine Befürchtung bezüglich eines fummeligen Einbaus kann man also von vorneherein ausschließen. 

Testhardware
ProzessorIntel Core i7 8700K
MainboardASUS ROG STRIX Z370I Gaming 
GrafikkarteSapphire Radeon RX 580GB Nitro+ Limited Edition
SSDPlextor M5Se 512GB
ArbeitsspeicherCorsair Vengeance LPX DDR4 3.000 2x8GB 
NetzteilCorsair TX 550M 80+ Gold
KühlungCryorig H5


Unsere Test-Hardware fand so ungehindert und schnell seinen Platz. Das Mainboard samt Kühler und Ram reingelegt und verschraubt, Netzteil eingesetzt und fixiert. Das ging schnell, was aber noch erstaunlich schneller und besonders sauber passiert ist das Verkabeln: Hier zeigt sich die intelligente NZXT-Lösung mithilfe der Kunststoff-Leitschienen und der großen Öffnung. Das geht nicht nur fix, sondern letztendlich auch sauber. Gut gelöst ist auch die Öffnungen am Mainboardtray ganz oben. Der 8-Pin-Konnektor war so ohne Fummelei einzustecken.

Am Ende bleibt da nur das Anschließen von den Lüftern und der LED-Strips - das ist auch kein großes Problem für den PC-Selbstbauer. Ebenso leicht gestaltet sich das Überwachen und Anzeigen der Parameter. Mithilfe der hauseigenen Software CAM können Nutzer die Beleuchtung der beigelegten LED-Streifen oder die Lüfter regeln. Übersichtlich sind die einzelnen Punkte in der Software aufgezeigten und laden zum Ausprobieren regelrecht ein.

Testwerte

Um das Gehäuse hinsichtlich der Temperaturen der beiden Kernkomponenten GPU und CPU zu testen, entschieden wir uns für mehrere, simple Durchläufe mit Lüfterdrehzahlen von 50, 75 und 100 Prozent. So muss das Gehäuse out-of-the-box zeigen, was es wortwörtlich auf dem Kasten hat. Folgende Werte erlauben eine grobe Einschätzung der Performance des H400i:

 

NZXT H400i Lautstärke (Dezibel)
 LeerlaufLast 
50% Drehzahl35,141,8 
75% Drehzahl38,944,7 
100% Drehzahl41,445,7 

 

 

Temperaturen CPU (Celsius)
  LeerlaufLast
50% Drehzahl 3574
75% Drehzahl 3373
100% Drehzahl 3068

 

 

Temperaturen GPU (Celsius)
 LeerlaufLast
50% Drehzahl4776
75% Drehzahl4073
100% Drehzahl3872

Die Test-Hardware (Core i7-8700K mit einem Cryorig H5, 2x8GB DDR4 RAM von Corsair mitsamt einer RX 580 von Sapphire) war auch bei 50 Prozent der Maximaldrehzahl der Werkslüfter noch lange nicht am Temperaturlimit. Rein nüchtern betrachtet fällt allerdings die Lautstärke erstaunlich hoch aus - wohlgemerkt mit deutlicher Drosselung der Lüfter. Lässt man die Rotoren auf Touren laufen (100 Prozent), dann lärmt das H400i regelrecht - Silent-Fans müssen definitiv hier selbst Hand anlegen und den Austausch der Lüfter in Erwägung ziehen. Die Temperatur-Unterschiede hingegen fallen insbesondere im Leerlauf bei der GPU zwischen den Drehzahlstufen deutlich aus. 


Fazit

NZXT ist für die geradlinigen, ja regelrecht puristischen inzwischen bekannt und konnte mit dieser Design-Sprache so einige Fans gewinnen. Die Konkurrenz schläft aber hier keinesfalls: Mittlerweile finden sich zahlreiche Gehäuse mit ähnlichem Design, welche oftmals beim Preis das hier getestete H400i deutlich unterbieten. Zwar bekommt der Nutzer gleich eine Lüfter- und LED-Regelmöglichkeit direkt ab Werk mit, doch so wirklich leise kann man das Gehäuse im Auslieferungszustand auch mit Herunterregeln der Lüfter auf gerade mal 50 Prozent der Maximaldrehzahl nicht bekommen. Bleibt also die recht ordentliche und intuitive Software-Umsetzung mit CAM, der hauseigenen Lösung, die außerdem sämtliche Parameter anzeigt und zum Ausprobieren, respektive Überwachen einlädt. 

Die Verarbeitung des Gehäuses ist sehr gut, die gegebenen Montage-Optionen für Wasserkühlungen ausreichend in Anbetracht der Größe. Leistungsfähige DIY-Waküs sollten mangels Platz im H400i allerdings nicht geplant werden. Die Kabelführungsoptionen und zahlreiche Blenden lassen den Build im Gehäuse sehr clean wirken - etwas, für das NZXT bekannt ist. Akzente setzt der Nutzer mit den beigelegten LED-Stripes. Das Rad hat der Hersteller im Großen und Ganzen mit dem H400i nicht neu erfunden und muss sich gerade beim Preis von rund 140 Euro mit sehr starken Konkurrenten messen. Wir vermissen hier etwa USB-Typ-C an der Front und hätten auch leisere Werkslüfter bevorzugt - gerne auf Kosten der mitgelieferten LED-Stripes. 

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Issam Ammour

Datum:
19.03.2018 | 16:19 Uhr
Rubrik:
Gehäuse
Tags:
Case Gehäuse glas H400i NZXT PC usb

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