Test: Fractal Design Define Nano S im Test

Die Vorhersagen für 2016 scheinen derzeit vor allem wildes, unberechenbares Wetter und eine Ladung neuer Small-Form-Factor-PCs zu bringen. Vielerorts wird aktuell davon ausgegangen, dass kompakte Systeme in diesem Jahr ein neues Hoch in ihrer Verbreitung erreichen werden. Bereits gesehen haben wir dabei neue NUCs, das Entstehen des Mini-STX-Formfaktors, Lüfterlose Desktops, winzige Grafikkarten und Super-Slim-Gehäuse.


Auch Systemintegratoren sowie DIY-Enthusiasten beobachten diesen Trend natürlich mit viel Interesse. Eine für diese Nutzerschicht besonders interessante Lösung stellt nun Fractal Design mit dem Define Nano S zur Wahl. Erst letzte Woche wurde dieses neue PC-Gehäuse aus Fractal Designs Define-Serie angekündigt. Für lediglich 50 Britische Pfund (umgerechnet etwa 65 Euro) soll das kleine Gehäuse ab März die perfekte Balance aus leisem und minimalistischem skandinavischen Design liefern, so der Hersteller.

Wer sich wundert, dass das Define Nano S doch ziemlich bekannt aussieht, denkt höchstwahrscheinlich an den im letzten Jahr veröffentlichten Mid-Tower Define S. Das Nano ist quasi eine geschrumpfte Variante eben dieses erfolgreichen PC-Gehäuses. Wir können uns darüber nicht beschweren, denn das Define S ist ein gutes und schickes Case. Durch die kompakteren Abmessungen des Nano kommt dazu ein gewisses Maß von Niedlichkeit.

Dennoch ist es weniger das niedliche Design, das zunächst auffällt. Denn für eine Mini-ITX-Lösung ist das Nano S tatsächlich nicht wirklich klein. Mit Abmessungen von 203mm x 344mm x 412mm (Breite x Höhe x Tiefe) ist es kaum kompakter als Fractals eigenes Core 1000, welches neben Mini-ITX- sogar Micro-ATX-Mainboards unterstützt.

Dies ist ein wichtiger Punkt am Nano S, denn dieses Case ist anders als die meisten ITX-Chassis nicht primär designet um Platz zu sparen. Fractal Design sagte dazu: „Wir haben uns entschieden den Fokus darauf zu legen, mehr Features unterzubringen. So können größere Grafikkarten, Wasserkühlungen und sogar vollwertige ATX-Netzteile verbaut werden.”

Die Entscheidung sich weniger auf ein ultra-kompaktes Design zu konzentrieren ist definitiv interessant. Gleichzeitig prädestiniert sie dieses ITX-Case allerdings auch nur für eine bestimmte Nutzergruppe. Hauptsächlich High-End-Rigs im Mini-ITX-Format eignen sich um im Nano S untergebracht zu werden. Dabei können ausladende Full-Size-Komponenten verbaut werden und auch die Verwendung einer Custom-Wasserkühlung bietet sich an.

Ein Mini-ITX-Mainboard wirkt in einem so geräumigen Gehäuse beinahe verloren. Vor allem in Kombination mit einem Netzteil am Boden, das bis zu 160 Millimeter lang sein kann, Grafikkarten-Support für bis zu 31,5 Zentimeter lange Modelle und einem halben Duzend Lüfter geht die Hauptplatine ein wenig unter. Wer möchte kann jeweils zwei 140-Millimeter-Lüfter an Front und Deckel sowie zusätzlich zwei 120er-Ventilatoren an der Rückseite beziehungsweise am Boden des Nano S installieren. Von Hause aus sind ein 140er-Intake- sowie ein 120er-Exhaust-Fan verbaut. Diese verfügen zwar statt PWM- über einen gewöhnlichen 3-Pin-Anschluss, dafür liefert Fractal Design allerdings ein Splitter-Kabel mit, was angesichts der häufig begrenzten Anzahl von Lüfterports auf Mini-ITX-Platinen definitiv sinnvoll erscheint.

Der Innenraum des Nano S weiß durchaus zu gefallen und das Seitenfenster bringt dies gut zur Geltung. Dennoch wird schnell deutlich, dass eine Wasserkühlungslösung nötig ist um den Freiraum im Gehäuse sinnvoll auszufüllen. Die komplette vordere Hälfte ist dafür so offen gestaltet, dass passende Hardware wie ein Ausgleichsbehälter mühelos untergebracht werden kann. Sinnvollerweise wurden für speziell diesen Fall die Befestigungsschlitze vom großen Bruder übernommen. Eine schwebende Installation des AGBs ist also erneut möglich. Auch Pumpen wie die DDC oder D5 lassen sich dank eines passenden Brackets problemlos am Boden installieren.

Diese angesprochene Halterung kann ebenfalls genutzt werden um eine zusätzliche SSD oder Festplatte unterzubringen. Der Fokus liegt aber dennoch klar auf Wasserkühlungen, was auch der Support für Radiatoren verdeutlicht: So können ein 280-Millimeter-Radiator an der Front, ein 240er am Deckel und ein 120er-Wärmetauscher an der Rückseite Platz finden, was für ein Mini-ITX-System einiges an Kühlpotenzial darstellt.

An anderen Stellen wurden klare Abstriche gemacht: Speichermedien finden im Nano S an nur vier Stellen Platz. Drei davon finden sich hinter dem Mainboard-Tray, die vierte ist durch das angesprochene Bracket am Boden gegeben. Beachtet werden muss dabei, dass maximal zwei 3,5-Zoll-Geräte verbaut werden können. Die Höchstausstattung von vier Speicherlösungen ist also ausschließlich mit 2,5-Zoll-Modellen zu erreichen. Weiterhin muss auf eine werkzeugfreie Montage verzichtet werden und auch für optische Laufwerke im 5,25-Zoll-Format ist natürlich nicht genügend Raum.

Neuheiten oder Extras gibt es nur wenige. Im Wesentlichen handelt es sich beim Nano S um ein ungewöhnlich großes Mini-ITX-Case mit klarer Ausrichtung an High-End-Wasserkühlungen. Dennoch muss auf einige bekannte Nettigkeiten aus dem Hause Fractal Design nicht verzichtet werden: Die Front und das solide der beiden Seitenteile sind mit schallabsorbierendem Material ausgekleidet. Ebenso ist es das bekannte Modu-Vent-Cover am Deckel des Gehäuses. Dazu kommen drei Klettbandstreifen auf der Rückseite des Mainboard-Trays, die das Kabelmanagement effektiv erleichtern.

Letzteres wird auch durch das gute Ausmaß an Freiraum für das Verlegen der Kabel begünstigt. Dazu kommt, dass die Seitenteile ohne Probleme und vor allem ohne Werkzeug mittels der Rändelschrauben an- beziehungsweise abzubauen sind. Der vollflächige Staubschutzfilter an der Unterseite kann zur Reinigung einfach abgezogen werden. Leider ist das Gleiche nicht für den zweiten Filter an der Front zu sagen. Hier muss die Kunststoffverkleidung zunächst abgenommen werden.

Unsere verwendete Mini-ITX-Testplattform setzt sich aus einem MSI-Z97I-Gaming-AC-Motherboard, 16 Gigabyte Adata-XPG-DDR3-Speicher, einer ITX-Grafikkarte in Form der MSI Radeon R9 270X Gaming 2G ITX, einer Corsair-Force-120-SSD sowie dem be quiet! Straight Power 10 für die Stromversorgung zusammen. Alle Komponenten konnten ohne Probleme reibungslos verbaut werden. Dennoch muss festgehalten werden, dass unser Mini-ITX-System im geräumigen Nano S schon etwas verloren aussieht. Dazu kommt, dass die Grafikkarte in unangenehmer Nähe zum Netzteil verbaut ist, was uns neugierig auf die Performance machte.


Inhaltsverzeichnis

  1. Fractal Design Define Nano S im Test
  2. Spezifikationen und Testverfahren
  3. Performance
  4. Fazit

Kommentare

Nettes Case, aber für ITX wäre es mir viel zu groß! Features hin oder her, mein Phenom M ist nicht viel größer und da passt mATX rein. :)

geschrieben am 09.03.2016 um 09:30 Uhr

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