Vergleich: Drei Silent-Gehäuse im Test
Fazit
Nachdem wir die drei aktuellen Leisetreter von Nanoxia, Bitfenix und Cooler Master durch unseren Testparcours geschickt haben, sind die jeweiligen Vorzüge der Modelle zum Vorschein gekommen. Während beispielsweise das Silencio 650 bei den Lautstärkewerten leicht vorne liegt, wusste das Ghost mit seiner Kühl-Performance im Lastbetrieb zu überzeugen. Nette Zusatz-Features wie leise Ventilatoren und ein gelungener Spagat zwischen Performance und Lautstärke konnte Nanoxia mit dem Deep Silence 1 vorweisen.

Bitfenix Ghost
Für das Erstlingswerk in Sachen Silent-Gehäuse aus dem Hause Bitfenix spricht erst einmal der im Vergleich zu den beiden Konkurrenzmodellen geringe Preis. Die Möglichkeit zur Öffnung der Fronttür zu beiden Seiten hin, ist wie das schraubenlose Installieren von jeglichen Laufwerken und Erweiterungskarten positiv hervorzuheben. Die mitgelieferten Ventilatoren der hauseigenen Spectre-Serie agieren sehr laufruhig und sind mit dem integrierten Hot-Swap-Schacht auf der Oberseite weitere zwei Pluspunkte. Ebenfalls sind die ermittelten Testwerte als gut zu bezeichnen, obwohl hinsichtlich der Lautstärke im Lastbetrieb gegenüber den beiden anderen Ablegern einige Abstriche hingenommen werden müssen. Bei den Temperaturen konnte das Ghost gerade mit aufgeheizter Hardware überzeugen. Zuletzt ist noch das einzigartige Unterbodenbleuchtungs-Konzept zu erwähnen, mit der der Nutzer das Ghost mit den hauseigenen LED-Stripes der Alchemy-Serie optimal in Szene setzen kann.
Gegen das Ghost des taiwanesischen Newcomers spricht die fragile, plastiklastige Materialwahl, die sich insbesondere an der Frontpartie und am Seitenteil bemerkbar macht. Letzteres ist mit viel Fingerspitzengefühl zu schließen, da selbiges unter leichtem Druck zu verbiegen neigt. Als nächstes ist die aus Lochblech bestehende Deckelpartie aufgefallen, die die ergriffenen Silent-Maßnahmen des Herstellers beeinträchtigt. Ferner hat uns das "Selbstbau-Prinzip", bei dem der Nutzer sowohl die Entkoppler für den Netzteilboden, als auch die Gummielemente der Kabeldurchführungen anbringen muss, nicht gefallen. Abschließend ist als Negativpunkt anzumerken, dass sich die Slotblenden lediglich mit viel Gewalt entfernen lassen und zudem nicht verschraubbar sind.
Das Ghost von Bitfenix ist insgesamt gesehen wirklich ein gutes und optisch ansprechendes Konstrukt. Allerdings kam die Materialgüte des taiwanesischen Silent-Gehäuses nicht an die der beiden anderen Duellanten heran. Aus diesem Grund können wir dem ersten Leisetreter des Herstellers keinen Award verleihen.
Nanoxia Deep Silence 1
Für das Nanoxia Deep Silence 1 spricht die hochwertige Materialwahl. Die Silent-Maßnahmen, die das deutsche Unternehmen ergreift, erstrecken sich auf verschiedene Bereiche: So sind Front, Deckel und die Seitenpartien mit Dämmmatten ausgekleidet, während Festplatten und der Stromspender entkoppelt montiert werden. Die 6-Kanal-Lüftersteuerung mitsamt der mitgelieferten drei Rotoren, die ihren Dienst sehr laufruhig verrichten, verhelfen dem Nanoxia Deep Silence 1 zu guten Thermal- und Lautstärkewerten. Um die durchaus gute Kühlleistung zu maximieren hat der Nutzer zusätzlich die Möglichkeit, weitere Ventilatoren im Deckel, Seitenteil sowie am Boden zu installieren und vom sogenannten Air-Chimney-Prinzip gebrauch zu machen. Die vom Hersteller patentierte Technologie, gewährt ein optisch ansprechendes Erscheinungsbild des Konstrukts, sofern der Nutzer kleine Abstriche bei der Kühlperformance hinnimmt und infolgedessen der Deckel eingefahren ist. Leicht abnehmbare Staubfilter erlauben ein einfaches Reinigen selbiger. Die Unterstützung für größere High-End-Hauptplatinen im E-ATX-Format kann keines der beiden Vergleichsmodelle vorweisen. Die Modularität der drei werksseitig verbauten Festplattenkäfige weiß zu gefallen.
Gegen das in Deutschland konzipierte Konstrukt spricht die zweigeteilte Fronttür, welche sich nicht in beide Richtungen Öffnen lässt. Die Installation der Festplatten wird erst mit einem Schraubenzieher möglich. Trotz der hochwertigen Materialwahl neigen beide Seitenteile zum Verbiegen, weshalb der Nutzer wie beim Ghost von Bitfenix selbige mit viel Fingerspitzengefühl richtig verschließen kann.
Nanoxias Deep Silence 1 reiht sich knapp hinter das Silencio 650 ein. Punkten konnte das in Deutschland konzipierte Produkt mit einem sehr durchdachten Aufbau und dem gelungenen Spagat zwischen Kühlleistung und Lautstärke. Auch an dieser Stelle vergeben wir unsere Redaktionsempfehlung.
Cooler Master Silencio 650
Für Cooler Masters Silent-Gehäuse in Form des Silencio 650 spricht in erster Linie die überdurchschnittlich saubere Verarbeitungsqualität und die robuste Materialbeschaffenheit. Sowohl die Seitenteile als auch der massive Stahlkorpus machen einen mehr als soliden Eindruck. Ebenfalls scheint das Gesamtpaket im Vergleich zu den Konkurrenzprodukten am rundesten zu sein. Zumindest sprechen dafür zahlreiche Zusatzfunktionen wie der Hot-Swap-Schacht, die beiden USB-3.0- neben das paar USB-2.0-Ports, der SD-Karten-Slot sowie die integrierte Lüftersteuerung, die zudem leicht erreichbar mit dem Anschluss-Panel hinter einer verschiebbaren Blende versteckt werden kann. Ferner absorbiert die aus Metall bestehende Front mithilfe des dort verwendeten Dämmmaterials jegliche Störgeräusche, die von Laufwerken und Festplatten ausgehen. Um eine größtmögliche Kompatibilität mit langen Grafikkarten zu gewährleisten, kann der obere der beiden HDD-Cages entnommen werden. Ferner ist das untere Pendant mit einer Platine ausgestattet, die es erlaubt, zwei Festplatten oder SSDs via Hot-Swap intern anzuschließen und mithilfe eines DualBoot -Umschalters zwischen den Datenträgern zu wechseln. Leistungstechnisch konnte Cooler Masters aktuellstes Silencio besonders hinsichtlich der Lautstärke punkten. Die von uns ermittelten Werte sind erstklassig und so findet sich der taiwanesische Spross im vorderen Testfeld in Sachen Lautstärke wieder. Zu guter Letzt hat der Nutzer auch noch die Möglichkeit, die Fronttür in beide Richtungen zu montieren.
Gegen das Silencio 650 ist an erster Stelle der nicht modulare Festplattenkäfig zu erwähnen. So kann der untere HDD-Cage nicht entnommen werden, da selbiger mit Nieten am Gehäuseboden fixiert ist. Ansonsten ist die nicht vorhandene Kompatibilität mit Kompaktwasserkühlungen im Dual-Radiator-Format zu erwähnen. Da gerade keine zwei Lüfterplätze im Deckel vorhanden sind, müssen Nutzer auf eine derartige Kühllösungen verzichten. Schließlich konnte das Silencio hinsichtlich der Temperaturwerte im Lastbetrieb nur bedingt überzeugen.
Besonders Cooler Masters Ableger war in der Lage mit dem rundesten Gesamtpaket den Sieg einzuheimsen. Das Modell bietet jegliche Vorzüge der beiden Konkurrenzmodelle. Daher erhält das Silencio 650 unsere Redaktionsempfehlung!
Alle drei Gehäuse sind derzeit bei Amazon erhältlich und lieferbar. Dabei wird für das Silencio 650 von Cooler Master knapp 120,00 Euro fällig, während der Händler für das Deep Silence 1 von Nanoxia rund 110,00 Euro verlangt. Das preisgünstigste Modell in Form des Ghost von Bitfenix wechselt die Ladentischseite für etwas mehr als 95,00 Euro (Stand: 02/2013).


Prozessorkühler durchlaufen bei uns einen umfangreichen Testparcour, in welchem sie sowohl mit den mitgelieferten als auch von uns ausgewählten Lüftern ihre Leistung unter Beweis stellen müssen ...