Test: be quiet! Dark Base 700 im Test

Mit den Dark Base 900-Modellen griff be quiet! die Gehäuse-Oberklasse an. So klaffte zwischen dem damaligen Einstiegsprodukt Silent Base 800 sowie dem eben erwähnten Ableger eine recht große Lücke. Mit zeitgemäßem Ausstattungsangebot wird vom deutschen Hersteller das Dark Base 700 dazwischengerückt. Was der Tower an Features mitbringt und ob es letztlich für eine Empfehlung reicht, klären wir im Test.


Mit guten Produkten in Sachen Gehäusen hat sich be quiet! inzwischen als eine empfehlenswerte Größe im Markt gemausert. Es kommen daher in regelmäßigen Abständen neue Modelle auf den Markt, die verschiedenste Preisbereiche abdecken. Das Dark Base 700 hier im Test wird aktuell für 150 Euro gehandelt und spricht also daher anspruchsvolle Nutzer an. Angesiedelt im gehobenen Mittelklasse- oder High-End-Segment, je nach Auslegung, will der Midi-Tower mit vielen Optionen und genügend Stauraum für moderne Hardware punkten. Dazu gibt es den letzten Schrei in Form eines getönten Echtglas-Seitenfensters. Ist das gebotene Feature-Aufgebot genug, um eine Empfehlung mit nach Hause zu holen? Wir machen den Test.

Lieferumfang und Details

Das Dark Base 700 schickt be quiet! in einem recht großen, bunt bedruckten Karton zum Kunden. Wie so oft gibt die Kartonage Auskunft über die Features und das Aussehen des Towers. Das Muster kam ohne Beschädigungen in der Redaktion an. Auch groß fällt die Box für die Beilagen aus: Man findet darin die Anleitung, das obliagtorische Schraubenset, Klettverschlüsse für das Kabelmanagement sowie eine Laufwerkshalterung für 3,5- und 2,5-Zoll-Datenträger. 

 

Herstellerbe quiet!
ModellDark Base 700
Gewicht13,25 Kilogramm
FormfaktorE-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Datenträgerplätze (werksseitig)3x 3,5" 3x 2,5", 6x 2,5", maximal 14x 2,5" mit optio. Erweiterung
Lüfterab Werk 2x 140mm Front und Heck
Radiatoren (Herstellerangabe)Maximal: Front 360mm - Deckel 360mm - Heck 140mm
Maße241 x 519 x 544 mm (B x H x T)
CPU-Kühler (Höhe)maximal 180mm
Grafikkarte (Länge)maximal 430mm (ohne Käfig)
Aktueller Preis (Stand: 02/2018)ca. 150,00 Euro

 

Erscheinungsbild

Wie auch bei der kleineren Pure Base oder dem großeren Dark Base 900 erkennt man auch dem Dark Base 700 klar die Herstellerzugehörigkeit an. Die Front ist an der linken und rechten Flanke markant angeeckt. Das Grundmaterial der Vorderseite ist geburstetes Alu und komplett verschlossen. Die Luft für die dahinterliegenden Frontlüfter wird über die Mesh-Einlagen an der rechten und linken Seite eingezogen.

Das Anschlusspanel beinhaltet neben den fast immer vorhandenen Funktions-LEDs oder den beiden USB-3.0-Ports zusätzlich noch einen USB-Typ-C 3.1-Steckplatz sowie eine Lüftersteuerung mit insgesamt vier Einstellmöglichkeiten. Neben der Stufe eins bis drei können die bis zu sechs Lüfter Lüfter im Dark Base mithilfe des integrierten Fan-Controllers auch noch automatisch geregelt werden. Das ist aber nicht alles: Die beiden Audio-Buchsen, einen Reset- nebst dem zentral platzierten Einschaltknopf sowie ein LED-Knopf befinden sich ebenfalls an dieser Stelle. Letztere bietet die Möglichkeit zur Einstellung der Beleuchtungsfarbe (Orange, Violett, Blau, Grün, Rot und Weiß).

Die Oberseite ist zum Großteil geschlossen - aus Lautstärke-Gründen. Damit aber doch ein kleines wenig Luft austreten kann, befinden sich im hinteren Viertel insgesamt sechs Luftschlitze. Beim Material der Oberseite setzt be quiet! weiterhin auf Aluminium, womit zusammen mit der Front ein durchweg hochwertiger (Material-)Eindruck entsteht.

Der Star des Designs im großen und ganzen dürfte wohl das Echtglas-Panel an der linken Seite sein. Sie bietet einen direkten Blick in den Gehäuse-Innenraum. Ganz schlicht ist dagegen die rechte Seite: Kein Alu, sondern einfach schwarz lackierter Stahl in simpler Ausführung findet man an entsprechender Stelle. 

Die Unterseite des Dark Base 700 zeigt hingegen auch Alu-Anteile auf: Die Standflächen bestehen aus dem leichten Metall, entkoppelt wird das Gehäuse aber von Gummi-Elementen von der Standfläche. Auch gut zu sehen ist der Staubfilter, der über die Front herausgezogen wird. Einziger Wermutstropfen: Der Filter lässt sich nur entfernen, wenn die Front vom Stahlkorpus gelöst wird. Apropos Stahl: Auch wenn viele Elemente bis auf das rechte Seitenteil zunächst einen leichten Alu-Aufbau vermuten lassen, besteht das Dark Base 700 zumeist aus Stahl. Spätestens, wenn man das rund 13 Kilogramm schwere Case anhebt, wird man das merken.

Innenaufbau

be quiet! folgt dem Trend der getrennten Kammern in Gehäusen. Denn auch das Dark Base 700 trennt das Netzteil und die dessen ausgehende Kabel vom Rest. Ein "cleaner" Look kann damit unschwer erreicht werden, der gesamte Innenraumaufbau wirkt stimmig und aufgeräumt.

Aufgeräumt aber nur, bis man die Montageplätze für Datenträger freilegt. Denn werksseitig verschließt be quiet! selbige mit Kunststoffblenden. Außerdem interessant: Im Werkszustand sind lediglich fünf von sieben Montagemöglichkeiten erst verbaut. Sollen alle genutzt werden, dann geht man damit einige Kompromisse ein: Die maximale Grafikkartenlänge wird reduziert und die maximale Dicke des Front-Radiators limitiert. Das dürfte aber bei normalerweise fünf verfügbaren 3,5-Zoll-Plätzen ohne die Extra-Einbaumöglichkeit nur wenige Endkunden interessieren. Eher theoretisch als praktisch ist auch die Maximal-Aufnahme von 14! SSDs im Dark Base 700 zu sehen. Optische Laufwerke wie Bluray-Brenner können in das Dark Base 700 mangels Einbauschacht aber nicht installiert werden.

Mainboards dürften maximal E-ATX-Abmessungen mitbringen - genug für die allermeisten erhältlichen Hauptplatinen. Erweiterungskarten werden in den sieben Slots verschraubt, zwei weitere PCI-Slots stehen senkrecht zur Verfügung.

be quiet! verbaut im Dark Base 700 werksseitig zwei Rotoren der Silent Sings 3-Serie, die bereits seperat im Einzelhandel erhältlich sind und unter Nutzern einen guten Ruf genießen. Die beiden verbauten Modelle an Front und Heck mit 140-Millimeter-Abmessungen kommen in der High-Speed-Ausführung und arbeiten mit maximal 1.600 Touren pro Minute. Natürlich bietet das Dark Base 700 an vielen Stellen Radiator-Montageplätze. Die Front packt beispielsweise einen 360er, der Deckel einen gleicher Größe. Am Heck kann ein Single-Wärmetauscher mit 140-Millimeter-Lüfterdurchmesser untergebracht werden. So gesehen eignet sich das Dark Base auch für den Aufbau leisstungsstarker DIY-Wasserkühlungen. 

Hinter dem Mainboard-Tray zeigt sich das enorme Platzangebot für einen Midi-Tower. Ersichtlich sind da nicht nur die verfügbaren Datenträgerplätze, die mit drei SSD-Plätzen am Tray (zwei davon auf einer Halteschiene im Bereich CPU-Sockel) und den beiden Slots unter der Netzteil-Abdeckung selbst komplettiert werden, sondern auch, dass die Kabel ohne weiteres querbeet ohne Stau beim Schließen des Seitenteils verlegt werden können. Gut zu sehen ist auch die Lüftersteuerungs-Platine, an der bis zu sechs Ventilatoren angeschlossen werden können. Geregelt werden diese dann bequem über das Frontpanel in vier Geschwindigkeits-Modi. Einen weiteren Clou hat die Platine: Die insgesamt sechs 4-Pin-Konnektoren sind zu dritt gegenüber angeordnet, was einen praktischen Zweck erfüllt: Wahlweise lassen sich so zwei Kühlzonen einrichten. Intelligent gelöst ist auch die Beleuchtungs-Steuerung. Hier lässt sich entweder die Front als Steuerzentrale für die Licht-Show einsetzen oder alternativ dazu das Mainboard. Ein Anschluss an die Hauptplatine bietet letztere Möglichkeit über eine bequeme Steuerung über die Software.

Highlight ist aber klar das "halbe Zerlegen" des Gehäuses. Denn auch beim Dark Base 700 lässt sich der gesamte Mainboard-Schlitten entfernen, womit der Einbau auf dem Tisch mglich ist. Äußerst interessant ist auch das Feature den gesamten Mainboard-Tray invertiert einzubauen, sodass der Tray auf der linken Seite befestigt wird. Für Anfänger ist es allerdings ratsam den Einbau der Hardware mit fixiertem Mainboard-Tray im Gehäuse ganz konventionell vorzunehmen. Die theoretisch gegebene Möglichkeit ist an und für sich gerne gesehen, bei unvorsichtigem Vorgehen könnte aber eines der vielen Kabel beschädigt werden.

Erwähnenswert ist auch, dass be quiet! bei den Anbauteilen wie der abnehmbaren Front oder dem rechten Seitenteil auf Dämmmatten setzt. Auch interessant: Das Glas-Seitenteil ist nicht als einfache quadratische Fläche ausgeführt, sondern passend zur Gehäuse-Form an einer Ecke mit einer Kante versehen - das ist Feinarbeit!

Praxistest

Testhardware
ProzessorAMD Ryzen 7 1800X
MainboardASUS ROG Crosshair VI Hero
GrafikkarteSapphire Radeon RX 580GB Nitro+ Limited Edition
SSDCorsair MP500 480GB M.2 NVMe SSD
ArbeitsspeicherCorsair Vengeance LPX DDR4 3.000 2x8GB 
NetzteilCorsair TX 550M 80+ Gold
KühlungFractal Design Celsius S24 AiO


Der Einbau und die Inbetriebnahme der Test-Hardware geht schnell vonstatten - Platzangebot sei Dank. Das Anschließen der Lüfter an der Platine an der Rückseite ist in der heutigen Zeit kein Hexenwerk, die Steuerung über das Frontpanel mindestens genauso einfach. Schön zu sehen ist auch die Beleuchtung der Zierstreifen an der Front - die Verbindung über einen RGB-Header ist da ein netter Zusatz.  

Abgesehen davon liefert das be quiet! Dark Base 700 auch auf dem Prüfstand gute Ergebnisse ab. Die beiden werksseitig sinnvoll platzierten Silent Wings 3 Rotoren machen bei maximaler Drehzahl ordentlich Druck, wem das zu laut ist, regelt selbige wie oben erwähnt, über das Frontpanel und hat ruckzuck die erwünschte Stille. Die gebotene Flexiblität ist positiv hervorzuheben, der Betrieb des PCs mit dem Dark Base 700 macht vom Aufbau bis hin zur Nutzung Spaß.

Testwerte

In mehreren, einfachen Testdurchläufen haben wir das be quiet! Dark Base 700 in Sachen Temperatur- und Lautstärkeverhalten getestet. Insgesamt betrachtet liefert das Gehäuse gute Werte - auch mit dem Standardkühler für den AMD-Prozessor gab es keinen Anlass zur Kritik. Die verbauten Lüfter können mithilfe der integrierten Lüftersteuerung auch auf ein sehr angenehmes Maß an Lautstärke herruntergeregelt werden. So arbeitet das Dark Base 700 nicht nur leise, sondern bringt auch auf der niedrigsten Drehzahlstufe völlig ausreichend Leistung zur Kühlung der Kernkomponenten GPU und CPU mit. Im Folgenden die Werte in einer Tabelle zusammengefasst:

be quiet! Dark Base 700 Lautstärke (Dezibel)
 LeerlaufLast
50% Drehzahl30,444,2
75% Drehzahl31,544,3
100% Drehzahl35,144,7

 

Temperaturen CPU (Celsius)
 LeerlaufLast
50% Drehzahl2967
75% Drehzahl2765
100% Drehzahl2562

 

Temperaturen GPU (Celsius)
 LeerlaufLast
50% Drehzahl3871
75% Drehzahl3670
100% Drehzahl3567

 

 

Fazit

be quiet! liefert mit dem Dark Base 700 nicht nur ein zeitgemäßes sondern auch ausstattungsmäßig empfehlenswertes Gehäuse ab. Ein komplett ausziehbarer Mainboard-Schlitten, Lüftersteuerung, USB-Typ-C an der Front und das Platzangebot - viele Nutzer brauchen sich auch bei Upgrades keine Gedanken über mögliche Kompatibilitätsprobleme machen. Auch für Nutzer einer Wasserkühlung bietet be quiet!s Gehäuse zufriedenstellende Optionen. Und der Preis: Gemessen an der Verarbeitung, den gebotenen Features ist der aktuelle Straßenpreis von rund etwa 150 Euro (Stand: 02/2018) in unseren Augen gerechtfertigt. Das Dark Base 700 bietet so gesehen das All-Inklusive-Paket für den anspruchsvollen PC-Bauer, der auch künftig abgesichert sein möchte und  Trends mitgehen will. Aus diesem Grund verleihen wir dem aktuellsten be quiet!-Gehäuse unsere Redaktionsempfehlung!

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