Test: Fractal Design Define R3 Gehäuse im Test

Messungen & Eindrücke

Die Temperaturmessungen verliefen unerwartet spektakulär - im negativen Sinne. Beim vorletzten Testdurchlauf, nämlich beim Betrieb unter Last mit einer Lüfterleistung von 5V, ging dem System plötzlich die Luft aus. Nach gerade einmal sieben Minuten schaltete es sich ab.

Dazu aber der Hinweis, dass ein Betrieb mit Furmark und Prime nach wie vor eine unrealistisch hohe Belastung darstellt. Der Grund für das Notaus wird bei den zuletzt gemessenen Werten ersichtlich: bei einer Lufttemperatur von 38,8°C ist dieser letzte Akt gut nachvollziehbar.  

Ergebnisse der physikalischen Messungen
MessungIdle 5VLast 5VIdle 12VLast 12V
Temperatur6.5K15.7K6.2K10.5K
Lautstärke36dB56.4dB38.7dB53.8dB
Hinweis: Je geringer der Wert, desto kühler beziehungsweise leiser das Gehäuse. Die angegebenen Temperaturwerte sind die Differenz zu einer gemessenen Umgebungstemperatur von 23°C. Weiterhin stellen sie gemittelte Werte von vier Temperatursensoren (CPU, PSU, VGA, HDD) dar. Die Lautstärke wird in einem Abstand von 50cm zur Oberkante der Gehäusefront gemessen. Der Sensorkopf ist schräg nach unten auf das Gehäuse gerichtet.

Hier wird eine Schwäche des Gehäuses offensichtlich: es kann in der gelieferten Ausstattung offenbar schlecht mit der hohen Abwärme durch luftgekühlte High-End-Systeme umgehen.

Dafür gibt es unserer Meinung nach mehrere Gründe. Zum einen bekommt der Frontlüfter bei geschlossener Türe sehr wenig Luft, entsprechend landet dann also auch wenig kühle Luft im Gehäuse. Zum anderen können die Lüfter der Grafikkarten so viel und schnell drehen, wie sie wollen - wenn keine Lufteinlässe vorhanden sind, können auch sie keine Frischluft ins Gehäuse befördern. Außerdem ist der hintere Lüfter offensichtlich überlastet mit der vielen warmen Luft im Gehäuse und versagt bei der Entlüftung. Das wiederum hat zur Folge, dass sich die Luft weiter erwärmt. Mit entfernter Dämmung an den Öffnungen wären also unter Umständen schon viele Probleme behoben. Ein Vorteil wäre damit aber auch hinweg: die Dämmung - wobei diese, bei den enorm hohen Drehzahlen der Grafikkartenlüfter, die Lautstärke sowieso kaum noch beeinflussen konnte.

Verglichen mit der Konkurrenz liefert Fractal das Define R3 auch mit recht wenigen Lüftern aus. Die Ausrichtung dürfte hier klar sein: nicht die Gamer-Systeme mit sehr hoher Abwärme sollen im Define R3 untergebracht werden, sondern Low- und Mid-End-Systeme, die besonders leise betrieben werden sollen. 

Klar ist trotzdem: so wie das Gehäuse geliefert wird, ist es eher schlecht geeignet für den Betrieb eines Systems mit sehr hoher Abwärme. Mit ein bis zwei Lüftern mehr könnte die Situation aber auch in diesem Fall ganz anders aussehen. Dann nämlich könnte mehr Frischluft den Weg in das Gehäuse finden und zur Kühlung beitragen.

Das Gehäuse war vom Lautstärkepegel bei den Idle-Messungen sehr angenehm. Die Entkopplung der Festplatte funktionierte erstaunlich gut und wenn die Lüfter auf 5V liefen, war das System kaum zu hören. Für ein Silent-System mit weniger starken Komponenten dürfte das Define R3 also durchaus einen Blick wert sein. 

Wenn das System aber wirklich richtig leise sein soll, müssten auch die Lüfter getauscht werden. Diese drehten mit ungefähr 1400 Umdrehungen pro Minute, lieferten dabei aber keinen nicht den besten Eindruck ab. Beim Betrieb mit 12V waren sie deutlich aus dem System herauszuhören. 


Inhaltsverzeichnis

  1. Fractal Design Define R3 Gehäuse im Test
  2. Ausstattung
  3. Erscheinungsbild
  4. Innenaufbau
  5. Einbau der Hardware
  6. Messungen & Eindrücke
  7. Fazit

Kommentare

Die Dämmung der Tür schließt bündig mit der Front ab oder? Eine Lüftersteuerung kann man wohl nicht mehr einbauen.

geschrieben am 18.09.2010 um 18:52 Uhr

Lüftersteuerung in der Front wird tatsächlich schwer, allerdings nicht unmöglich. Mit Touchpanel könnte ich mir das schon vorstellen. Ansonsten liegt ja auch eine Lüftersteuerung für einen Erweiterungsslot bei.

Viele Grüße,
Jakob

geschrieben am 19.09.2010 um 12:09 Uhr

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