Schlachtschiff: X1800 XT im Test
Alle Jahre wieder: Als Nvidia im Juni den Geforce-7800-GTX-Chip mit brachialen 24 Renderpipelines vorstellte, fragte sich die Grafikwelt, wie wohl ATIs Antwort darauf aussehen würde. Viel mehr als der Codename R520 war zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt, wilde Spekulationen waren die Folge. Zurückhaltende Beobachter erwarteten 16 Pipes wie beim Vorgänger, aber auch "bestätigte Informationen", der neue Chip sei mindestens mit 32 Pipes ausgestattet, machten die Runde. Von Taktraten bis zu 700 MHz war die Rede, von einer revolutionären 512 Bit Speicheranbindung und von Shader-Model-3.0-Unterstützung.

Vorab-Info: In diesem Artikel werden Grafik-Fachausdrücke verwendet. Zum besseren Verständnis des Artikels empfehlen wir einen Blick in unser Grafiklexikon.
Angesichts der riesigen Erwartungshaltung ging ein Raunen durch die Medien, als ATI dann die für August angekündigte GPU auf zunächst unbestimmte Zeit verschob. Probleme mit dem neuen 90 Nanometer Herstellungsprozess müssten Ursache für die Verspätung sein, es gebe einfach nicht genug funktionsfähige Chips. Diese Vermutung wurde bestärkt, als ATI anfang Oktober schließlich die neue Serie offiziell vorstellte, jedoch noch keine Karten liefern konnte.
Die endgültigen Spezifikationen des Chips machten schließlich deutlich, dass die neue GPU nicht alle an sie gestellten Erwartungen erfüllen würde. Übrig blieb am Ende der hohe Takt und die zumindest aus Marketinggründen nötige Unterstützung des Shader-Models 3.0. Der mittlerweile offiziell X1800 XT getaufte Chip besitzt weiterhin 16 Renderpipes und ein 256 Bit Speicherinterface, das lediglich intern mit doppelter Bandbreite an den Chip gekoppelt ist.
Trotz aller Ernüchterung wäre es aber falsch, den X1800 XT als lauen X800-Aufguss mit höherem Takt und Shader-Model 3.0 abzutun. ATI hat viele Detailverbesserungen vorgenommen, um sich von der Vorgängergeneration abzusetzen. So wurden die Rechenwerke nochmals überarbeitet, um die Leistung des Chips effizienter zu nutzen. Dank durchgehender 32 Bit Rechengenauigkeit unterstützt der X1800 nun auch High-Dynamic-Range-Effekte, wie sie zum Beispiel in der Half-Life: Lost Coast Demo zum Einsatz kommen. Zudem wurde der Speicher bei den Highend-Modellen auf 512 Mbyte aufgestockt, wovon besonders Spiele mit aufwendigen Texturen und hohen Detaileinstellungen profitieren.
Erfreulich ist auch, dass ATI mit der X1800 die Bildqualität weiter verbessert. Ähnlich wie Nvidias 7800er-Serie bietet der neue Chip das sogenannte "adaptive Antialiasing". Damit werden auch die Kanten innerhalb transparenter Texturen geglättet, wie sie häufig bei Zäunen und Gittern in Spielen vorkommen. Auch beim anisotropen Filter bewegt sich ATI nach vorne, ein neuer High Quality Modus verbessert durch genauere Berechnung die Darstellungsqualität entsprechender Texturen noch einmal deutlich.
Es wäre also unangebracht, ATI angesichts dieser Verbesserungen Tatenlosigkeit vorzuwerfen, die entscheidende Frage steht jedoch aus: Kann die X1800 XT mit der rohen Leistung einer 7800 GTX mithalten? Zwei Monate nach der offiziellen Vorstellung sind die Karten nun verfügbar. Um Klarheit zu schaffen haben wir das Modell von PowerColor durch unseren Benchmarkparcours geschickt.
| Hersteller | PowerColor |
|---|---|
| Modell | PowerColor X1800 XT |
| Allgemein | |
| Homepage | www.powercolor.com |
| Bezugsquelle | www.norskit.de |
| Technische Daten | |
| Bus Typ | PCI-e |
| PCI-e-Standard | 16x |
| Grafikchip | Radeon X1800 XT |
| GPU Taktfrequenz | 625 MHz |
| Rendering-Pipelines | 16 |
| Speichertyp | 512 MB GDDR3 |
| Speichertaktfrequenz | 750MHz DDR |
| Speicheranbindung | 256 Bit |
| 1./2. RAMDAC-Takt | 400 MHz |
| Mpeg2-Wiedergabe | Ja |
| Mpeg2-Encoding | Ja |
| Pixel Shader | 3.0 |
| Vertex Shader | 3.0 |
| Kühlung | 1 Lüfter, 1 Kupferkühlkörper |
| Lautstärke | k.A. |
| Auflösungen | |
| 640x480 16 Mio 200 Hz | |
| 800x600 16 Mio 200 Hz | |
| 1024x768 16 Mio 200 Hz | |
| 1152x864 16 Mio 200 Hz | |
| 1280x1024 16 Mio 170 Hz | |
| 1600x1200 16 Mio 120 Hz | |
| 1920x1440 16 Mio 90 Hz | |
| 2048x1536 16 Mio 85 Hz | |
| Interface | |
| VGA | - |
| DVI | 2x |
| S-Video OUT | 1x |
| S-Video IN | 1x |
| Videochinch | 1x (über beigelegten Adapter) |
| Zubehör | |
| Treiber CD, Pacific Fighters, PowerDVD, 2x DVI-VGA-Adapter, VIVO Videoadapterkabel | |
| Preis | |
| 500 Euro |
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