Fujitsu Siemens Amilo Mini Ui 3520

Die Netbook-Welle hat uns längst erreicht. Viele namhafte Hersteller sind inzwischen auf die Welle aufgesprungen. Dieser Tage will auch Fujitsu-Siemens in den Markt einsteigen und etwas vom großen Netbook-Kuchen abhaben. Ob das deutsch-japanische Joint Venture mit der Konkurrenz aus der restlichen Welt mithalten kann?

Technische Daten

Abmessungen & Gewicht 23.3 cm x 17.5 cm x 3.6 cm, ca. 1 kg
Prozessor Intel Atom N270 (1,6 GHz)
RAM 1 GB DDR2 533MHz
Festplatte 60 GB SATA (4200 rpm)
Display 8,9-Zoll WSVGA Display matt (1024 x 600 px)
Grafik Intel Graphics Media Accelerator 950
Kamera/Mikrofon 1,3 MP Webcam mit digitalem Array-Mikrofon
Konnektivität WLAN nach 802.11 a/b/g Standard, Bluetooth 2.1, 10/100 LAN
Anschlüsse 2x USB 2.0, 1x VGA, Mic In, Headphone Out, ExpressCard 34mm, 4in1 Card Reader (SD/MMC/MS/MS Pro)
Betriebssystem Windows XP Home Edition (SP3)

Auf dem Papier sieht das Amilo Mini Ui 3520 aus, wie der Großteil seiner Konkurrenz: der bekannte und bewährte N270 Atom-Prozessor von Intel zusammen mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher. Die 60GB SATA-Festplatte ist mit 4200rpm leider sehr langsam ausgefallen. Die integrierte Intel-Grafikkarte füttert ein 8,9 Zoll Display mit einer Netbook-typischen Auflösung von 1024 x 600 px. Im Gegensatz zur Konkurrenz verbaut Fujitsu-Siemens allerdings einen matten Bildschirm. Diese Art von Bildschirmen sind dafür bekannt, auch noch bei relativ hoher Sonneneinstrahlung gut ablesbar zu sein.

Interessant sind die Abmessungen des kleinen Rechenknechts: Er ist schmaler als die meisten seiner Nebenbuhler, dafür allerdings relativ hoch. Dennoch sind die Maße sehr angenehm, und das Netbook hat einen soliden Stand. Der schwarze Rahmen um das Display wirkt gerade im oberen Bereich sehr dominant. Hier ist auch die integrierte 1,3 Megapixel Kamera samt Mikrofon untergebracht.

In Sachen Drahtlose-Verbindungen ist das Amilo Mini relativ üppig ausgestattet: neben WLAN nach 802.11 a/b/g Standard ist auch Bluetooth 2.1 an Bord. Mit einem Draft-N-kompatiblen WLAN-Adapter hätte sich der Hersteller an dieser Stelle hervorheben können. Die restlichen Möglichkeiten um Peripherie anzubinden sind begrenzt: nur zwei USB2.0-Schnittstellen flankieren das Netbook zusammen mit den obligatorischen VGA-, Kopfhörer-, und Mikrofonanschlüssen.

Ein Ausstattungsmerkmal hat Fujitsu-Siemens der Konkurrenz aber definitiv voraus: Einen 34mm ExpressCard-Slot. Damit lässt sich das Netbook komfortabel erweitern. Denkbar sind an dieser Stelle vor allem 3G-Modems, GPS-Adapter oder TV-Karten.

Meinung der Redaktion

Im Alltagsbetrieb ist das Amilo Mini ein treuer, und vor allem stylischer Begleiter. Gerade mit den austauschbaren Covern für den Deckel des Geräts sind einem neidische Blicke garantiert. Die Performance des vorinstallierten Windows XP Home Betriebssystems war passabel. Die WLAN-Signalstärke fiel uns leicht negativ auf: Im Vergleich zum Acer Aspire One oder ausgewachsenen Laptops war die Signalstärke stets etwas schlechter.

Zunächst waren wir in der Redaktion relativ angetan von dem matten Display des Amilo Mini. Leider stellte sich nach einiger Zeit Ernüchterung ein. Beim Betrachten von großen, hellen Flächen (etwa eine weiße Seite im Office-Programm) konnten wir einen sogenannten "Grainy-Effekt" feststellen, das heißt dass die Flächen verschmiert oder dreckig erscheinen. Dieses Phänomen ist im Laptop-Markt durchaus bekannt und kann sowohl eine Ausnahmeerscheinung oder aber ein grundsätzliches Hardware-Problem darstellen.

Das Amilo Mini ist ein futuristisch gestaltetes, gut verarbeitetes Netbook, welches durch kleine Feinheiten (ExpressCard-Slot, mattes Display) hervorstechen kann, seinen Bonus aber durch kleine Mankos wieder verspielt("Grainy-Effekt" beim Display, nur zwei USB-Ports, fehlendes Kensington-Schloss). Die Tastatur ist leider sehr klein ausgefallen, und längere Tipparbeiten gehen nicht sehr komfortabel von der Hand. Nett anzusehen sind die austauschbaren Oberschalen für den Laptopdeckel. Leider lösen sich diese öfters unabsichtlich, wenn man den Deckel nicht haargenau in der Mitte öffnet.

Kurz und knapp: Das Amilo Mini gewinnt bei uns keinen Blumentopf ist aber durchaus ein solides Netbook im coolen Design mit kleinen Feinheiten, die manche Nutzer bestimmt zu schätzen wissen. Die UVP von 399 Euro ist etwas höher angesetzt als die Konkurrenz von Asus oder Acer, allerdings dürfte das Gerät relativ schnell im Preis sinken. So sind in einschlägigen Preis-Datenbanken bereits Einträge ab 360€ vorhanden.

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