Test: Intel SSD 320 Series - 600 GByte
Die SSD im Detail
Rein äußerlich hat sich zwischen den beiden Intel SSD-Generationen nicht viel verändert. Die SSD 320 Serie kommt ebenfalls in einem glänzenden Aluminiumgehäuse mit einer schwarzen Kunststoffumrahmung daher. Auf der Platine hat sich hingegen einiges getan. Zwar kommt nach wie vor der gleiche Controller von Intel (PC29AS21BA0) zum Einsatz, doch beim Speicher und dessen Firmware handelt es sich um Neuentwicklungen.
Für diesen Artikel hat uns Intel das Spitzenmodell der SSD 320 Serie mit 600 GByte zur Verfügung gestellt. Die herstellerseitigen Leistungsdaten dieser SSD liegen bei bis zu 270 MByte/s während der Lesevorgänge und bis zu 220 MByte/s beim Schreiben. Die maximalen Ein- und Ausgabe-Operationen sind mit 395000 respektive 230000 Stück pro Sekunde angegeben. Fünf weitere Modelle mit 40, 80, 120, 160 und 300 GByte stehen dem Kunden ebenfalls zur Auswahl. Die sequentielle Lesegeschwindigkeiten dieser betragen ebenfalls 270 MByte/s, eine Ausnahme stellt hier die kleinste SSD mit 40 GByte dar, welche lediglich mit 200 MByte/s liest. Beim Schreiben hingegen sind die Angaben wie gewohnt unterschiedlich, so ergeben sich Übertragungsraten von 220 MByte/s (600-GByte-Modell) bis hin zu 40 MByte/s (40-Gbyte-Modell). Somit ist das hier verwendete SATA-3Gbit/s-Interface an seiner Leistungsgrenze angelangt.
Der nennenswerteste Unterschied im Vergleich zur X25-M-Generation stellt Intels 25-nm-NAND-Flash-Speicher dar. Mit der Umstellung auf diesen Typ der seriell angeordneten Speicherzellen können die Produktionskosten der Speicherchips deutlich gesenkt werden, da mehr Bits auf der gleichen Fläche gespeichert werden können. So benötigt man bei gleicher Speicherkapazität weniger Silizium. Doch nicht etwa aus Kostengründen sattelt man auf dieses Pferd um, sondern auch um einen deutlichen Leistungszuwachs sicherstellen zu können. Zusätzlich verfügt die hier getestete Generation über eine 128-bit-AES-Verschlüsselung bei aktivem ATA-Passwort sowie Stützkondensatoren. Auch die Garantiezeit wurde zugunsten des Käufers auf 5 Jahre angehoben. Das Zubehör der SSD 320 Serie besteht aus einem 3,5-Zoll-Wechselrahmen, den dazugehörigen Schrauben, einem Daten- und einem Stromkabel für den schnellen und einfachen Anschluss sowie einem Aufkleber.
Um die Datensicherheit muss sich der Anwender während des Betriebs keine Sorgen machen. Die auf dem Flash-Speicher befindlichen Daten sind ständig durch einen 128-bit langen Schlüssel des AES-Standards geschützt. Bereits ab der Auslieferung verfügt die Intel-SSD über einen einprogrammierten Schlüssel. So nützt es Datendieben also nichts, die Speicher-Chips auszulöten und auszulesen, da die Daten ohne den im Controller gespeicherten Schlüssel wertlos sind. Diesen auszulesen ist natürlich nicht unmöglich, aber bringt einen sehr hohen Aufwand mit sich. Nach jedem „Secure Erase“ wird für den Controller ein neuer Schlüssel generiert, der bisherige ist damit ungültig.

Trotz der Umstellung auf den 25-nm-Flash und den somit günstigeren Preisen der SSDs, gibt es auch Stimmen, die dieser Maßnahme nichts Gutes zusprechen. So wird oftmals von einer kürzeren Lebensdauer des Speichers gesprochen, je kleiner die Strukturgröße ist. Ein Blick auf die herstellerseitigen Angaben der maximalen Schreib- und Löschzyklen verrät jedoch, dass Speicherzellen mehr vertragen als ihnen täglich in den meisten Rechnern aufgetragen wird. Intel gibt für die SSD 320 Serie eine geschriebene Datenmenge von täglich 20 GByte an, die die SSDs über einen Zeitraum von fünf Jahren problemlos übersteht. Um dennoch Ausfällen vorzubeugen, wurde der Reservebreich des Speichers (Spare Area) vergrößert, sodass selbst bei einem Ausfall von mehreren fehlerhaften Speicherblöcken die Daten weiterhin sicher geschrieben und gelesen werden können.
Ganz reibungslos klappt der Betrieb der „320 Series“ bis dato allerdings noch nicht überall. Wie man bereits aus einigen News und auch von Intel selbst erfahren konnte, gibt es aktuell Probleme mit der Firmware. Der sogenannte "Bad Context 13x Error" oder auch umgangssprachlich „8 MByte Bug“ genannt wird durch den Pufferkondensator ausgelöst. Dieser besitzt eigentlich die Aufgabe bei einem Stromausfall die noch im Cache befindlichen Dateien auf den Flash-Speicher zu schreiben. Bei einem plötzlichen Herunterfahren des Rechners soll ausgerechnet dieses Bauteil zum Verlust aller Daten führen und die Größe der SSD auf 8 MByte reduzieren. Intel schließt einen Konstruktionsfehler aus und gibt als Grund das fehlerhafte Zusammenspiel von Firmware und Pufferkondensator an. Auch das kürzlich veröffentlichte Firmware scheint bisher keine Verbesserung zu bringen.
| Hersteller | Intel |
|---|---|
| Bezeichnung | SSD 320 |
| Serie | SSD 320 Series |
| NAND-Typ | MLC (25 nm) |
| Besonderheiten | 128bit-AES-Verschlüsselung |
| Controller | Intel PC29AS21BA0 |
| Transferraten (lesen/schreiben) | 270 / 220 MByte/s |
| Preis | 996.90€ |




Alle Netzteile werden bei uns mit einem Gerät der Firma Chroma getestet. Es garantiert gleichbleibende Testsituationen und -umgebungen für alle Netzteile und erzielt damit reproduzierbare Ergebnisse.