Test: Sharkoon Pure Writer TKL im Test

Sharkoon bringt mit der Pure Writer TKL eine Tastatur auf den Markt, auf die wohl einige gewartet haben: ohne Nummernblock, beleuchtet und dazu auch noch flach. Wir prüfen, ob das Eingabegerät auf dem Schreibtisch überzeugt.


Die Pure Writer TKL ist eine mechanische Tastatur ohne Nummernblock - das ist soweit nichts Neues. Auch eine einfarbige Beleuchtung mit einigen Beleuchtungsmodi ist kein Novum. Viel interessanter ist jedoch die Bauform: Sharkoons Pure Write TKL ist äußerst flach, was die Chocolate-Switches von Kailh möglich machen. Damit kommt der Grundaufbau der Mecha denen einer Notebook-Tastatur nahe, ohne aber die typische und äußerst beliebte Charakteristik eines Modells mechanischer Art dafür zu opfern. Prinzipiell ein interessanter Kandidat, den wir uns im Test näher ansehen wollen.

Lieferumfang und Verarbeitung

Schon der Karton der Pure Write TKL ist kompakt und leicht zu verstauen - ein Eingeständnis zur Größe der Tastatur. Im Inneren befindet sich das Eingabegerät selbst neben einer Tasche und zwei auswechselbaren Kabeln, falls die Tastatur entweder an einem Desktop-PC oder an einem Notebook genutzt werden soll (Kabellänge 50cm und 150cm). Eine Anleitung gehört auch zum Lieferumfang.

Auch wenn die Sharkoon Pure Writer über freistehende Tasten auf der Grundplatte verfügt, fallen diese zunächst besonders durch die flache Bauart auf. Die Kanten sind sauber geschliffen und kommen dadurch eher silberfarben rüber. Durch die kompakte Bauform mit wegrationalisiertem Nummernblock nimmt das Keyboard recht wenig Grundfläche ein. 33,5 Zentimeter ist die Tastatur breit und hat damit auf dem Desktop keinen großen Platzbedarf - das gleiche gilt für die Tiefe von gerade mal etwa 13 Zentimetern.

Das Testmuster kommt mit deutschem QWERTZ-Tastatur-Layout. So folgt die Pure Writer TKL den gängigen Normen. Somit dürfte sich fast jeder in wenigen Momenten mit der Tastatur anfreunden. Nicht ganz so wertig wirkt die Unterseite aus Kunststoff, die man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt. An den vier Ecken sollen Gummi-Applikationen für einen (Rutsch-)sicheren Stand sorgen. Die Aufstellfuße bestehen ebenfalls aus Kunststoff, machen aber einen soliden Eindruck.

Spezielle Sonder-Features bekommt man mit der Pure Writer TKL nicht. Die puristische Tastatur hat auch ab oberen Ende bis auf den Micro-USB-Anschluss keine sonstigen Anschlüsse oder Aussparungen. Auch Medientasten finden sich nicht, was für den einen oder anderen Interessenten ein Manko sein kann.

Die Technik im Detail

Sharkoon verbaut bei seiner Pure Writer TKL wahlweise Schalter vom Typ Chocolate mit den Farbkodierungen Red und Blue. Größte Besonderheit ist aber nicht die Farbe, sondern die Bauhöhe: Kailhs Schalter mit der Bezeichnung PG1350 bauen nur 50 Prozent so hoch wie die klassichen Switches, was auch ein Umdenken bei der Tastenaufnahme mit sich bringt. Statt Kreuzaufnahmen gibt es bei der Pure Writer TKL Schlitzaufnahmen. Die Tasten sitzen dadurch strammer im Switch. Einhergehend mit dem Flachbau geht auch ein insgesamt verringerter Hubweg von rund drei Millimetern, wobei das Signal nach der halben Wegstrecke ausgelöst wird. Es handelt sich also bei der Pure Writer TKL um eine typische mechanische Tastatur, nur eben flacher. 

ModellPure Writer TKL
TastenschalterKailh PG1350 Chocolate Red
Beleuchtungblau
AbmessungenBreite: 335 mm x Höhe: 35 mm x Tiefe 147mm
MatrixN-Key-Rollover, Anti-Ghosting
Softwareohne
Extratastenohne
LayoutQWERTZ
Garantie2 Jahre
Gewicht530 Gramm
VerbindungUSB-Kabel (abnehmbar, Länge 50cm und 150cm)


Praxistest

Die Pure Writer TKL ist also wegen der flachen Bauform und auch durch das kompakte Auftreten ein interessantes Eingabegerät. Im Praxistest und beim Schreiben dieses Tests macht das Tippen auf der Pure Writer TKL Spaß. Die Maus rückt durch den fehlenden Nummernblock näher an das rechte Ende der Tastatur. Eine Handballenauflage vermisst man dank der geringen Höhe weniger, da die Tasten so oder so sehr gut erreichbar sind. 

Prinzipiell spricht gegen eine flache Tastenbauweise nichts. Es ist also etwas, das die anderen Hersteller gut und gerne übernehmen dürfen. Furcht vor einer größeren Umstellung braucht man nicht zu haben: Die mechanischen Switches, die nun in flacherer Bauweise hier verbaut werden, fühlen sich ähnlich an.

Die Beleuchtung ist das I-Tüpfelchen. Auch ohne Beleuchtung ist die Tastatur eine echte Alternative zu bereits bekannteren Modellen. Gut umgesetzt ist selbige auch ohne Software, wobei Käufer der Pure Writer TKL sicherlich die Tastatur nicht kaufen, um ein Lichtspektakel zu bekommen. Rudimentär umgesetzt lassen sich über Tastenkombinationen einige, wenige Modi wie Atmen, Welle oder eine dauerhafte Beleuchtung einstellen. Die Intensität selbiger wird auch direkt über die Tastatur geregelt. Ein Fiepen oder Surren der Tastatur mit eingeschalteter Beleuchtung konnten wir nicht vernehmen. Die Ausleuchtung ist recht gleichmäßig und gibt an und für sich keinen Grund zur Kritik.

Gaming ist der Pure Writer TKL kein Fremdwort. Sharkoon gibt dem Keyboard eine Polling Rate von 1000 Hz auf den Weg. N-Key-Rollover und Anti-Ghosting sind für eingefleische Gamer bei einer Tastatur ebenfalls von Interesse. Im Gefecht in diversen Spielen hat sich die Pure Writer TKL keinesfalls negativ bemerkbar gemacht - ganz im Gegenteil. Gleich mehrere Eingaben sind präzise und ohne Verzögerungen erkannt worden.

Fazit

Die Pure Writer TKL ist eine Tastatur, die sich insbesondere in Anbetracht des Preises sehen lassen kann. Die UVP des Herstellers beträgt 69,90 Euro (stand: 02/2018) - in unseren Augen ein fairer Preis. Man erhält damit eine flache, beleuchtete Tastatur mit Switches aus dem Hause Kailh, die in flacher Bauweise aktuell nur in dieser Tastatur sowie beim größeren Bruder Pure Writer (mit Nummernblock) vorzufinden sind. Das Gesamtpaket ist so stimmig, sodass Puristen und all jene, die eine flache, aber mechanische Tastatur möchten getrost zur Sharkoon Pure Writer TKL greifen können. Schmerzhafte Kritikpunkte lassen sich nicht finden, denn wer eine Handballenauflage oder erweiterte Medienfunktionen über spezielle Tasten erwartet, wird sich eher bei der hochpreisigeren Konkurrenz umschauen (müssen).

Aus diesem Grund verleihen wir der Pure Writer TKL von Sharkoon unsere Redaktionsempfehlung.

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