Test: Corsair K68 RGB Gaming Tastatur im Test

Rund ein halbes Jahr nach der Markteinführung bringt Corsair die staub- und wasserresistente K68 auch in die deutschen Läden - erweitert um eine RGB-Funktion. Wir haben die mechanische Tastatur gestetet und verraten, ob sie zum Preis von rund 150 Euro eine Empfehlung wert ist.


Corsair ist inzwischen bekannt dafür, in kurzen Zeitabständen immer wieder neue Peripherie-Geräte auf den Markt zu bringen - oft mit nur kleinen Detailänderungen wie zum Beispiel bei der K68: Zwar ist das Modell an sich schon älter, kann in Deutschland aber erstmals auch mit RGB-Beleuchtung gekauft werden. Hervorgehoben werden aber auch die bereits vorhanden Features wie MX Red-Schalter und Schutz gegen Spritzwasser und Staub. Klingt so, als könnte die K68 RGB alles bieten, was typische Nutzer in der Oberklasse erwarten. Damit stehen die Chancen auf eine Redaktionsempfehlung schon vorab recht gut. Ob das tatsächlich stimmt, sehen wir im Folgenden.

Lieferumfang und Verarbeitung

Der Karton ist wie immer gelb-schwarz designt und zeigt die Tastatur sowie die wichtigsten Funktionen auf. Darin verbirgt sich die K68, die optional anklippbare Handballenauflage sowie die Bedienanleitung und Garantiekarte. Letztere gewährt dem Kunden eine Herstellergarantie von zwei Jahren neben der gesetzlichen Gewährleistung. Bei unserem Testsample handelt es sich um die deutsche Version mit QWERTZ-Layout.

Der erste Eindruck bezüglich Design und Verarbeitung bei der Tastatur lautet: typisch Corsair. Das bedeutet einerseits eine gewohnt gute Verarbeitung und hohe Stabilität, anderseits auch das klassische Corsair-Design mit einigen Ecken und Kanten. Auffällig ist auch das Gewicht von 1,41 Kilogramm. Dabei besitzt die K68 im Gegensatz zur K95 RGB Platinum über keine Metallplatte, die besteht hier aus Kunststoff. Wie auf Bildern ersichtlich wird, handelt es sich bei der K68 um eine Full-Size-Tastatur mit Nummernblock und zusätzlichen Multimedia-Tasten.

Kritik muss sich Corsair aber bei der Handballenauflage gefallen lassen: Diese fühlt sich sehr dünn und fragil an, zudem wirkt der Anklipp-Mechanismus recht zerbrechlich. Außerdem ist das zwei Meter lange Kabel nur mit Gummi umzogen. Bei einer 150€-Tastatur wäre ein hochwertige Stoffummantelung sicherlich schöner gewesen. Die beiden Klappfüße aus Kuststoff wirken immerhin robuster, haben aber den Nachteil, dass die Tastatur dadurch deutlich an Halt verliert. Im liegenden Zustand ist der Halt hingegen optimal.

Die Technik im Detail

ModellK68 RGB
TastenschalterCherry MX Red
BeleuchtungRGB
Abmessungen455x270x39mm
MatrixFull Key, Anti-Ghosting
SoftwareCorsair Utilitx Engine
Extratasten9 Stück
LayoutQWERTZ
Garantie2 Jahre

Wie schon erwähnt, setzt Corsair auf das bewährte Design, das man schon von vorherigen Modellen wie der K70 RGB kennt. Dementsprechend sind rechts oben wieder mehrere Rubberdome-Tasten integriert, mit denen Multimedia-Inhalte gesteuert werden können. Solche Tasten sind prinzipiell gerne gesehen, für die Lautstärkeregelung wäre unserer Ansicht nach aber ein Rad angebrachter, wie beispielsweise bei der K95 RGB Platinum. Zusätzlich wurden je ein Button zum Windows-Lock und zur Helligkeitsregelung der Hintergrundbeleuchtung integriert. Weitere, frei belegbare Funktionstasten gibt es nicht.

Unter der Haube stecken die bekannten MX Red-Switches von Cherry, die ab 45 Gramm linear auslösen und einen Hubweg von 4mm vorweisen. Die Tasten sind deutlich sichtbar seperat aufgesetzt und beleuchtet, was eine freie Steuerung der RGB-Beleuchtung erlaubt - zumindest mithilfe der Corsair Utility Engine. Aber auch ohne Software können mit den Tastenkombitationen Fn + 1-11 mehrere Leuchteffekte wie der Regenbogen (Fn + 1) oder Type Lighting (Fn + 5) eingestellt werden.

Weiterhin wirbt Corsair mit "100% Anti-Ghosting", wodurch auch mehrere Tastenkombinationen gleichzeitig ohne merkbare Verzögerung verarbeitet werden. Um den Staub- und Wasserschutz nach dem IP32-Standard zu gewährleisten, ist die Tastatur zwischen den Tasten und der inneren Elekronik mit transparantem Silikon abgetrennt. Laut Norm ergibt sich dadurch ein "Schutz gegen fallendes Tropfwasser, wenn das Gehäuse bis zu 15° geneigt ist". Komplett wasserdicht ist die Tastatur also bei weitem nicht, sondern gerade so, dass beim versehentlichen Überschütten ein Defekt möglichst verhindert wird. 

Wirklich schade ist, dass die Tastatur keinerlei zusätzliche Anschlüsse bietet. In Anbetracht des Preises ist das ein berechtigter Kritikpunkt, schließlich bieten selbst günstigere Modelle anderer Hersteller mindestens einen, manchmal sogar zwei zusätzliche Anschlüsse für USB. Nutzen muss man die Ports natürlich nicht zwingend, jedoch ist es angenehm, wenn die Tastatur hierfür zumindest die Möglichkeit bietet. Auf der anderen Seite ist das Fehlen eines solchen Anschlusses mit dem Feature "Wasserresistenz" verständlich.

Praxistest

Zur Peripherie-Software von Corsair, der Corsair Utility Engine (CUE), haben wir bereits in den vergangenen Tests ausführlich berichtet. Das Grundprinzip unterscheidet sich bei der K68 kaum von vorherigen Modellen wie der K95 RGB Platinum. Zusammengefasst bekommt der Nutzer ein sehr hübsch aufbereitetes Tool, das alle aktuellen Corsair-Produkte unterstützt und eine umfangreiche Konfiguration erlaubt. Dazu zählt natürlich auch die RGB-Beleuchtung, die intuitiv gesteuert und bei Bedarf jeweils in eigenen Profilen abgespeichert werden kann.

Die Nutzung selbst erwies sich als sehr angenehm: Zusammen mit der Handballenauflage konnten wir stets ergonomisch arbeiten und auch beim mehrstündigen Gaming gibt es an Form und Layout nichts auszusetzen. Die einzelnen Tasten waren, wie man es von den mechanischen Red-Schaltern gewohnt sind, leichtgängig und mit hoher Geschwindigkeit nutzbar. Sie wirken vom Tippgefühl durch die darunter sitzende Silikonabdichtung subjektiv etwas abgedämpft und dadurch leise(r).

Natürlich haben wir auch Corsairs Versprechen zum Staub- und Wasserschutz genau unter die Lupe genommen. Nach dem Verschütten einiger Schlücke Wasser über die Tastatur konnte die K68 aber beweisen, dass sie nach wie vor einwandfrei funktioniert. Nerviger war eher das Austrocknen, was unter Umständen mehrere Stunden oder gar Tage dauern kann. Das ist aber in jedem Fall besser, als die Tastatur wegen Defekts nicht mehr nutzen zu können. Auch generell sollte das Schutzfeature nicht bewusst auf die Probe gestellt werden, sondern dann helfen, wenn durch ein Missgeschick tatsächlich Wasser auf die Tastatur fällt.

Fazit

Ein kurzer Produktzyklus muss nicht heißen, dass man zwingend bei der Qualität einbüßen muss. Das hat Corsair mit seinen aktuellen Peripherie-Geräten in unserer Redaktion bereits bewiesen. Bei der K68 allerdings stellt sich die Frage, ob der Preis von 150 Euro für das Gebotene nicht etwas zu hoch gegriffen ist. Das zeigt sich schon bei der feature-geladeneren K95 RGB Platinum, welche nicht wesentlich mehr kostet.

Hervorstechen kann die K68 RGB natürlich durch den IP32-Schutz, den in dieser Form kaum eine Tastatur bieten kann. Vor allem in Kombination mit den hochwertigen MX Red-Switches ergibt sich ein Keyboard der besonderen Art, das für seinen Haupttätigkeitszweck gut gerüstet ist. Aber hier bietet Corsair mit der K68 (ohne RGB) bereits ein Modell an, das nur 100 Euro kostet und abgesehen von den RGB-LEDs dieselben Features bietet. Die Beleuchtung der K68 RGB ist vor allem mit der CUE-Software durchaus imposant. Doch wer auf den Wasserschutz verzichten kann, findet das Feature auch in vielen anderen Corsair-Tastaturen.

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