Feature: Mit dabei: Entwicklung einer Gaming-Maus
Bei einem Besuch im Entwicklungszentrum von Logitech in der Schweiz hatten wir nicht nur die Chance, die nagelneue MMO-Gaming-Maus G600 auszuprobieren, sondern wir konnten auch einen interessanten und ausführlichen Blick hinter die Kulissen des renommierten Unternehmens werfen. Dabei haben wir für euch die Labore und Arbeitsräume sowie interessante Prototypen gefilmt.
Gaming-Peripherie sprießt heutzutage aus dem Boden wie Unkraut. Es vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendeine Firma verlauten lässt, ab sofort die hochwertigsten und exklusivsten Gaming-Eingabegeräte herzustellen. Dabei schmeißen die Unternehmen meist noch mit irgendwelchen irrwitzigen Kennzahlen um sich, und hoffen auf diese Art und Weise die Kunden überzeugen zu können. Traurigerweise funktioniert dies viel zu oft!
Wie viel Kompetenz, Know-How und Ressourcen wirklich nötig sind, um eine ausgereifte Gaming-Maus entwickeln zu können, durften wir bei einem Besuch in den heiligen Hallen von Logitech erfahren. Idyllisch in der Nähe des Genfer Sees gelegen, befindet sich das Daniel Borel Innovation Center auf dem Gelände der Universität von Lausanne. Hier wird ein Großteil der Eingabegeräte von Logitech entwickelt. Wir hatten die exklusive Chance, einige der Räumlichkeiten und Geräte kennenzulernen, die nötig sind um eine Maus zu entwickeln. Außerdem erhielten wir am Beispiel der neuen G600 einen Einblick in den Entwicklungsprozess, dargestellt an verschiedenen Prototypen.
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In die Entwicklung einer High-End-Maus fließen bei Logitech gut und gerne zwei Jahre Arbeit. Denn sowohl haptisch als auch technisch muss so eine Maus höchsten Ansprüchen genügen. Am Anfang der Entwicklung steht das Design der Maus. In Kooperation mit Industriedesignern werden verschiedene Skizzen entwickelt, in welche Richtung das Design tendieren könnte. Nach vielen Wochen findet sich meist ein Kompromiss aus mehreren verschiedenen Ansätzen. Nun geht es darum, die Skizzen dreidimensional werden zu lassen. Dazu nutzt man sogenannte Rapid-Prototyping-Verfahren. So können die Designer ein 3D-Modell aus dem Computer einfach "ausdrucken". In der ersten Arbeitsphase sind die Prototypen noch aus besonders dichtem Schaum gefertigt. Später werden dann auch stabilere Kunststoffe eingesetzt. Anhand weiterer Prototypen werden Details abgestimmt. Zum Beispiel die Positionierung von Buttons oder des Scrollrads evaluiert, genau so wie verschiedene Formen der Auflagefläche. Über viele verschiedene Prototypen hinweg findet sich so schließlich die finale Form. Anschließend wird ein funktionsfähiges Modell hergestellt. Zunächst noch ohne Elektronik, nur um zu überlegen in welche beziehungsweise wie viele Teile sich die Maus am Besten zerlegen lässt, um das Modell später effizient herstellen zu können. Kurz darauf findet auch rudimentäre Elektronik ihren Weg in die Prototypen. Dabei handelt es sich um simple Sensoren und Buttons, um die Ergonomie der Maus auch im tatsächlichen Betrieb beurteilen zu können.
Während der gesamten Entwicklung stimmt sich das Designteam bereits mit der technischen Abteilung ab, um darüber zu beraten, welche Art und Qualität von Sensor in der Maus verwendet werden soll. Im Falle der G600 handelt es sich natürlich um das aktuelle Spitzenmodell. Nun muss das Team also versuchen den Sensor und die Linse möglichst platzsparend im neuen Gehäuse unterzubringen. Dabei dürfen auch Aspekte wie die Positionierung und der Schwerpunkt der Maus nicht vernachlässigt werden. Zudem wird mithilfe von besseren Linsen und wirkungsvolleren Winkeln für die Positionierung der Laser oder LEDs stets daran gearbeitet, die Elektronik so klein wie möglich zu bekommen. Wo am Anfang Modelle in der Größe eines Fussballs stehen, wartet am Ende nur noch ein Daumennagel-großes auf den Einbau in das Serienmodell.
Währenddessen widmet sich das Design-Team nun dem Aussehen der Maus. Es werden verschiedene Materialien und Oberflächenvergütungen ausprobiert: Lackiert, poliert, geschliffen oder gummiert? Auch Farben kommen nun ins Spiel. Bleibt es beim mausgrau oder wird es auch eine weinrote Variante geben? All diese Fragen werden in diesem Prozess geklärt.
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Wenn all dies erledigt worden ist, gibt es noch eine weitere Hürde: Tests, Tests und nochmal Tests! Da wird vom Abrieb der Lackierung bis zur Haltbarkeit der Buttons jede Funktion millionenfach ausgelöst. Auch bei verschiedenen Temperaturen darf die Maus keine Probleme machen. Die Elektronik muss außerdem auf EMV- und Isolations-Eigenschaften getestet werden. Bei kabellosen Geräten müssen auch noch komplizierte Strahlungstests durchgeführt werden.
Ist all das erledigt ist es endlich soweit, und die Maus kann in die Produktion gehen, um dann anschließend vielen tausenden Menschen jahrelang als treuer Nager zur Seite zu stehen.
Die Logitech G600 ist bei Amazon erhältlich. Natürlich finden sich dort weitere Mäuse des Herstellers.
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