Feature: Firefox OS Alpha angetestet

iOS, Android und teils Windows Phone beherrschen den Markt der mobilen Betriebssysteme. Bada, MeeGo oder PalmOS konnten sich hingegen nicht durchsetzen. Trotz der starken Führung von Apple, Google und Microsoft, hat sich Mozilla zum Ziel gesetzt, zu diesen Größen dazuzugehören. Firefox OS soll nicht wie die versiegten Betriebssysteme nur eine Randerscheinungen sein. So setzt Mozilla höchste Priorität auf das Projekt, welches erst kürzlich den Alpha-Status erreichte. In diesem Zusammenhang möchten wir einen ersten Blick auf das Betriebssystem werfen.


Als Boot2Geko (oder Boot to Geko) wurde das mobile Betriebssystem von Mozilla zum Mobile World Congress 2012 vorgestellt, erscheint aber als solches nicht. Unter dem neuen Namen "Firefox OS" soll das Betriebssystem jedoch das Licht der Welt bereits nächstes Jahr final erblicken. Kürzlich wurde von Mozilla eine Alpha-Version veröffentlicht, auf die wir in den kommenden Absätzen eingehen. Zudem zeigen wir die verschiedenen Funktionen auf und gehen auf das Design des Betriebssystems ein.

Zu jedem guten Betriebssystem gehört auch ein schöner Lockscreen, denn auf diesen blicken wohl die Meisten am Häufigsten. Ein benutzerdefiniertes Bild, das jeweilige Datum und die aktuelle Uhrzeit zieren den Sperrbildschirm des Firefox OS. Natürlich gibt es auch eine individuelle Möglichkeit das Gerät zu entsperren. Dazu muss ein Kreis linear nach rechts geschoben werden, um das Gerät freizugeben. Auch ist es machbar, die Kamera aus dem Lockscreen anzuschalten. Dazu wird wieder der Kreis-Button einfach auf die linke Seite geschoben.

Nach dem Entsperren erscheint auch gleich die erste Seite des Startmenüs. Auch hier sind wieder das Datum und die Uhrzeit zu finden. Am unteren Ende befindet sich eine Leiste, in der es möglich ist, verschiedene Anwendungen abzulegen. Diese sind immer auf allen Seiten des Homescreens zu finden. Durch „wischen" gelangt man zu den anderen Seiten, auf denen die verschiedenen Anwendungen aufgelistet sind.

Auf dem Startbildschirm des Firefox OS wurde eine Suchfunktion integriert. Wird dort beispielsweise nach „Musik" gesucht,  verändert sich der Hintergrund optisch passend zum Suchbegriff. So erscheint bei diesem Schlagwort ein Bild in Form einer Musiknote auf einer CD. Auch bei anderen Begriffen klappt dies problemlos. Eine kleine Auswahl ist in der Bildergalerie zu finden. Allgemein wirken die Homescreens ähnlich dem Betriebssystem von Apple. Einzig der Bildschirm, der nach dem Entsperren erscheint, ist neu.

Die Apps sind statisch angeordnet, besitzen eine festgelegte Form und sind nicht interaktiv. Um besser zwischen zwei App-Sorten unterscheiden zu können, legt Mozilla für produktive Applikationen einen hellen Hintergrund und für multimediale Anwendungen einen dunkleren Hintergrund fest. Dies ist vom Entwickler leider nicht immer konsequent durchgesetzt worden. Ähnlichkeiten zu Apples Betriebssystem, wie die statische Aufteilung der Apps und das Fehlen von verschiedenen Widgets, lassen sich auch hier nicht vertuschen.

Verwirrend: Mozilla setzt Hintergrundfarben der Anwendungen nicht konsequent durch.

Eingebaut wurde beim Firefox OS eine Statusleiste, welche sich nach unten öffnen lässt. In dieser werden Benachrichtigungen und Schnellzugriffe zu unter anderem den Einstellungen und den WiFi-Netzwerken angezeigt. Auch hier lässt sich die Verbindung zu einem anderen OS finden, in dem Fall Android, bei dem die Leiste sehr ähnlich gestaltet ist.

Telefonieren und Nachrichten schreiben erlaubt das Betriebssystem natürlich auch. In der Alpha-Version hat Mozilla diese Funktionen zwar schon eingebaut, doch verrichten ihre Aufgabe noch nicht zufriedenstellen respektive gar nicht. Zudem erscheint die Nachrichten-Anwendung sehr unübersichtlich. Einen ersten Eindruck über die Gestaltung dieser Funktionen bekommt der Interessierte dennoch.

Fazit

Auf den ersten Blick wirkt das Mozilla-Betriebssystem wie eine Mischung aus iOS und Android. Vor allem die Ähnlichkeiten beim Startbildschirm und der App-Auflistung lassen sich nicht vertuschen. Dennoch kopieren die Firefox-OS-Entwickler nicht stupide von der Konkurrenz. Mozilla hat doch einige eigene Funktionen und Anpassungen eingebaut. Man sollte auch bedenken, dass dies lediglich die Alpha-Version des Firefox OS ist und sich noch einiges ändern kann.

Über Erfolg und Niederlage des Betriebssystems werden allein die Endkunden entscheiden. So hat sich Mozilla keine leichte Aufgabe gestellt, bald zu den Großen zu gehören. Dazu wird es jedoch nötig sein, ein großes Angebot an Apps zu realisieren. Bis zum Launch dauert es aber noch ein wenig und in der Zeit kann sich noch viel verändern. Somit steht die Zukunft des Betriebssystems noch in den Sternen.

Wer sich selbst ein Bild von dem Betriebssystem machen möchte, muss lediglich im Firefox-Browser ein Addon downloaden. Nach dem installieren und überprüfen, lässt sich der Emulator starten. In einem neuen Fenster wird das Betriebssystem erscheinen. Erste Geräte mit dem Mobilen OS wird es Anfang 2013 in Brasilien geben. Angekündigt wurden schon Modelle von den chinesischen Unternehmen ZTE und TCL. Diese werden auf SoCs von Qualcomm basieren.

Kommentare

Interessant wird es, wenn man das OS direkt auf einem Gerät testen kann, um die Performance mal zu sehen. Weil man das aufm PC ja schwer kontrollieren kann, aber das wird wohl noch dauern...
Und den Erfolg des OS bestimmt nicht allein der Kunde ;)
Wenn die Hersteller nicht mitziehen, kann das schlicht und einfach nix werden;)

geschrieben am 28.11.2012 um 20:04 Uhr

Sieht schick aus. Wirklich interessant. Mal sehen, wie es wird.

geschrieben am 28.11.2012 um 20:16 Uhr

Sehr guter Artikel, werde mir das OS in den Tagen mal näher anschauen.
Habt ihr auch Infos ob das System Auf Linux basiert oder eine eigene Implementierung ist?
Das wäre für viele Endkunden interessant wg. der Weiterentwicklung vom System, Apps usw.

geschrieben am 28.11.2012 um 23:52 Uhr

oh geil das wird auch wieder spannend ! Werd mir das addon mal runterladen aber wie Hurrican schon geschrieben hat interessant wäre es auch mal auf einem mobile gerät anzuschauen. Bleibt auf jeden Fall spannend

geschrieben am 29.11.2012 um 09:27 Uhr

@ bludragon
Firefox OS ist komplett auf einem Linux-Kernel basierend. Besonders ist halt, dass Apps wie benutzerfläche auf JavaScript, HTML5 und CSS basieren.

geschrieben am 29.11.2012 um 16:09 Uhr

So ungefähr hab ich es mir gedacht. Und es wird interessanter, da ich mich auch zurzeit überwiegend mit JavaScript,CSS3, HTML 5 und CMS(Joomla) beschäftige.
Vielleicht bring ich ja irgendwann auch irgend eine "sinnvolle" App raus :-D
Und Danke für die Infos

geschrieben am 29.11.2012 um 22:23 Uhr

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